Bessere Impfstoffe und Medikamente für Entwicklungsländer

BMBF verdoppelt Ausgaben für Produktentwicklungspartnerschaften / Wanka: "Dringend öffentliche Investitionen in Diagnose und Medikamente benötigt"

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) investiert ab 2017 50 Millionen Euro für die weitere Förderung für Produktentwicklungspartnerschaften (PDPs) zur Entwicklung von Medikamenten und Impfstoffen in Entwicklungsländern. Im Vergleich zur ersten Förderrunde (2011-2016) wird damit das Volumen für die nächsten fünf Jahre verdoppelt.

PDPs sind internationale Non-Profit-Organisationen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Präventionsmethoden, Diagnostika oder Medikamente gegen vernachlässigte und armutsbedingte Krankheiten zu entwickeln. Die Pharmaindustrie investiert bislang unzureichend in diese Forschung, mangels wirtschaftlichen Anreizes. Vernachlässigte und armutsbedingte  Erkrankungen verursachen den Großteil der Krankheitslast in den armutsgeprägten Regionen der Entwicklungs- und Schwellenländern und haben nur ein begrenztes Marktpotential.

"Wir müssen dieses Ungleichgewicht zwischen hoher Krankheitslast und zu geringer Forschungsfinanzierung auflösen. Deshalb brauchen wir dringend öffentliche Investitionen in innovative Gesundheitsprodukte zur Prävention, Diagnose und Behandlung von Infektionskrankheiten, die Milliarden von Menschen in den ärmsten Regionen betreffen", sagte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka anlässlich der Unterzeichnung der Förderverträge mit den PDPs.

Die Strategie der PDPs ist es, Forschungsmittel einzuwerben und geeignete Entwicklungspartner zu identifizieren, um wichtige Innovationen zur Globalen Gesundheit voranzutreiben. Die Förderung von PDPs ist ein erfolgreicher Bestandteil des deutschen Engagements für die Forschung zur Globalen Gesundheit. Das positive Ergebnis einer externen Evaluierung der ersten Förderrung schuf eine verlässliche Basis für die weitere Förderung. Mit folgenden PDPs wurden bereits Förderverträge abgeschlossen:

  • International Partnership for Microbicides (IPM) für die Entwicklung von sicheren und wirksamen Mikrobiziden für Frauen zur HIV-Prävention
     
  • PATH für die Entwicklung von Malaria Impfstoffe
     
  • Global Alliance for TB Drug Development (TB Alliance) für die Entwicklung von besseren, schneller wirksamen und erschwinglichen Medikamenten gegen Tuberkulose
     
  • Medicines for Malaria Venture (MMV) für die Entwicklung neuer wirksamer Medikamente gegen Malaria
     
  • Drugs for Neglected Diseases initiative (DNDi) für die Medikamentenentwicklung gegen die Afrikanische Schlafkrankheit, Viszerale Leishmaniose, die Chagas Krankheit und Wurmerkrankungen.

Die Unterstützung innovativer Forschungsinstrumente ist ein zentrales Element des BMBF Forschungsprogramms "Globale Gesundheit im Fokus der Forschung" zur Bekämpfung von vernachlässigten und armutsassoziierten Krankheiten. Mit diesem Programm setzt das BMBF im engen Schulterschluss mit den G7-Wissenschaftsministerien die Abschlusserklärung von Elmau um.

Forschung für Globale Gesundheit ist darüber hinaus wichtiger Bestandteil des Konzepts der Bundesregierung zur Gestaltung der weltweiten Gesundheitspolitik.

Mehr Informationen:

www.bmbf.de/pub/Globale_Gesundheit.pdf