„Bei den Zukunftstechnologien in der Weltspitze sein“

Bundesministerin Anja Karliczek spricht im Interview mit der Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft über verstärkte Investitionen in Zukunftstechnologien, grünen Wasserstoff und die Bedeutung von Rechtschreibunterricht.

Anja Karliczek, Bundesministerin für Bildung und Forschung. © BMBF/Laurence Chaperon

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek sieht gute Chancen, die 20er Jahre zu einem erfolgreichen Jahrzehnt zu machen. „Deutschland ist Innovationsland. Und das soll es auch bleiben. Aber wir müssen unsere Anstrengungen für Bildung, Forschung und Innovation in den nächsten Jahren noch einmal verstärken. Unser Ziel ist ganz klar, bei den Zukunftstechnologien möglichst überall mit in der Weltspitze zu sein.“, sagte Karliczek im Interview mit den Zeitungen der Neuen Berliner Redaktionsgemeinschaft.

Die Ministerin kündigte nicht nur Investitionen in die Entwicklung und Erforschung von Quantencomputern an, sie warb auch einmal mehr darum, die Anstrengungen beim Thema Wasserstoff zu erhöhen.

„Grüner Wasserstoff, also Wasserstoff, der aus Sonne- und Windenergie erzeugt wird, ist für mich der Energieträger der Zukunft. Er speichert – vereinfacht gesagt – diese Energie. Der Wasserstoff kann dann überall verwandt werden, etwa als Autoantrieb oder zum Heizen. Und: Wasserstoff kann in der Industrie eingesetzt werden, um CO2-Emmissionen zu senken“, sagte sie. Das sei auch deshalb wichtig, weil die Akzeptanz von Windenergie in Deutschland langsam in ihre Grenzen stoße.

Karliczek unterstrich in dem Interview auch die Rolle der Rechtschreibung in der Bildung und reagierte damit auf Äußerungen des Baden-Württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann. Er hatte kürzlich gesagt, er halte Rechtschreibunterricht angesichts der sinkenden Bedeutung der Handschrift und der guten Unterstützung durch Computerprogramme für nicht mehr so wichtig.

„Sprache und Rechtschreibung sind Teil unserer Kultur. Die Beherrschung der Muttersprache in Wort und Schrift ist elementare Voraussetzung für das Leben. Es ist wichtig, dass wir diesen Kulturgütern einen hohen Stellenwert einräumen. Recht hat der Ministerpräsident zwar insofern, als es Programme gibt, die die Rechtschreibung kontrollieren. Eine gute Schulbildung muss aber mehr leisten“, sagte Karliczek dazu.