Batterie-Souveränität Deutschlands weiter ausbauen

"Mit der Standortentscheidung ist der Startschuss gefallen für ein neues, erfolgsversprechendes Kapitel in der deutschen Batteriezellenproduktion", betonte Staatssekretär Wolf-Dieter Lukas im Rahmen des Batterieforums 2020.

Batterieforum 2020
Wolf-Dieter Lukas, Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, während seiner Rede beim Batterieforum 2020. © BMBF/Hans-Joachim Rickel

Es gilt das gesprochene Wort.

Sehr geehrter Herr Straube,
sehr geehrter Herr Professor Winter,
sehr geehrter Herr Dr. Grieb,
meine sehr verehrten Damen und Herren!

Ich freue mich sehr darauf, heute gemeinsam mit Ihnen das neue „Batterie-Jahr“ einzuläuten. Denn das Batteriejahr beginnt ja mittlerweile aus guter Tradition erst mit dem Batterieforum Deutschland in Berlin. Insbesondere freue ich mich, dass Sie heute hier sind, denn Sie alle sind ein wichtiger Standortfaktor für die Batterie in Deutschland. Personal, Qualifikation, Forschung, das sind wichtige Faktoren für die Ansiedelung von Unternehmen wie beispielsweise CATL und Tesla. Unsere gemeinschaftlichen Anstrengungen, die wir im Jahr 2007 begonnen haben, zeigen weiter Wirkung.

Wir haben wieder eine gute Forschungslandschaft in Deutschland und wir unterstützen die gesamte Wertschöpfungskette Batterie. Wer Zugang zu dieser Forschungsplattform sucht, muss nach Deutschland kommen. Es ist einiges in Bewegung und es gibt eine Reihe von Investitionsentscheidungen rund um die Batteriezelle durch die Industrie. Ich denke, wir haben allen Grund zur Zuversicht!

Batterietechnik ist für den Wohlstand des Innovationslandes Deutschland eine der entscheidenden Schlüsseltechnologie. Die Batterietechnologie ist die Schlüsseltechnologie für viele und vielfältige industrielle Anwendungen, die Mobilität und die Energiewende. Daher wollen wir die technologische Batterie-Souveränität Deutschlands weiter auf- und ausbauen. In der Hightech-Strategie haben wir uns deshalb mit einer unserer ganz großen Missionen den Aufbau der Batteriezellproduktion in Deutschland vorgenommen. Die klare Botschaft ist: Wir müssen vorne dabei sein, wenn die Batterietechnik der Zukunft entwickelt wird. Die Bundesregierung setzt alles daran, dass Deutschland in der Batterieforschung in Europa und der Welt künftig wieder zum Taktgeber wird! Forschungsförderung allein kann wenig ausrichten. Wenn Wirtschaft und Forschungseinrichtungen jedoch gemeinsam agieren, dann können wir gemeinsam in Deutschland, Europa und der Welt auch große Erfolge feiern. Das ist unser Anspruch und deswegen investiert die Bundesregierung wie noch nie zuvor in die Batterietechnik. 

Der Blick zurück: Allein das BMBF hat die Batterieforschung seit 2008 mit rund 530 Millionen Euro gefördert. Der Blick nach vorne: Bis 2023 werden wir mehr als eine Milliarde Euro in die Batterieforschung investieren. Hinzu kommt die Förderung der industriellen Batteriezellproduktion durch das BMWi, noch einmal mehr als eine Milliarde Euro. Aber die Batteriezellproduktion hat längst eine europäische Dimension und es gibt viele Initiativen, die mit der deutschen Forschungslandschaft wechselwirken. Auch mit Blick auf die Industrie hat die europäische Kommission das erste IPCEI-Vorhaben gebilligt. Wir haben als Bundesregierung gemeinschaftlich ein Paket geschnürt, das Forschung, Entwicklung und Industrie mit dem notwendigen Rückenwind für den internationalen Wettbewerb ausstattet. 

Frau Bundesministerin Karliczek hat das Dachkonzept „Forschungsfabrik Batterie“ vor einem Jahr erstmalig hier bei Ihnen auf dem Batterieforum vorgestellt. Ziel: Batterieforschung entlang der gesamten Wertschöpfungskette Batterie stärken und den Transfer in die industrielle Anwendung deutlich beschleunigen. Wir bauen gemeinsam eine weltweit einzigartige „Innovationspipeline“ für die relevanten Batterie-Themen, die von den Materialien über die Prozesse und Zellen bis hin zum Gesamtsystem alle Bereiche abdecken soll.

Die internationale Konkurrenz ist hellwach! Debatten um Standortentscheidungen haben im zurückliegenden Jahr für enorme mediale Aufmerksamkeit gesorgt. Unsere Mitbewerber sitzen nicht in Ulm oder Münster. Sie sitzen in Südkorea und China. Das Erfolgsrezept der vergangenen Jahre sollte Richtschnur für den Erfolg der kommenden Jahre sein:

  • Wir setzen massiv Mittel ein!
  • Wir forschen und arbeiten mit größtem Einsatz!
  • Und wir legen höchste Kooperationsbereitschaft an den Tag!
  • Wir = Bund + Länder + Zentren + Industrie!
     

Sie sehen: Es ist jetzt Zeit, nach vorne zu schauen! Mit der Standortentscheidung ist der Startschuss gefallen für ein neues, erfolgsversprechendes Kapitel in der deutschen Batteriezellenproduktion. Es herrscht Aufbruchsstimmung in Deutschland. In der Bundesregierung ziehen alle nicht nur am selben Strang. Sie ziehen auch noch in die gleiche Richtung. 

Diese Chance kann die Community am besten ergreifen, wenn sie geschlossen auftritt. Meine Botschaft an Sie ist glasklar: Jetzt geht es richtig los! Mit Prof. Winter, Herrn Prof. Kampker und Herrn Prof. Klocke kann Großartiges in Münster für Deutschland entstehen. Die Industrie hat großes Interesse bekundet und unterstützt den Aufbau der Forschungsfertigung. Jetzt heißt es für alle: Gestalten oder gestaltet werden. Die Motivation ist hoch und das gegenseitige Zutrauen enorm. Hier kommen die besten Köpfe mit den richtigen Aufgaben zusammen. Alles in allem: Eine Riesenchance für Deutschland!

Meine sehr geehrten Damen und Herren, Jetzt sind Sie am Zug. Nutzen Sie die Förderinstrumente. Lassen Sie uns alle gemeinsam diese Erfolgsgeschichte schreiben, um die Wertschöpfungskette in Deutschland und Europa zu stärken. 

Lieber Herr Straube, lieber Herr Krausa, lieber Herr Professor Winter, Ihnen und Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern danke ich für die gute Organisation der Veranstaltung. Wir stehen vor einem spannenden Batterieforum Deutschland 2020 mit interessanten und sicherlich auch manchmal kontroversen Diskussionen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine erfolgreiche Veranstaltung.

Vielen Dank.