Biodiversität: Forschung für die Artenvielfalt

Biodiversität bildet den Reichtum unserer Welt. Der schleichende Verlust der Artenvielfalt ist eine Herausforderung für Wissenschaft, Gesellschaft und Politik. Das Bundesforschungsministerium fördert zahlreiche Projekte, um die Vielfalt zu erhalten.  

Nahaufnahme von einheimischen Pflanzen.
Ein Viertel der Pflanzenarten in Deutschland ist gefährdet. © Ralf Schindek

Die biologische Vielfalt bildet eine wesentliche Grundlage der menschlichen Existenz. Sie liefert Nahrung, Heilpflanzen und wichtige medizinische Wirkstoffe sowie Naturstoffe (Kleidung, Baumaterial, Werkstoffe) und stellt weitere sogenannte Ökosystemleistungen zur Verfügung, wie zum Beispiel die Klimaregulation. Zudem trägt sie zur Versorgung mit sauberem (Trink-)Wasser bei und bietet Schutz vor Überflutung.

Zur Versorgung einer wachsenden Bevölkerung werden immer mehr natürliche Lebensräume beansprucht, verändert und umgewandelt. Der Verbrauch an Ressourcen wie Boden, Flächen und Wasser nimmt in großem Ausmaß zu. Internationale Studien belegen, dass die Zerstörung von Lebensräumen weltweit voranschreitet und damit zahlreiche Arten unwiederbringlich verloren gehen.

Ein Drittel der Tierarten bedroht

Auch in Deutschland macht sich der Verlust der biologischen Vielfalt bemerkbar: Ein Viertel aller Pflanzenarten und ein Drittel aller Tierarten gelten in ihrem Bestand als gefährdet. Mit dem Ziel, bis zum Jahr 2020 den Rückgang der biologischen Vielfalt aufzuhalten und den Trend umzukehren, fördert das BMBF gemeinsam mit dem Bundesumweltministerium (BMUB) Forschungs- und Umsetzungsmaßnahmen im Rahmen der „Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt“ (NBS).

Ziel der Forschungsförderung des Bundesforschungsministerium ist es, Lösungen zu entwickeln, um den Verlust an Biodiversität zu stoppen und  durch das Entwickeln von dauerhaft tragfähigen Nutzungsstrategien die Bereitstellung von Ökosystemleistungen zu sichern. Nur so können sauberes Wasser, Klimaregulation oder der Abbau von Schadstoffen auf Dauer gewährleistet werden.

Die biologische Vielfalt zu erhalten, ist eine ähnlich große Herausforderung wie der Umgang mit dem Klimawandel. Beide Entwicklungen sind in Ursachen und Auswirkungen eng miteinander verknüpft. Globale Themen dieser Tragweite können nicht ausschließlich im Kontext nationaler Grenzen bearbeitet werden. Deshalb gehört auch die Internationalisierung von Wissenschaft und Forschung zu den Aufgaben der Forschungsförderung durch das Bundesforschungsministerium. Die Suche nach Lösungen kann nur gemeinsam erfolgreich sein.

Artenverlust durch Forschung aufhalten

Für den Erfolg der Forschungsprojekte sind die Zusammenarbeit von natur-, wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Fachdisziplinen sowie eine intensive Kooperation mit weiteren Interessengruppen ausschlaggebend. Deshalb werden Forschungsprojekte national wie international gemeinsam mit Entscheidungsträgern und verschiedenen Akteuren in den Zielregionen entwickelt. So entstehen Handlungsstrategien und Nutzungskonzepte mit dem Ziel einer nachhaltigen Nutzung der biologischen Vielfalt.

Um politische Entscheidungsträger über den Zustand und die Entwicklung der Biodiversität und der Ökosystemleistungen zu beraten, wurde der Weltbiodiversitätsrat (IPBES) gegründet. IPBES stellt Politikern weltweit umfassend und objektiv den aktuellen Wissensstand aus der Biodiversitätsforschung zur Verfügung. Der Weltbiodiversitätsrat forscht nicht selbst, sondern bewertet die Ergebnisse hunderter Forscher weltweit. Darauf basierend stellt er wissenschaftlich gesicherte Handlungsoptionen zum Schutz der biologischen Vielfalt und der Ökosysteme für Entscheidungsfindungsprozesse bereit. Zur Beratung und Unterstützung der Arbeiten von IPBES haben das BMBF und das BMUB im April 2014 die Deutsche IPBES-Koordinierungsstelle am Projektträger im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (PT-DLR) in Bonn eingerichtet.