Bildung digital

Das Bundesbildungsministerium arbeitet mit zahlreichen Partnern daran, wie digitale Technologien in der Bildung sinnvoll genutzt werden können. Das Ziel ist klar: Neue Bildungschancen für alle nutzbar zu machen.

Der Einsatz digitaler Medien ist kein Selbstzweck. Sie sind immer nur ein Mittel, um leichter, besser und erfolgreicher zu lernen. © dpa/Carmen Jaspersen

Die Digitalisierung ist auch in der Bildung längst Alltag – in den Klassenzimmern, den Hörsälen, Berufsschulen und Betrieben. Virtuelle Bibliotheken speichern das Wissen der Welt, Virtual-Reality-Brillen überwinden räumliche Grenzen, Lern-Apps vereinfachen den Zugang zu Bildung – unabhängig von Zeit und Ort. Das Tempo, mit dem neue Technik Einzug hält, ist hoch. Deshalb ist es wichtig, frühzeitig den richtigen Umgang mit ihnen zu lernen, eine gesellschaftliche Auseinandersetzung darüber anzuregen und die Menschen beim Schritt in digitale Lernwelten zu begleiten.

Zu guter Bildung im 21. Jahrhundert gehören IT-Kenntnisse und der souveräne Umgang mit Technik und Risiken digitaler Kommunikation ebenso wie das Lernen mittels der vielen neuen Möglichkeiten digitaler Medien.

Bundesministerin Johanna Wanka

Digitale Medien sind kein Selbstzweck

Damit die Bürgerinnen und Bürger digitale Medien verantwortungsbewusst nutzen können, bedarf es einer spezifischen „Digitalen Bildung“. Dabei gilt: Der Einsatz digitaler Medien ist kein Selbstzweck. Sie sind immer nur ein Mittel, um leichter, besser und erfolgreicher zu lernen. Das Ziel digitaler Bildung ist deshalb im Kern kein anderes als das von Bildung allgemein: Sie soll Menschen befähigen, sich als selbstbestimmte Persönlichkeiten in einer sich beständig verändernden Gesellschaft zurechtzufinden und verantwortungsvoll ihre eigenen Lebensentwürfe zu verfolgen.

Die Bildungsoffensive des Bundesbildungsministeriums

Mit der Strategie „Bildungsoffensive für die digitale Wissensgesellschaft“ fördert das Bundesbildungsministerium (BMBF) die Vermittlung digitaler Kompetenz und das Lernen mit digitalen Medien. Entlang von fünf Handlungsfeldern werden die Potenziale digitaler Bildung systematisch und für alle Bildungsbereiche erschlossen.

Mehr Forschung zur digitalen Bildung

Um diesen Prozess zu begleiten, ist es notwendig, gesichertes Wissen über Erfolgsfaktoren und Nutzen digitaler Bildung zu gewinnen. Deshalb hat das BMBF die Forschung zur digitalen Bildung erheblich ausgeweitet: Digitale Bildung wird einer der Schwerpunkte des neuen Rahmenprogramms zur Bildungsforschung sein. Schon heute untersucht das BMBF im  Forschungsfeld „Digitale Hochschullehre“, wie nutzbringende digital gestützte Lehre an den Hochschulen aussehen kann. Das Deutsche Internet-Institut wird zudem ab 2017 breit und interdisziplinär zur Digitalisierung forschen; ein Themenfeld wird der Bereich "Bildung und Kompetenzen" sein.

Der 10. Nationale IT-Gipfel

Digitale Medien können Menschen den Zugang zu Bildung erleichtern, bestimmen aber nicht die Inhalte. Trotzdem berühren digitale Medien an einigen Stellen unser grundlegendes Verständnis von Bildung: Was müssen wir in Zukunft wissen? Welche Kompetenzen müssen wir uns aneignen? Welche technischen Möglichkeiten wollen wir nutzen? Welche lehnen wir ab?

Es ist wichtig, Fragen aufzuwerfen und offen darüber zu diskutieren, welche Weichen wir heute stellen müssen, um gut auf die digitale Welt vorbereitet zu sein. Der 10. Nationale IT-Gipfel ist ein wichtiger Ort für diese Debatte. Hier kommen Entscheidungsträger aus Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung und Verwaltung zusammen und beschäftigen sich in diesem Jahr schwerpunktmäßig mit der Digitalisierung im Bildungssektor. Die Plattform „Digitalisierung in Bildung und Wissenschaft“ wird eine Vielzahl an Exponaten und damit verbundenen Projekten zeigen. Etwa die erste „SmartSchool“ in Saarbrücken. Ein weiteres wichtiges Thema: wissenschafts-, forschungs- und wirtschaftspolitische Fragen rund um „Open Data“. Am zweiten Tag des IT-Gipfels wird zudem die gesamte Bildungskette von der schulischen Bildung über die Berufsausbildung bis hin zur Fort- und Weiterbildung in den Blick genommen.
 

Das Lernen und Lehren verändert sich: Studierende in einem Hörsaal. © dpa/picture-alliance/Ulrich Baumgarten