Autoimmunkrankheiten: Neu gegründetes Unternehmen erforscht innovative Therapie

Unternehmensgründungen helfen, Forschungsergebnisse schnell in die Anwendung zu bringen – so zum Beispiel auch Topas Therapeutics. Im neu gegründeten Unternehmen werden Therapien gegen Autoimmunerkrankungen entwickelt.

Fortschritte bei der Behandlung von Autoimmunerkrankungen erzielen – das ist das Ziel der neu gegründeten Topas Therapeutics GmbH. Das Unternehmen ist hervorgegangen aus dem vom Bundesforschungsministerium geförderten Projekt „NANOdeLIVER“ am Universitätsklinik Hamburg Eppendorf. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben eine innovative Therapie entwickelt, die auf Nanopartikeln basiert. Eine Gruppe internationaler Kapitalgeber fand die ersten Ergebnisse sogar so überzeugend, dass sie 14 Millionen Euro Wagniskapital für eine Firmengründung zur Verfügung stellte.

Autoimmunerkrankungen sind chronisch entzündliche Krankheiten, bei denen das Immunsystem körpereigene Zellen angreift. Dazu gehören Multiple Sklerose, Diabetes Typ I, rheumatoide Arthritis und viele mehr. Epidemiologen gehen davon aus, dass etwa 5 Prozent aller Menschen in Deutschland von einer Autoimmunerkrankung betroffen sind. Die Symptome können ganz unterschiedlich sein. Oft lassen sie sich mit modernen Arzneimitteln lindern. Heilbar sind diese Krankheiten aber noch nicht, und ihre Ursachen sind auch noch nicht bekannt.

Translation: Aus der Forschung schnell in die Praxis

Die Idee der Hamburger Forscher um den Mediziner Johannes Herkel ist nun, das Immunsystem von Menschen mit Autoimmunerkrankungen dazu zu bringen, die körpereigenen Zellen nicht mehr anzugreifen, sondern zu tolerieren. Dazu setzen sie Nanopartikel ein, die mit körpereigenen Eiweißen beladen sind. Das Besondere daran ist, dass nicht wie in gängigen Verfahren jede Immunreaktion unterdrückt wird. Stattdessen wird eine Toleranz des Immunsystems gegenüber bestimmten Zellen induziert – nämlich denjenigen, die zuvor fälschlicherweise als körperfremd erkannt und attackiert wurden.

Dass dieses Wirkprinzip auch tatsächlich funktioniert, konnte in der präklinischen Entwicklungsphase schon gezeigt werden. Vorstellbar ist, dass es künftig nicht nur für die Behandlung von Autoimmunerkrankungen, sondern auch bei Allergien und Unverträglichkeiten eingesetzt werden kann.

Die Topas Therapeutics GmbH entwickelt diese Erfindung weiter und plant bereits für das Jahr 2017 ein erstes eigenes klinisches Entwicklungsprogramm zur Behandlung der multiplen Sklerose.

Gefördert vom Bundesforschungsministerium

Die erfolgreiche Arbeit der Hamburger Gruppe wäre ohne die Förderung des Bundesforschungsministeriums nicht möglich gewesen. Im Umfeld des vom Bundesforschungsministerium und Mittelgebern aus der Wirtschaft unterstützen Konsortiums NEU², hervorgegangen aus dem Biopharma-Wettbewerb, konnten die Wissenschaftler ihre Ideen entwickeln. Das Bundesforschungsministerium legt besonderes Augenmerk darauf, Ideen zu fördern, die den Menschen zu Gute kommen.