Avicenna fördert muslimische Studierende

Das neue Begabtenförderungswerk vergibt die ersten 65 Stipendien, zwei Drittel davon an Frauen. „Das ist ein historischer Schritt und Zeichen der Anerkennung für Muslime in Deutschland“, sagte der Parlamentarische Staatssekretär Thomas Rachel.

Das Avicenna-Studienwerk hat in einer feierlichen Zeremonie in Berlin zum ersten Mal 65 leistungsstarke und sozial engagierte muslimische Studierende und Promovierende als Stipendiaten aufgenommen – knapp zwei Drittel von ihnen sind Frauen. Das muslimische Avicenna-Studienwerk ist das jüngste der dreizehn staatlich geförderten Begabtenförderungswerke in Deutschland. Diese spiegeln mit ihrer jeweiligen Ausrichtung das weltanschauliche und gesellschaftliche Spektrum Deutschlands wider. Zu dieser Pluralität gehört auch das große Engagement der Religionen und Konfessionen für die Begabtenförderung, die – wie auch die anderen Werke - mit ihren Profilen und mit ihren Stipendiatinnen und Stipendiaten für die Kraft der Zivilgesellschaft und für den interreligiösen Dialog stehen.

Gruppenbild der Avicenna Stipendiaten © Avicenna Studienwerk

„Das ist ein historischer Schritt und Zeichen der Anerkennung für Muslime in Deutschland“, sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesbildungsministerium Thomas Rachel bei der Aufnahmezeremonie. „Die Landschaft der bisherigen Begabtenförderungswerke wird durch das Avicenna-Studienwerk noch reicher. Mit der Unterstützung des muslimischen Avicenna-Studienwerkes machen wir deutlich, wie wichtig uns Integration ist. Begabte und engagierte muslimische Studierende und Promovierende sollen, wie andere auch, die Chance haben, sich um eine Förderung durch ein Begabtenförderungswerk zu bewerben, das ihrer Religion nahesteht.“

Allein bis 2018 stellt das Bundesministerium für Bildung und Forschung etwa 10 Millionen Euro für die Stipendien des Avicenna-Studienwerks zur Verfügung. Die Stiftung Mercator unterstützt das Werk in der Aufbauphase mit einer Million Euro. Mit dem muslimischen Avicenna-Studienwerk wird neben dem katholischen Cusanuswerk, dem jüdischen Ernst-Ludwig-Ehrlich-Studienwerk und dem Evangelischen Studienwerk Villigst eine weitere große Weltreligion repräsentiert.

Dabei fügt sich die Aufnahme des Avicenna-Studienwerks in eine Reihe von Aktivitäten ein, mit denen das Bildungsministerium die Integration durch Bildung fördert. So hat die Gründung von vier Zentren für Islamische Studien in Münster/Osnabrück, Tübingen, Erlangen/Nürnberg und Frankfurt/Gießen den Anstoß gegeben, Raum für muslimische Gelehrsamkeit zu schaffen, die im deutschen Wissenschaftssystem wirkt und zu seiner Vielfalt beiträgt.