Bildung für nachhaltige Entwicklung

"Wir wollen die Generation sein, die den Wandel zu einer nachhaltigen Gesellschaft schafft", sagte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka auf der konstituierenden Sitzung der Nationalen Plattform Bildung für nachhaltige Entwicklung.

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Der Einzelne kann durch Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) erkennen: Mein Handeln hat Konsequenzen – nicht nur für mich und mein Umfeld, sondern auch für andere. Ich kann dazu beitragen, die Welt ein Stück zu verbessern. Dieses Denken ist dringend notwendig, um Veränderungen anzustoßen und drängende globale Probleme anzugehen.

Neben den ökologischen und ökonomischen Herausforderungen sind soziale Aspekte wie Chancengerechtigkeit oder die Frage nach Lebensqualität von entscheidender Bedeutung.

Bundesministerin Johanna Wanka mit den Mitgliedern der Plattform Bildung für nachhaltige Entwicklung am 20. Juni 2017 im Bundesministerium in Berlin © BMBF/Hans-Joachim Rickel

Nationale Plattform

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka hat am 29. September 2015 zur konstituierenden Sitzung der Nationalen Plattform Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ins BMBF eingeladen. Unter dem Vorsitz von Staatssekretärin Cornelia Quennet-Thielen treffen sich seitdem mehrmals jährlich Entscheidungsträgerinnen und -träger aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft.

Wesentlich unterstützt wird die Plattform durch sechs Fachforen. In den Fachforen sitzen Expertinnen und Experten, die von den Mitgliedern der Nationalen Plattform benannt wurden. Weitere Mitglieder der Fachforen sind die Partnernetzwerk-Sprecherinnen und Sprecher, die den Input der BNE-Aktiven aus ganz Deutschland einbringen. Die Bundesregierung geht damit – auch im internationalen Vergleich – in Vorleistung: wir erfüllen das erste der fünf prioritären Handlungsfelder der Roadmap der UNESCO. Darin enthalten ist die Forderung nach politischer Unterstützung für BNE.

Ziel ist es, nachhaltiges Denken und Handeln in allen Bereichen des Bildungssystems fest zu verankern. Dabei sollen neue Wege beschritten und gute Ideen in die Breite getragen werden. Erfolgreiche Praxisbeispiele werden gezielt gefördert und vorbildliche BNE-Initiativen ausgezeichnet.

Konkrete Vorschläge, wie nachhaltiges Handeln optimal gelernt und strukturell verankert werden kann, sind in einem Nationalen Aktionsplan zusammengefasst, den die Nationale Plattform am 20. Juni 2017 verabschiedet hat. Ein Ziel wird sein, BNE stärker in Curricula, Lehrplänen und Ausbildungsordnungen sowie im informellen Lernen zu verankern.

Fachforen und Partnernetzwerke

An die Nationale Plattform schließen sich sechs Fachforen als zentrale Gremien an. Sie gliedern sich entlang der Bildungskette: frühkindliche Bildung, Schule, berufliche Bildung, Hochschule, informelles und non-formales Lernen/Jugend sowie Kommunen. Die Foren bündeln die Fachkompetenzen zum jeweiligen Thema. Sie erstellen Empfehlungen, Positionspapiere und Orientierungshilfen. Alle sechs  Fachforen haben sich am 15. Januar bei der zentralen Auftaktveranstaltung im BMBF Berlin mit über 120 Teilnehmenden konstituiert. In den vergangenen Monaten haben sie prioritäre Handlungsfelder und konkrete Meilensteine festgelegt, die derzeit mit Zielsetzungen und Maßnahmen unterlegt werden. Gemeinsam wird so ein Nationalen Aktionsplan erarbeitet. Die Fachforen haben ihre Vorschläge für Zielsetzungen bei der vierten Sitzung der Nationalen Plattform vom 07. Februar 2017 vorgestellt und diese mit den Entscheidungsträgerinnen und -trägern aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft diskutiert. Die Zielsetzungen für einen Nationalen Aktionsplan Bildung für nachhaltige Entwicklung wurden zur Freigabe für die Online-Konsultation (15. Februar bis 15. März 2017) beschlossen. Die Online-Konsultation für den Nationalen Aktionsplan Bildung für nachhaltige Entwicklung wurde mit 733 Maßnahmenvorschlägen und 7909 Bewertungen beendet. Die eingegangenen Vorschläge werden in den einzelnen Fachforen diskutiert und in eine Entwurfsfassung des Nationalen Aktionsplans BNE eingearbeitet. Im Sommer 2017 wird auf der Webseite BNE-Portal ein Bericht veröffentlicht, der aufzeigt, wie die Ergebnisse der Online Konsultation im finalen Nationalen Aktionsplan BNE eingeflossen sind.

In allen Fachforen sind Mitglieder der zehn Partnernetzwerke vertreten; sie sind daher ein wichtiges Bindeglied. Die Arbeitsgruppen der UN-Dekade BNE wurden als Partnernetzwerk von der Nationalen Plattform anerkannt und setzen ihre Arbeit fort. Damit tragen sie dazu bei, die Expertise und das Wissen der vergangenen zehn Jahre BNE in Deutschland in das Weltaktionsprogramm einzuspeisen.

Agendakongress

Ein Forum für fachliche Diskussionen und neue Ideen bietet der jährliche Agendakongress. Erstmals trat der Kongress am 11. und 12. Juli 2016 in Berlin zusammen, der zweite Agendakongress "In Aktion" findet am 27. und 28. November 2017 in Berlin statt. Weitere Informationen zum Kongress vom 11. und 12. Juli 2016 finden Sie im Beitrag "Initiativen zur Bildung für nachhaltige Entwicklung ausgezeichnet".

Evaluation

Wie auf internationaler Ebene gefordert, wird die Umsetzung des Weltaktionsprogramms in Deutschland fortlaufend evaluiert. Ein erster Monitoring-Bericht soll im Sommer 2017 vorgestellt werden.

Einmal pro Legislaturperiode legt die Bundesregierung einen Bericht zur Bildung für nachhaltige Entwicklung vor. Der aktuelle Bericht wird zurzeit erarbeitet.

Das UNESCO-Weltaktionsprogramm

An die UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (2005 bis 2014) haben die Vereinten Nationen ein fünfjähriges Weltaktionsprogramm (WAP) angeknüpft. Denn menschliches Zusammenleben ist national und international auf Nachhaltigkeit in allen Lebensbereichen angewiesen. Der Startschuss für das WAP fiel am 12. November 2014 auf der UNESCO-Weltkonferenz im japanischen Nagoya. In der dort verabschiedeten Erklärung werden alle Mitgliedstaaten der UNESCO aufgerufen, ihr Engagement für das Bildungskonzept fortzuführen und zu erhöhen. Deutschland spielte mit einer Delegation unter Bildungsstaatssekretärin Cornelia Quennet-Thielen eine wichtige Rolle. In ihrer Rede stellte sie best practice Beispiele aus Deutschland vor und sicherte zu, dass sich Deutschland auch weiterhin in die internationale Gestaltung der Post 2015-Agenda mit einem klar akzentuierten Bildungsziel einbringen werde.