Australien

Deutschland und Australien arbeiten im Forschungs- und Hochschulsektor eng zusammen. Gestärkt wird die Kooperation beider Länder durch den Austausch von Studierenden und Wissenschaftlern. 

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Australien verfügt als Industrieland über eine gut entwickelte und breit aufgestellte Wissenschaftslandschaft. Oberstes forschungspolitisches Ziel des Landes ist die strategische Positionierung als High-Tech-Standort im asiatischen Raum. Die bildungspolitischen Bereiche, in denen die australische Regierung aktiv ist und Vorgaben entwickelt, betreffen in erster Linie den Berufsbildungs- und den Hochschulsektor. Die Zusammenarbeit mit Deutschland in Bildung und Forschung entwickelt sich insgesamt positiv. So zählen zum Beispiel australische Bewerber mit zu den erfolgreichsten Antragstellern auf die Stipendien der Alexander von Humboldt-Stiftung.

Gegenseitige Anerkennung von Abschlüssen

Die deutsch-australische Zusammenarbeit geht auf ein Regierungsabkommen von 1976 zurück. Australien unterzeichnete darüber hinaus 1994 ein Wissenschafts- und Technologieabkommen mit der Europäischen Union, woraus sich auch Chancen für deutsch-australische Zusammenarbeit gemeinsam mit Partnern aus weiteren EU-Mitgliedstaaten ergeben. Hinzu kommen eine Reihe von Vereinbarungen unmittelbar zwischen deutschen und australischen Förder- und Forschungseinrichtungen und Universitäten. Seit 1998 gibt es ein Protokoll über die gegenseitige Anerkennung von Abschlüssen auf Schul-, Berufsschul- und Hochschulebene.

Zusammenarbeit in der Energieforschung

Im Oktober 2018 besuchte eine Delegation des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) Australien und führte Gespräche zur weiteren Ausgestaltung der wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit. Ein künftiger Schwerpunkt der Zusammenarbeit ist die Energieforschung, insbesondere zum Thema Wasserstoff soll gemeinsam geforscht werden.

Deutsche und australische Universitäten

Ein wichtiger Baustein der deutsch-australischen Zusammenarbeit ist die Hochschulkooperation. Laut Hochschulkompass der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) existieren zurzeit 597 Kooperationsabkommen (Stand April 2020) zwischen deutschen und australischen Universitäten. Im asiatisch-pazifischen Raum unterhalten deutsche Universitäten nur mit China und Japan mehr Kooperationsabkommen.

Austausch von Studierenden und Wissenschaftlern

Wichtigstes Instrument der bilateralen Hochschulzusammenarbeit ist der Austausch von Studierenden und Wissenschaftlern, dessen finanzielle Förderung in erster Linie durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) erfolgt.

Der DAAD konnte das zur Qualifizierung des wissenschaftlichen Nachwuchses eingerichtete und 2008 zunächst mit der Group of Eight (den acht wichtigsten australischen Universitäten) gestartete und 2010 um das Netzwerk der Technischen Universitäten ATN (Australian Technology Network of Universities) erweiterte Austauschprogramm PPP Australien (Programme des Projektbezogenen Personenaustauschs) im Dezember 2014 durch eine Vereinbarung mit Universities Australia, der Dachorganisation der australischen Universitäten, auf Forschungskooperationen mit allen australischen Universitäten ausdehnen. Seitdem erfreut sich das Programm zur Unterstützung der Auslandsmobilität in bilateralen Forschungsprojekten von hohem wissenschaftlichem Niveau einer großen Nachfrage in allen Fachgebieten.

Australische Wissenschaftler zählen zu den erfolgreichsten Antragstellern für die Programme der Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH). 2019 hat die Stiftung 18 Forschungsstipendien und 3 Forschungspreise an australische Wissenschaftler vergeben.

"Deutsche Forschungspräsenz in AUSTRALIEN"

Im Rahmen der BMBF-Bekanntmachung „Aufbau von Forschungspräsenzen mit Partnern in der asiatisch-pazifischen Region“ werden bis 2022 drei Vorhaben in den Bereichen „Erforschung von Infektionskrankheiten“, „Moderne Technologien zur Trinkwasseraufbereitung“ und „Innovative Speichermedien für Erneuerbare Energien“ mit australischen Partnern gefördert.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert in der Kooperation mit Australien neben einer beachtlichen Zahl von Projekten in der Einzelförderung mehrere deutsch-australische Graduiertenkollegs, die die Möglichkeit einer gemeinsamen Doktorandenausbildung zwischen der Gruppe in Deutschland und der Partnergruppe im Ausland bieten. Die Forschungs- und Studienprogramme werden gemeinsam entwickelt und in Doppelbetreuung durchgeführt. Für die Doktoranden in den beteiligten Gruppen ist ein etwa sechsmonatiger Auslandsaufenthalt bei dem jeweiligen Partner vorgesehen. Aktuell werden drei Internationale Graduiertenkollegs mit Australien in den Fachbereichen Medizin (Universität Gießen und Monash University) und Mikrobiologie, Virologie und Immunologie (Universität Bonn und University of Melbourne sowie Humboldt-Universität Berlin und Australian National University) gefördert. Weitere deutsch-australische Vorhaben dieser Art sind in Vorbereitung.