AusbildungWeltweit: Mehr Mobilität für Auszubildende

„Mit AusbildungWeltweit unterstützen wir Unternehmen in Deutschland ihre Fachkräfte umfassend auszubilden und tragen dazu bei, dass Unternehmen, auch in Zukunft global erfolgreich agieren können“, sagt Staatssekretär Thomas Rachel in Berlin.

"Lassen Sie uns gemeinsam die internationale Ausrichtung unserer jungen Menschen stärken und Deutschland damit als weltoffenes und leistungsfähiges Land profilieren!", sagt Thomas Rachel bei der Auftaktveranstaltung zu AusbildungWeltweit in Berlin. © BMBF / Hans-Joachim Rickel

Rede des Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Thomas Rachel, MdB, anlässlich der Auftaktveranstaltung zu AusbildungWeltweit am 26. November 2018 in Berlin.

Es gilt das gesprochene Wort.

Sehr geehrte Auszubildende, Ausbilderinnen und Ausbilder,

sehr geehrte Frau Gamburgo,

sehr geehrte Gäste aus dem internationalen Ausland und den Unternehmen,

meine sehr geehrten Damen und Herren!

Ganz herzlich begrüße ich Sie im Bundesministerium für Bildung und Forschung und lade Sie ein, gemeinsam mit mir unser Programm AusbildungWeltweit feierlich auf den Weg zu bringen.

Die berufliche Bildung in Deutschland ist gut etabliert und die duale Berufsbildung, die von Staat und Wirtschaft gemeinsam getragen wird, genießt international einen sehr guten Ruf.

Aber im Inland steht die berufliche Bildung mit dem akademischen Bildungsweg im Wettbewerb um junge Menschen. Eine ausgewogene und industrialisierte Volkswirtschaft wie die Bundesrepublik Deutschland braucht beides: universitär gebildete Spezialisten aber auch Fachkräfte für Industrie und Handwerk.

Daher setzt sich das BMBF dafür ein, dass die berufliche Bildung auch zukünftig ein attraktiver Bildungsweg mit guten Berufschancen. Hierzu dient der Berufsbildungspakt. Das Programm AusbildungWeltweit ist hierzu ein wesentlicher Beitrag.

Internationale Lernaufenthalte gewinnen während der beruflichen Erstausbildung und Weiterbildung zunehmend an Bedeutung. Durch solche Aufenthalte erhalten die Auszubildende internationale Kompetenzen, die sich auf dem global ausgerichteten Arbeitsmarkt immer stärker zu Schlüsselkompetenzen entwickeln. Auch das Ausbildungspersonal kann von einem Blick über den Tellerrand profitieren: Es erweitert seine ausgeprägte Methodenkompetenz, indem es einen Einblick in andere Arbeits- und Ausbildungskulturen erhält. Gleichzeitig fördern internationale Lernaufenthalte die Attraktivität der beruflichen Bildung. Wir wissen das aus dem höchst erfolgreichen europäischen Programm Erasmus+, das die Mobilität innerhalb Europas ermöglicht. Dazu aber später mehr.

Jüngste Studien belegen, dass bei Lernaufenthalten von Auszubildenden im Ausland, wir 2017 bei knapp sechs Prozent lagen. Das BMBF wird die internationale Mobilität von Auszubildenden steigern. Und daher starten wir heute das Programm AusbildungWeltweit!

Die Wirtschaft handelt global und durch die neuen Kommunikationsmethoden sind uns ferne Länder sehr nah geworden. Die Ausrichtung auf Europa, die Erasmus+ für die berufliche Bildung bisher vornimmt, reicht darum nicht aus. Lernaufenthalte in China, USA oder Kanada müssen genau so möglich sein.

Mit dem Förderprogramm, das wir heute starten, schaffen wir deshalb einen Anreiz für Ausbildungsbetriebe, mehr Auszubildende international zu qualifizieren und dafür Regionen zu wählen, die für sie wirtschaftlich von Bedeutung sind und über die EU hinausgehen.

Damit unterstützen wir Unternehmen in Deutschland ihre Fachkräfte umfassend auszubilden und tragen dazu bei, dass Unternehmen, auch in Zukunft global erfolgreich agieren können.

Fremdsprachenkompetenzen, das Verständnis für Lebens- und Arbeitsweisen in anderen Ländern und Schlüsselqualifikationen wie Selbstständigkeit, Motivation und Teamfähigkeit werden während einer Lernphase im Ausland besonders gestärkt.

Im Programm AusbildungWeltweit geht es um internationale Mobilität. Es ist also auf all die Länder ausgerichtet, die bisher nicht von dem EU-Programm Erasmus+ abgedeckt sind.

Mit AusbildungWeltweit können Unternehmen selbst entscheiden, welche Länder oder Regionen für sie wirtschaftlich von Bedeutung sind, zum Beispiel in Asien oder Amerika.

Und Ausbildungsbetriebe können sich damit als attraktiver Bildungsbetrieb und Arbeitgeber positionieren. Das Förderprogramm fügt sich damit als wichtigen Bestandteil in einen Berufsbildungspakt für eine starke und moderne Berufsausbildung ein.

Natürlich haben wir das Programm zunächst auf seine Umsetzbarkeit getestet. Die Pilotphase wurde im Juli 2017 gestartet und die Nachfrage war sehr erfreulich: Insgesamt gab es fast 500 Teilnehmer, die Erfahrungen in über 20 Ländern gesammelt haben. Einige von ihnen sind ja heute anwesend, und sie können gewiss selbst noch über ihre Eindrücke berichten, die sie in Neuseeland, China oder Indien gewonnen haben. Ob es sich um Tischler, Verzahntechniker oder Industriekaufleute handelt – sie alle berichten von der fachlichen und sprachlichen Weiterentwicklung, die sie durch den Auslandsaufenthalt sowohl persönlich als auch beruflich erfahren haben. Und den Ausbildungsbetrieben – ob kleinerer Betrieb, mittleres Unternehmen oder Global Player – gebührt ein großes Dankeschön, dass sie sich in dieser Testphase so offen und tatkräftig für dieses neuartige und bereichernde Ausbildungselement eingesetzt haben.

Aufgrund der positiven Erfahrungen der Pilotphase haben wir uns zum Start des Förderprogramms AusbildungWeltweit entschieden. Bereits für 2019 stehen hierfür 3 Millionen Euro zur Verfügung. Dieser Betrag wird in den beiden folgenden Jahren 2020 und 2021 nochmals beträchtlich gesteigert werden. Mit diesen Mitteln wird es gelingen, den Anteil der Auszubildenden mit wertvollen Auslandserfahrungen beträchtlich zu erhöhen und dem nationalen Ziel, dass 10% der Auszubildenden während ihrer Ausbildung Auslandserfahrung sammeln, ein gutes Stück näher zu kommen.

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

Ich komme jetzt noch einmal auf Erasmus+ zurück. Denn heute treffen sich in Brüssel die Bildungsminister der Europäischen Union und sie wollen heute eine politische Einigung über die Fortführung und weitere Stärkung des Programms nach 2021 bekanntgeben. Frau Ministerin Karliczek befürwortet das Programm sehr und sie bedauert, heute nicht hier sein zu können. Aber sie wird uns später digital zugeschaltet und kann dann selbst mit uns über beide Mobilitätsprogramme sprechen.

Ich wünsche Ihnen jetzt viele interessante Begegnungen, gute Kontakte und Möglichkeiten zum Ausbau Ihrer Netzwerke. Lassen Sie uns gemeinsam die internationale Ausrichtung unserer jungen Menschen stärken und Deutschland damit als weltoffenes und leistungsfähiges Land profilieren!

Vielen Dank!