Berufsbildung 4.0

Anlagenmechaniker statten unsere Wohnungen mit smarter Technik aus, Dachdecker nutzen Drohnen: Auch im Beruf ist digitales Wissen gefragt - und die Berufsausbildung bereitet darauf vor. Das Bundesbildungsministerium unterstützt diese Entwicklung.

Computertechnik im Betrieb: KFZ-Mechatronikerin in Berlin-Zehlendorf © BMBF/Hans-Joachim Rickel

Der sichere Umgang mit Computer- und Informationstechnik gewinnt immer mehr an Bedeutung. So sind digitale und IT- Kompetenzen neben Lesen, Schreiben und Rechnen mittlerweile zur vierten Schlüsselkompetenz in der Berufsausbildung geworden. Für die Arbeit der Zukunft ist es wichtig, IT- und Medienkompetenzen schon in der allgemein- und berufsbildenden Schule zu vermitteln.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat darum im Sommer 2016 eine Initiative Berufsbildung 4.0 gestartet, die in Kooperation mit dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) darauf zielt, neue Maßnahmen für eine zukunftsfeste, attraktive und wettbewerbsfähige Berufsausbildung zu gestalten und sie mit weiteren BMBF-Initiativen zur Digitalisierung zusammenzubringen. So wird auch die Digitale Agenda der Bundesregierung unterstützt.

Fachkräftequalifikation für die digitalisierte Arbeit

Zu den wesentlichen Elementen von Berufsbildung 4.0 zählt die neue, von BMBF und BIBB gemeinsam getragene Forschungsinitiative "Fachkräftequalifikation und Kompetenzen für die digitalisierte Arbeit von morgen". Im Dialog mit den Unternehmen werden in ausgewählten Berufen die von der Digitalisierung betroffenen Arbeitsplätze im Hinblick auf Arbeitsprozesse, Tätigkeiten und Qualifikationsbedarfe untersucht. Ziel ist es, frühzeitig die sich verändernden Anforderungen an die Qualifikation der Facharbeiter und Facharbeiterinnen zu erkennen, die quantitativen und qualitativen Auswirkungen zu erfassen und ein Früherkennungssystem aufzubauen. Die Initiative untersucht zudem die Bedeutung digitaler Kompetenzen von Auszubildenden wie Ausbilderinnen und Ausbildern für die erfolgreiche Bewältigung einer Berufsausbildung.

Digitalisierung in überbetrieblichen Berufsbildungsstätten

Weiterer Bestandteil von Berufsbildung 4.0 ist das Sonderprogramm des BMBF zur Förderung der Digitalisierung in überbetrieblichen Berufsbildungsstätten (ÜBS) und Kompetenzzentren. Überbetriebliche Berufsbildungsstätten ergänzen die betriebliche Ausbildung in vielen Branchen durch praxisnahe Lehrgänge. Vor allem für kleine und mittlere Unternehmen, die nicht alle notwendigen Ausbildungsinhalte selbst vermitteln können,  sind sie kompetente Partner. Über das Sonderprogramm wird ausgewählte Ausstattung der ÜBS in der Digitalisierung gefördert, wie  zum Beispiel die Anschaffung von 3D-Druckern und sogenannten CNC-Maschinen, die durch moderne Steuerungstechnik in der Lage sind, Werkstücke automatisch herzustellen. Zudem werden in dem Sonderprogramm solche Pilotprojekte in die Tat umgesetzt, Lehr- und Lernprozesse für die Ausbildung weiterzuentwickeln.

Wie wirken die Programme?

Berufsbildung 4.0 filtert die Ergebnisse aus den unterschiedlichen Maßnahmen und Programmen, und prüft diese auf übergeordnete Wirkungen und Impulse. Die Erkenntnisse werden öffentlichkeitswirksam in den Dialog zur Umsetzung der Digitalen Agenda der Bundesregierung eingebracht.
 

Digitale Medien in der beruflichen Bildung

Zu den Aktivitäten von Berufsbildung 4.0 zählt auch das BMBF-Programm „Digitale Medien in der Beruflichen Bildung“. Mit diesem wird ein Beitrag zur Modernisierung und Stärkung der beruflichen Bildung geleistet. Es werden hierbei innovative, digital gestützte Bildungs-, Kommunikations- und Informationslösungen erschlossen, um den Anforderungen für das Lernen und Arbeiten in der digitalen Gesellschaft gerecht zu werden. Flankierend wird die Entwicklung von Konzepten zur Stärkung der Medienkompetenz von Arbeitnehmern und Organisationen gefördert, um das Lernen mit digitalen Medien optimal einzusetzen. Neben der Zielgruppe der Lernenden steht darüber hinaus auch die konkrete Qualifizierung pädagogischer Fachkräfte im Mittelpunkt. Bundesweit werden hierbei mindestens 1.200 Ausbilderinnen und Ausbilder im betrieblichen Ausbildungskontext geschult.