"Bildung für nachhaltige Entwicklung ist eines der Zukunftsthemen schlechthin"

Staatssekretär Christian Luft hat im Berliner Futurium die BNE-Herbsttagung eröffnet. "Die Frage der Nachhaltigkeit bekommt in der Arbeit des BMBF und auch unserer aller Ressorts eine immer größere Bedeutung", sagte er in seiner Rede.

Staatssekretär Christian Luft eröffnet im Futurium die BNE Herbsttagung.
Staatssekretär Christian Luft eröffnet im Futurium die BNE Herbsttagung. © Florian Gaertner/ photothek

Es gilt das gesprochene Wort.

Sehr geehrter Herr Minister Hirche,

sehr geehrte Damen und Herren,

ich begrüße Sie alle sehr herzlich hier im Futurium zu unserer diesjährigen Herbsttagung. Bildung für nachhaltige Entwicklung ist für mich eines der Zukunftsthemen schlechthin. Bei der letzten Sitzung unserer Nationalen Plattform, vor knapp einem Jahr sagte ich es schon: das Thema Bildung für nachhaltige Entwicklung hat für mich nicht nur dienstlich, sondern auch als Privatperson einen besonderen Stellenwert.

Deshalb freue ich mich sehr, dass ich als Vorsitzender der Nationalen Plattform Bildung für nachhaltige Entwicklung dieses Thema noch enger begleiten darf. Die Frage der Nachhaltigkeit bekommt in der Arbeit des BMBF und auch unserer aller Ressorts eine immer größere Bedeutung. Man muss kein Hellseher sein, um zu sagen, dass diese Rolle in der Zukunft noch sehr viel wichtiger wird – gerade für Deutschland.

Daher ist es richtig, und wir freuen uns sehr darüber, dass die UNESCO ihr künftiges Rahmenprogramm „Education for Sustainable Development: Towards achieving the SDGs“ im Juni 2020 hier in Berlin auf der UNESCO-Weltkonferenz eröffnen wird.

Ziel ist es, BNE noch weiter in die Breite zu tragen, BNE noch sichtbarer zu machen, über BNE noch viel mehr Akteure, ja letztlich die gesamte Bevölkerung zu erreichen. Um BNE noch stärker bekannt zu machen, mehr Akteure zu gewinnen und ein breiteres Verständnis für die Notwendigkeit zu gewinnen, Nachhaltigkeit in unserem Bildungssystem zu verankern, stellen wir heute das Thema Kommunikation in den Mittelpunkt.

Denn „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ – das klingt ja zunächst einmal sperrig. Und wer von Ihnen unter dieser Überschrift schon einmal einen Tweet oder Post in den sozialen Medien abgesetzt hat, merkt schnell, dass die Resonanz doch eher verhalten ist.

Mit dem Begriff ‚Nachhaltigkeit‘ war das mal ähnlich. Aber dort hat sich die Akzeptanz deutlich erhöht. Heute wissen die meisten Menschen in Deutschland, was Nachhaltigkeit bedeutet. Der Begriff ist regelmäßig in den Schlagzeilen und es gibt ja auch immer mehr Menschen, die Nachhaltigkeit ganz praktisch in ihren eigenen Alltag integrieren.

Wir möchten, dass dies auch für Bildung für nachhaltige Entwicklung gelingt. Sie werden daher heute ein paar spannende Beiträge von Kommunikationsprofis hören, wie durch gute Kommunikation Themen stärker in die Öffentlichkeit gerückt werden können. Und viele von Ihnen werden heute noch ausreichend Gelegenheit haben, das Thema Kommunikation in einem gesonderten Workshop zu behandeln.

Ich wünsche Ihnen und dem Thema, dass Sie einen Weg finden, den Begriff BNE so gesellschaftsfähig und akzeptiert zu machen, wie es die Nachhaltigkeit inzwischen ist. Eine gute Kommunikation lebt aber vor allem von guten Inhalten.

In den letzten Monaten haben viele von Ihnen viel Zeit damit verbracht, sich Gedanken über die künftige Gremienstruktur und die Fortsetzung der Arbeit der Nationalen Plattform, der Fachforen und der Partnernetzwerke zu machen. Sie haben außerdem eine Zwischenbilanz Ihrer bisherigen Arbeit zur Umsetzung des Nationalen Aktionsplans ‚Bildung für nachhaltige Entwicklung‘ gezogen. Was ich jetzt schon bilanzieren will, ist: Sie leisten Großartiges!

Sie verwenden viel Engagement, viel private Zeit und auch eigene Ressourcen auf unser gemeinsames Ziel: BNE zu stärken. Dafür sage ich Ihnen an dieser Stelle ausdrücklich Dank. Ich weiß, es ist ein teils sehr schwieriges Unterfangen, ein Thema wie Nachhaltigkeit in die festen Strukturen des Bildungsgeschehens einfließen zu lassen. Aber wir sind in den vergangenen Jahren ein Riesenstück vorangekommen. Das sollten wir nicht vergessen.

Dennoch wird dies auch weiterhin eine Aufgabe bleiben – auch im neuen UNESCO-Programm. Deshalb will ich mit einer Bitte und einem Wunsch abschließen: Lassen Sie in Ihrem unermüdlichen Engagement nicht nach! Arbeiten Sie gemeinsam mit uns weiter an der Umsetzung des Nationalen Aktionsplans Bildung für nachhaltige Entwicklung. Und lassen Sie uns dadurch die richtigen Voraussetzungen schaffen, dass die Nachhaltigkeitsziele umgesetzt werden können.

Die vielen jungen Menschen, die seit einem Jahr für den Klimaschutz auf die Straße gehen, machen uns sehr deutlich, welche Verantwortung wir jetzt haben. Lassen Sie uns daher in den nächsten Jahren gemeinsam für eine Bildung arbeiten, die Nachhaltigkeit so vermittelt, dass sie das Handeln der Menschen prägt; eine Bildung, die nachhaltige Entwicklung selbstverständlich macht.

Mit dem Futurium haben wir einen Ort gewählt, an dem auf eine brillante Weise in die Zukunft geschaut wird, und in dieser Zukunft wird Bildung für nachhaltige Entwicklung eine zentrale Rolle einnehmen.

Ich danke Herrn Dr. Brandt dafür, dass wir trotz des engen Veranstaltungskalenders des Futurium Platz gefunden haben und hoffe für Sie alle, dass Sie noch die Möglichkeit haben, auch einen Blick in die Ausstellung zu werfen. Sie werden das eine oder andere Exponat entdecken, das vielleicht auch Sie als Profis staunen lässt, wie BNE aussehen kann.

Ich wünsche Ihnen allen eine erfolgreiche und zukunftsweisende Tagung – wie sollte es im Futurium auch anders sein – und danke Ihnen nochmal für Ihr großes Engagement.