Bioökonomie – nachhaltige Alternative zur fossilen Wirtschaft

Konferenz des BMEL macht Chancen und Risiken von Bioökonomie als zunehmend wichtigem Teil der globalen Wirtschaft sichtbar

Biobasierte Wirtschaft soll die fossile Wirtschaft, die vor allem auf Rohöl setzt, nach und nach ergänzen – so das Ziel der Bundesregierung in der 2013 beschlossenen Nationalen Politikstrategie Bioökonomie. Wie Bioökonomie dazu beitragen kann und wie sich die Konkurrenz der zunehmenden stofflichen und energetischen Verwendung von Biomasse gegenüber der Ernährungssicherung ausgleichen lässt, wurde auf der Konferenz „Bioökonomie – Nachhaltige Alternative zur fossilen Wirtschaft?“ am Dienstag in Berlin diskutiert.

„Durch die nachhaltige Erzeugung und Nutzung nachwachsender Ressourcen für Produkte und Verfahren wird neues Wirtschaftswachstum möglich. Die Bioökonomie ist ein gutes Beispiel für die Umsetzung der Hightech-Strategie. Bisher nicht oder kaum genutzte Abfallprodukte aus Zucker- und Holzverarbeitung und aus der Lebensmittelindustrie können verwertet werden. Im Automobil-, Bau- und Kosmetikbereich ist es möglich, neue Produkte zu entwickeln. Mit einer starken Bioökonomie können wir den Wandel von einer überwiegend auf fossilen Rohstoffen basierenden Wirtschaft zu einer rohstoffeffizienten Wirtschaft schaffen”, sagte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka zur Eröffnung der Konferenz.

„Es ist eine Frage der Generationengerechtigkeit, begrenzte fossile Rohstoffe, die sich in Jahrmillionen angesammelt haben, nicht innerhalb eines Jahrhunderts zu verbrauchen“, betonte Bundeslandwirtschaftsminister Christan Schmidt in seiner Eröffnungsrede. Fossile Rohstoffe müssten Schritt für Schritt durch nachwachsende Ressourcen ersetzt werden. „Die Landwirtschaft hat vorrangig die Aufgabe, Nahrungsmittel zu erzeugen. Der Einsatz nachwachsender Rohstoffe in der Industrie nimmt aber mehr und mehr an Bedeutung zu“, so Schmidt. Er sah darin vor allem auch Chancen für ländliche Regionen: „Eine starke, diversifizierte und nachhaltige Landwirtschaft, die die Grundlage für eine biobasierte Wirtschaft liefert, sorgt auch für mehr Wertschöpfung in ländlichen Räumen. Das schafft neue Perspektiven für innovatives Wirtschaften. Bioökonomie kann somit auch ein gutes Einkommen für unsere landwirtschaftlichen Betriebe sichern.“ Für den Bundeslandwirtschaftsminister sei jedoch klar: Nachhaltigkeit und Ernährungssicherung müssen beim Ausbau der Bioökonomie Hand in Hand gehen.

Bundesminister Schmidt und Bundesministerin Wanka machten aber auch deutlich, dass bei der Nutzung nachwachsender Rohstoffen für die Industrie und den Energie-bedarf die Ernährungssicherung Vorrang habe. Bis 2050 wird die Weltbevölkerung auf über 9 Milliarden Menschen wachsen. Um den Welthunger zu sättigen, ist nach Ein-schätzung der Welternährungsorganisation FAO eine Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion um 70 Prozent notwendig. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach Biomasse für die stoffliche und energetische Nutzung. „Unser Ziel muss es sein, Ernährung durch den vermehrten Einsatz von nachhaltig erzeugten nachwachsenden Rohstoffen zu sichern. Das wollen wir durch mehr Forschung und Entwicklung unter-stützen, beispielsweise in der Pflanzenzüchtung. Ich denke dabei etwa an Pflanzen, die auf nährstoffarmen Böden gut wachsen können oder an Standorten mit Wassermangel trotzdem gedeihen“, sagte Schmidt.

Anlässlich der Bioökonomie-Konferenz erörterten 350 Vertreter aus Wirtschaft, Wis-senschaft, Zivilgesellschaft sowie Politik aus Europa, Afrika und Asien im Gasometer Schöneberg das Potential die Bioökonomie und welche Rahmenbedingungen dafür erforderlich sind.

Weitere Informationen erhalten Sie im Internet unter:
www.bmbf.de/de/biooekonomie.php
www.bmel.de/biooekonomie und
www.aus-natur-gemacht.de.
www.biooekonomie.de