Bildungsdaten leichter zugänglich machen

In neuem Pilotvorhaben werden Daten aus der Bildungsforschung gespeichert / Wanka: "Mehr Effizienz und Transparenz"

Von Ton- und Videoaufnahmen aus dem Schulunterricht bis hin zu Zahlenkolonnen – mit dem Ausbau der empirischen Bildungsforschung wächst auch die Menge der gewonnenen Forschungsdaten. Doch was geschieht mit diesen Daten, die mit erheblichen Kosten und häufig nicht geringen Belastungen für die untersuchten Schulen und Kindertagesstätten erhoben wurden? Damit diese wichtigen Daten nicht nur kurzfristig genutzt, sondern auch sicher aufbewahrt werden und für die weitere wissenschaftliche Nutzung auffindbar und zugänglich sind, werden sie ab sofort vom Verbund "Forschungsdaten Bildung" aufgenommen.

Der Verbund – ein Zusammenschluss von Forschungseinrichtungen – wird zunächst Daten aus dem Rahmenprogramm des Bundesbildungsministeriums zur Förderung der empirischen Bildungsforschung archivieren und Informationen darüber bereitstellen, welche Daten innerhalb des Rahmenprogramms erhoben wurden, wo sie zu finden sind und wie sie genutzt werden können. 

Das Ministerium fördert das Pilotvorhaben Verbund "Forschungsdaten Bildung" mit dem Ziel, für vorhandene und künftige Daten aus dem Bereich der Bildungsforschung eine Infrastruktur bereitzustellen, um die Daten für Forschungszwecke transparenter und langfristig zugänglich zu machen. "Die Infrastruktur des Pilotvorhabens kann Forscherinnen und Forscher wie Bildungsstätten entlasten und dazu beitragen, dass Fördergelder effizienter eingesetzt werden. Durch die größere Transparenz der Daten werden Doppeluntersuchungen vermieden", sagte die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Johanna Wanka.

In dem Verbund arbeiten drei Institute zusammen: das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB), das Deutsche Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) und das GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften. Jedes Institut bringt sein besonderes Fachwissen ein und sammelt die entsprechenden vielfältigen empirischen Daten. Im IQB sind es vorrangig Daten aus Leistungstests, im DIPF qualitative Daten z. B. Unterrichtsvideos und GESIS wird für Umfragedaten zuständig sein sowie das zentrale Datennachweissystem entwickeln, mit dessen Hilfe ein Überblick über die vorhandenen Daten geschaffen wird.

Die Forschungsdaten werden dezentral bei den drei beteiligten Zentren archiviert und aufbereitet, der Zugriff der Nutzer auf ebendiese Daten erfolgt jedoch zentral. Ein serviceorientiertes Nutzungskonzept sowie Schulungen zum nachhaltigen Datenmanagement ergänzen das Angebot der Institute.

Weitere Informationen:

www.bmbf.de/pub/Flyer_Verbund_Forschungsdaten_Bildung.pdf

www.forschungsdaten-bildung.de