Batterien "Made in Germany"

Beim Batterieforum in Berlin tauschen Expertinnen und Experten Erfahrungen zur Batterieforschung und -produktion aus, um Deutschland für den globalen Wettbewerb zu rüsten. Das Forum geht auf eine Initiative des Bundesforschungsministeriums zurück.

Forschungsstaatssekretär Georg Schütte spricht beim Batterieforum 2018 über nachhaltige Batteriezellproduktion in Deutschland. © BMBF/Hans-Joachim Rickel

Was kann Deutschland tun, um technologisch und wirtschaftlich im globalen Wettbewerb um die Batterieforschung- und -fertigung bestehen zu können? Das diskutieren Forscher, Materialhersteller, Anlagen- und Maschinenbauer, Komponenten-, Zell- und Batteriehersteller sowie Anwender vom 24. bis 26. Januar beim Batterieforum. Die Expertinnen und Experten sind zum Erfahrungs- und Knowhow-Austausch nach Berlin gekommen. Ihr Ziel: Durch die Zusammenarbeit und die Bündelung des Know-hows aus allen Teildisziplinen wollen sie leistungsfähige Batterien am Standort Deutschland entwickeln und in die Anwendung bringen. Das Batterieforum Deutschland wurde 2013 mit Unterstützung des Bundesforschungsministeriums ins Leben gerufen und findet jährlich statt.

Schwelle überschritten: Elektroautos brauchen mehr Batteriekapazität als die Computer- und Unterhaltungselektronik

Für Medizin- und Gartengeräte, Hochleistungswerkzeuge oder Industrieanwendungen werden ebenso leistungsstarke Batteriezellen benötigt wie für stationäre Anwendungen in den Stromnetzten und bei Photovoltaikanlagen oder Hausspeicheranwendungen. Dabei werden auch in Zukunft Lithium-Ionen-Batterien eine große Rolle spielen, wie ein Blick auf den Weltmarkt zeigt: Das Wachstum bei den Batterien ist enorm, beispielsweise betrug das Wachstum für Lithium-Ionen-Batterien in den letzten zehn Jahren rund 23 Prozent pro Jahr. Die Batterie spielt aus wirtschaftlicher und strategischer Sicht eine besondere Bedeutung für den Standort Deutschland. Mittlerweile wird für Elektroautos erstmals mehr Batteriekapazität benötigt als für die Computer- und Unterhaltungselektronik. Das ist erst der Anfang eines großen Nachfrageanstiegs, der perspektivisch auch die gesamte Zuliefererkette für die Elektromobilität verändern wird. Die Nachfrage an Batterie-Kapazität für das Jahr 2025 wird auf rund 1000 GWh prognostiziert.

Um Deutschland im globalen Wettbewerb zu stärken, unterstützt das Bundesforschungsministerium die Batterie und die Etablierung einer Batteriezellproduktion seit 2008 mit vielfältigen und auf den Bedarf der Forschung und Industrie zugeschnittenen Initiativen. Ein Beispiel ist die Fördermaßnahme „Batterie 2020“, mit der das Bundesforschungsministerium der Industrie dabei hilft, die Batterieforschung, -produktion und -anwendung gemeinsam mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen voranzutreiben und neue Konzepte zu entwickeln.

Industrie ist sich einig: Eine wettbewerbsfähige Zellfertigung in Deutschland ist möglich.

Beim Batterieforum im vergangenen Jahr hat sich eine Keimzelle aus Unternehmen der Chemiebranche, des Maschinen- und Anlagenbaus, Zulieferern und Anwendern gegründet. Das Ziel war der Aufbau einer wettbewerbsfähigen Zellfertigung in Deutschland. Diese Initiative hat zur erfolgreichen Gründung des Unternehmens TerraE geführt.

Eine Zellfertigung alleine reicht aber auf Dauer nicht aus, um auch zukünftig erfolgreich zu sein: Nachhaltigkeit ist nur gegeben, wenn neben dem Aufbau der Fertigung parallel auch erheblich in den Aufbau eines entsprechenden Forschungsbereiches und schlussendlich in ein gesamtes Öko-System zur Batterie investiert wird und es einen Plan zur Erreichung einer globalen Wettbewerbsfähigkeit gibt.

Am Vortag des Batterieforums wurde dies bei einem Treffen mit Vertretern aus der Industrie entlang der gesamten Wertschöpfungskette Batterie unter der Leitung von Forschungsstaatssekretär Georg Schütte bestätigt. Um auch zukünftig im Wettbewerb bestehen zu können, muss die Politik  forschungsseitig die Grundlagen legen, um eine nachhaltige Batteriezellproduktion in Deutschland zu unterstützen, sagte Schütte. Das Bundesforschungsministerium wird die wiedererstarkte Batterieforschung weiter auf dem Weg in Richtung Industrialisierung von Forschungsergebnissen unterstützen. Dabei stehen zukünftig vier wesentliche Handlungslinien im Fokus:

  1. Unterstützung von Lithium-Ionen-Batterien mit flüssigen Elektrolyten,
  2. Unterstützung von Festkörper-Batteriesystemen,
  3. Unterstützung alternativer Batteriesysteme und
  4. Unterstützung der Industrie im Hinblick auf eine europäischen Batterie-Allianz durch den Aufbau einer „Forschungsfabrik Batterie“ im Kontext einer möglichen Einrichtung eines sogenannten „wichtigen Projektes von europäischem Interesse (IPCEI: Important Project of Common European Interest)“ für die Batteriezellproduktion.