Australien

Deutschland und Australien arbeiten im Forschungs- und Hochschulsektor eng zusammen. Gestärkt wird die Kooperation beider Länder durch den Austausch von Studierenden und Wissenschaftlern. 

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Australien verfügt als Industrieland über eine gut entwickelte und breit aufgestellte Wissenschaftslandschaft. Sein oberstes forschungspolitisches Ziel ist die strategische Positionierung als High-Tech-Standort im asiatischen Raum. Die bildungspolitischen Bereiche, in denen die australische Regierung aktiv ist und Vorgaben entwickelt, betreffen in erster Linie den Forschungs- und den Hochschulsektor. Die Zusammenarbeit mit Deutschland in Bildung und Forschung entwickelt sich insgesamt positiv. So zählen zum Beispiel australische Bewerber mit zu den erfolgreichsten Antragstellern auf die Stipendien der Alexander von Humboldt-Stiftung.

Vorreiter in der Zusammenarbeit

Die deutsch-australische Zusammenarbeit geht auf ein Regierungsabkommen von 1976 zurück. Australien unterzeichnete darüber hinaus 1994 zusätzlich auch ein Wissenschafts- und Technologieabkommen mit der Europäischen Union, woraus sich auch Chancen für deutsch-australische Zusammenarbeit gemeinsam mit Partnern aus weiteren EU-Mitgliedstaaten ergeben. Hinzu kommen eine Reihe von Vereinbarungen unmittelbar zwischen deutschen und australischen Förder- und Forschungseinrichtungen und Universitäten. Seit 1998 gibt es ein Protokoll über die gegenseitige Anerkennung von Abschlüssen auf Schul-, Berufsschul- und Hochschulebene.

Gemeinsame Forschung

Im Dezember 2014 reiste eine Delegation unter Leitung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung nach Australien, um Gespräche zur weiteren Ausgestaltung der wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit zu führen. Ein künftiger Schwerpunkt der Zusammenarbeit soll im Bereich Innovation liegen, zum Beispiel in der Zusammenarbeit deutscher Forschungscluster mit entsprechenden australischen Pendants. Die Einbindung von Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern ist für beide Seiten von großer Bedeutung.

Erfolgreiche bilaterale Zusammenarbeit

Ein wichtiger Baustein der deutsch-australischen Zusammenarbeit ist die Hochschulkooperation. Laut Hochschulkompass der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) existieren zurzeit 521 Kooperationsabkommen (Stand März 2015) zwischen deutschen und australischen Universitäten. Im asiatisch-pazifischen Raum unterhalten deutsche Universitäten nur mit China und Japan mehr Kooperationsabkommen.

Wichtigstes Instrument der bilateralen Hochschulzusammenarbeit ist der Austausch von Studierenden und Wissenschaftlern, dessen finanzielle Förderung in erster Linie durch den Deutschen Akademischen Auslandsdienst (DAAD) erfolgt. Der DAAD konnte das 2008 gestartete Austauschprogramm mit der Group of Eight, den acht wichtigsten australischen Universitäten, durch eine im Dezember 2014 unterzeichnete Vereinbarung mit Universities Australia, der Dachorganisation der australischen Universitäten, mittlerweile auf mehr als 30 der insgesamt 39 australischen Universitäten ausdehnen.

Australische Wissenschaftler zählen zu den erfolgreichsten Antragstellern für die Programme der Alexander von Humboldt-Stiftung. 2014 hat die Stiftung 27 Forschungsstipendien und 2 Forschungspreise an australische Wissenschaftler vergeben.

Im Rahmen des BMBF-geförderten Programms „Deutsche Forschungspräsenz in Asien“ haben die TU Braunschweig und die University of New South Wales in Sydney seit 2009 eine deutsch-australische Forschergruppe aufgebaut, die mit einem multidisziplinären Team im Bereich „Nachhaltige Produktion und Life Cycle Management“ Wissen und technische Lösungen entlang des gesamten Produktkreislaufs erarbeitet.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert seit Ende 2012 das erste deutsch-australische Graduiertenkolleg mit dem Thema „Molekulare Pathogenese männlicher Reproduktionsstörungen“ zwischen der Universität Gießen und der Monash University in Melbourne. In diesem Programm forschen Doktoranden auch über einen längeren Zeitraum beim ausländischen Partner. Weitere Vorhaben dieser Art  sind in Vorbereitung.

Zusammenarbeit mit Europa

Connecting Australian-European Science and Innovation Excellence (CAESIE) ist ein bilaterales Partnerschaftsprojekt zwischen der EU und Australien. Das Ziel des von der EU-Kommission unterstützten Projektes ist die Förderung und Entwicklung der Zusammenarbeit in Wissenschaft, Technologie und Innovation. CAESIE fokussiert speziell auf die Zusammenarbeit zwischen kleinen und mittleren Unternehmen und Wissenschaftlern, welche gemeinsam Beiträge zur Lösung der folgenden gesellschaftlichen Herausforderungen erarbeiten sollen: Saubere Energie, Gesundheitstechnologien für die alternde Gesellschaft und nachhaltige Stadtentwicklung.