Batterien für die Energiewende

Gemeinsam für eine starke Batterieforschung: Auf der Forschungsplattform CELEST wollen 29 Forschungsinstitute ihre Expertise zur elektrochemischen Energiespeicherung bündeln – und so die industrielle Batteriezellfertigung in Deutschland vorantreiben.

"Innovationen statt Verbote", fordert Staatssekretär Christian Luft. Die Elektromobilität könne beim Klimaschutz eine wesentliche Rolle spielen. © Heiko Grandel/Uni Ulm

Der Weltklimabericht 2018 hat gezeigt: Die Menschen müssen den Ausstoß von Treibhausgasen deutlich verringern. Andernfalls drohen dem Planeten Erde in naher Zukunft unwiderrufliche Schäden. Großes Potenzial zu Reduktion von klimaschädlichen Treibhausgasen hat der Verkehrssektor: Auf diesen gehen alleine in Europa ein Viertel der CO2-Emissionen zurück. Und diese steigen von Jahr zu Jahr. Um diesen Trend aufzuhalten, müssten die Menschen beispielsweise weniger fliegen oder öfter ihr Auto stehen lassen. Doch das kommt nur für wenige Europäer infrage, wie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im vom Bundesforschungsministerium geförderten Projekt HOPE herausfanden. Das Projekt zeigt: Wir brauchen technische Lösungen, die zum Klimaschutz beitragen und gleichzeitig nicht die Mobilität der Bürgerinnen und Bürger einschränken.

Batterien sind eine Schlüsseltechnologie für die Energiewende

„Innovationen statt Verbote. Hier kann die Elektromobilität eine wesentliche Rolle spielen“, sagt Forschungsstaatssekretär Christian Luft. „Voraussetzung dafür sind leistungsfähige Batterien – am besten aus Deutschland. Daher unterstützt das Bundesforschungsministerium die Batterieforschung und den Transfer in die industrielle Anwendung.“ Denn klar ist: Batterien sind eine der wichtigsten Schlüsseltechnologien für eine Vielzahl von Anwendungen vom Elektrofahrzeug bis zum stationären Stromspeicher für die Energiewende. Doch bisher werden keine Batteriezellen in Deutschland oder Europa produziert. Um das zu ändern, hat das BMBF im Januar 2019 das Dachkonzept „Forschungsfabrik Batterie“ vorgestellt,  für das in den kommenden vier Jahren 500 Millionen Euro bereitstehen. Ziel des Konzepts ist eine konkurrenzfähige industrielle Batteriezellfertigung in Deutschland.

CELEST bündelt Know-How

Grundlage dafür ist unter anderem eine starke Forschung zur elektrochemischen Energiespeicherung. In Ulm und Karlsruhe haben daher 29 Forschungsinstitute einen virtuellen Dachverband gegründet: Im „Center for Electrochemical Energy Storage Ulm & Karlsruhe“ (CELEST) bündeln sie ab sofort ihr Know-How. Gemeinsam wollen die Forschenden vor allem die Entwicklung von Lithium-Ionen-Batterien, Post-Lithium-Batterien sowie alternativen elektrochemischen Speicher- und Umwandlungsvorrichtungen wie Brennstoffzellen vorantreiben. „Ich freue mich, dass zukünftig die verschiedenen Forschungsstränge durch das virtuelle Zentrum noch besser gebündelt und vernetzt werden können“, sagt Christian Luft bei der Eröffnungsfeier.

Exzellenzcluster POLiS

Die Motivation zur Gründung von CELEST ist die im September 2018 vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und der Universität Ulm gewonnene Ausschreibung zum Exzellenzcluster zum Thema Energiespeicherung jenseits von Lithium-Ionen-Batterien (POLiS). Seit Förderbeginn 2019 erhält der Exzellenzcluster jährlich über die kommenden sieben Jahre bis zu 10 Millionen Euro. Gemeinsam mit den anderen bereits laufenden Forschungsinitiativen zur Energiespeicherung wird Ulm damit zu einem der größten Zentren für Elektrochemie und Energiespeicherung weltweit. Die Forschungsplattform CELEST dient dazu, die Kompetenzen der Forschungspartner stärker zu bündeln und die Zusammenarbeit zu intensivieren.