Australien

Deutschland und Australien arbeiten im Forschungs- und Hochschulsektor eng zusammen. Gestärkt wird die Kooperation beider Länder durch den Austausch von Studierenden und Wissenschaftlern. 

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Australien verfügt als Industrieland über eine gut entwickelte und breit aufgestellte Wissenschaftslandschaft. Oberstes forschungspolitisches Ziel des Landes ist die strategische Positionierung als High-Tech-Standort im asiatischen Raum. Die bildungspolitischen Bereiche, in denen die australische Regierung aktiv ist und Vorgaben entwickelt, betreffen in erster Linie den Berufsbildungs- und den Hochschulsektor. Die Zusammenarbeit mit Deutschland in Bildung und Forschung entwickelt sich insgesamt positiv. So zählen zum Beispiel australische Bewerber mit zu den erfolgreichsten Antragstellern auf die Stipendien der Alexander von Humboldt-Stiftung.

40 Jahre Zusammenarbeit

Zur Würdigung der erfolgreichen Entwicklung der Zusammenarbeit in den 40 Jahren seit der Unterzeichnung des Kooperationsabkommens sind eine Reihe von Veranstaltungen in Deutschland und Australien geplant.
 

Gegenseitige Anerkennung von Abschlüssen

Die deutsch-australische Zusammenarbeit geht auf ein Regierungsabkommen von 1976 zurück. Australien unterzeichnete darüber hinaus 1994 ein Wissenschafts- und Technologieabkommen mit der Europäischen Union, woraus sich auch Chancen für deutsch-australische Zusammenarbeit gemeinsam mit Partnern aus weiteren EU-Mitgliedstaaten ergeben. Hinzu kommen eine Reihe von Vereinbarungen unmittelbar zwischen deutschen und australischen Förder- und Forschungseinrichtungen und Universitäten. Seit 1998 gibt es ein Protokoll über die gegenseitige Anerkennung von Abschlüssen auf Schul-, Berufsschul- und Hochschulebene.

Zusammenarbeit bei der Innovation

Im Oktober 2016 besuchte eine Delegation unter Leitung des Department of Industry, Innovation & Science (DIIS) Deutschland, um Gespräche zur weiteren Ausgestaltung der wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit zu führen. Ein künftiger Schwerpunkt der Zusammenarbeit soll bei der Innovation liegen, zum Beispiel in der Zusammenarbeit deutscher Forschungscluster mit entsprechenden australischen Einrichtungen. Für April 2017 ist der Besuch einer australischen Innovationsdelegation unter Leitung des Chief Scientist Alan Finkel geplant. Die Einbindung von Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern ist für beide Seiten von großer Bedeutung.

Deutsche und astralische Universitäten

Ein wichtiger Baustein der deutsch-australischen Zusammenarbeit ist die Hochschulkooperation. Laut Hochschulkompass der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) existieren zurzeit 570 Kooperationsabkommen (Stand Februar 2017) zwischen deutschen und australischen Universitäten. Im asiatisch-pazifischen Raum unterhalten deutsche Universitäten nur mit China und Japan mehr Kooperationsabkommen.

Austausch von Studierenden und Wissenschaftlern

Wichtigstes Instrument der bilateralen Hochschulzusammenarbeit ist der Austausch von Studierenden und Wissenschaftlern, dessen finanzielle Förderung in erster Linie durch den Deutschen Akademischen Auslandsdienst (DAAD) erfolgt. Der DAAD konnte das 2008 gestartete Austauschprogramm mit der Group of Eight (den acht wichtigsten australischen Universitäten) durch eine im Dezember 2014 unterzeichnete Vereinbarung mit Universities Australia, der Dachorganisation der australischen Universitäten, mittlerweile auf mehr als 30 der insgesamt 39 australischen Universitäten ausdehnen.

Australische Wissenschaftler zählen zu den erfolgreichsten Antragstellern für die Programme der Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH). 2016 hat die Stiftung 24 Forschungsstipendien und einen Forschungspreis an australische Wissenschaftler vergeben.

"Deutsche Forschungspräsenz in Asien"

Im Rahmen des BMBF-geförderten Programms „Deutsche Forschungspräsenz in Asien“ haben die TU Braunschweig und die University of New South Wales in Sydney seit 2009 eine deutsch-australische Forschergruppe aufgebaut, die mit einem multidisziplinären Team im Bereich „Nachhaltige Produktion und Life Cycle Management“ Wissen und technische Lösungen entlang des gesamten Produktkreislaufs erarbeitet.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert seit Ende 2016 das zweite deutsch-australische Graduiertenkolleg im Bereich der Immunologie zwischen der Universität Bonn und der  University of Melbourne. In diesem Programm forschen Doktoranden auch über einen längeren Zeitraum beim ausländischen Partner. Weitere Vorhaben dieser Art  sind in Vorbereitung.