Bis zu 750 Millionen Euro für Impfstoffentwicklung

Das BMBF legt ein Sonderprogramm zur Entwicklung von Impfstoffen gegen SARS-CoV-2 auf. Es ergänzt andere Maßnahmen, die allesamt darauf abzielen, dass der dringend benötigte Impfstoff schnell und in ausreichendem Umfang verfügbar ist.

Zur Beschleunigung der Entwicklung von Impfstoffen gegen SARS-CoV-2 hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ein Sonderprogramm aufgelegt. Vordringliche Ziele sind die Ausweitung der Entwicklungs- und Produktionskapazitäten in Deutschland sowie die Erhöhung der Probandenzahl in den späteren klinischen Prüfphasen, um bereits in der experimentellen Phase einen erwarteten Effekt für den Schutz besonderer Gruppen, etwa Gesundheitspersonal, zu ermöglichen.

Gegenstand der Förderung sind die klinische Impfstoffentwicklung der Phasen I–III, die Ausweitung der Herstellungs- und Abfüllkapazitäten sowie die Erhöhung der Probandenzahl in Deutschland. Antragsteller müssen alle Gesichtspunkte in ihren Vorhaben berücksichtigen.

Antragsberechtigt sind Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft, die zum Zeitpunkt der Förderung über eine Betriebsstätte in Deutschland verfügen. Es wird erwartet, dass die beantragten FuE-Aktivitäten in der Regel in Deutschland durchgeführt werden. Das Sonderprogramm hat ein Volumen von bis zu 750 Millionen Euro. Spätestes Laufzeitende ist der 31. Dezember 2021. Die Förderung unterliegt dem europäischen Beihilferecht.

Förderanträge können bis zum 15. Juli 2020 vorgelegt werden. Die Förderentscheidung trifft das BMBF unter Einbeziehung eines Expertenrats. In den Expertenrat sollen hochrangige Vertreter aus der Pharmawirtschaft, der klinischen Forschung und der Regulierungsbehörden berufen werden.

Das Sonderprogramm zur Beschleunigung von Forschung und Entwicklung mit dem Fokus auf Deutschland ergänzt andere Maßnahmen der Bundesregierung, die allesamt darauf abzielen, dass der dringend benötigte Impfstoff gegen SARS-CoV-2 schnell und in ausreichendem Umfang in Deutschland, Europa und weltweit verfügbar ist. Aufgrund der beträchtlichen inhärenten Risiken von Impfstoffentwicklungen müssen mehrere Ansätze verfolgt werden, um schnell einen Impfstoff zur Zulassung zu bringen.

Das BMBF fördert bereits mit 230 Mio. Euro die Impfstoffentwicklung zu COVID-19 im Rahmen der internationalen Impfstoffinitiative „Coalition for Epidemic Preparedness Innovations.CEPI“. Dabei wirken CEPI und das Sonderprogramm komplementär, um schnell Impfstoffe zur Verfügung zu haben und gerecht zu verteilen.