Bitkom-Konferenz Bildung 4.0

Rede der Bundesministerin für Bildung und Forschung Johanna Wanka in Berlin

Bundesministerin Johanna Wanka während ihrer Rede im Rahmen der Bitkom-Konferenz Bildung 4.0
Bundesministerin Johanna Wanka während ihrer Rede im Rahmen der Bitkom-Konferenz Bildung 4.0 © Till Budde

Es gilt das gesprochene Wort.

Sehr geehrte Damen und Herren!

Es ist ein gutes Zeichen, dass dieses Jahr 2017 mit einer Konferenz beginnt, die das Thema Bildung 4.0 zum Inhalt hat. Ich freue mich, dass viele Menschen die Digitalisierung unserer Bildungssysteme unterstützen – nicht nur hier im Saal. Ich merke auch bei meinen Begegnungen und Zuschriften, dass immer mehr Menschen das wollen und auch den Mut haben, neue Wege zu gehen.

Der französische Mathematiker und Philosoph Blaise Pascal sagte einmal: „Es gibt bereits alle guten Vorsätze, wir brauchen sie nur noch anzuwenden.“ Dies trifft auch auf die Modernisierung der Bildung in Deutschland zu.

Mein Haus hat im Oktober 2016 die „Bildungsoffensive für die Digitale Wissensgesellschaft“ vorgestellt und damit den Handlungsrahmen aus Sicht des Bundes dargelegt. Die Kultusministerkonferenz hat dann im Dezember vergangenen Jahres ihre Strategie „Bildung in der digitalen Welt“ vorgestellt.

In den Arbeitsgruppen zum IT-Gipfel haben wir diese Ansätze und Vorschläge bereits mit vielen Vertreterinnen und Vertretern aus der Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und aus den Bildungseinrichtungen diskutiert. Nach meiner Einschätzung hat der IT-Gipfel, den wir 2016 in Saarbrücken hatten, gut funktioniert. Von ihm ist ein Impuls für das Thema Bildung in der digitalen Gesellschaft ausgegangen. Das hat viel bewirkt, es ist zu einem zentralen Thema geworden.

Wir sind zur gemeinsamen Erkenntnis gekommen, dass wir die Bildung in Deutschland nicht revolutionieren, aber mit wichtigen Akzenten neu positionieren müssen. Wir möchten, dass die digitale Kompetenz genauso wie Lesen, Schreiben und Rechnen als eine Kulturtechnik vermittelt wird, denn das ist notwendig für ein selbstbestimmtes Leben, für berufliches Wirken und – was ich sehr wichtig finde – für gesellschaftliche Teilhabe. Es ist daher unsere gemeinsame Pflicht, sie den Menschen auch mit auf den Lebensweg zu geben.

Die guten Vorsätze müssen jetzt umgesetzt werden. Es soll in ganz Deutschland spürbar werden, dass wir Bildung modernisieren – nicht nur in den Schulen, sondern auch an Hochschulen und an den Ausbildungsplätzen soll eine digitale Infrastruktur aufgebaut werden, die es ermöglicht, mit guter pädagogischer Begleitung digitale Kompetenz zu erlernen.

Wenn ich sage „wir“, meine ich damit viele:

Uns als Politikerinnen und Politiker auf allen Ebenen – Bund, Land, Kommune. Wir müssen den gemeinsamen Anspruch haben, über alle Ebenen hinweg in digitale Bildung zu investieren.

Ich spreche auch die Unternehmerinnen und Unternehmer an, die von der digitalen Kompetenz der Fachkräfte von morgen profitieren wollen. Dafür müssen sie jetzt in digitale Aus- und Fortbildung investieren – und das tun sie ja auch bereits – sonst haben wir in Zukunft nicht die notwendigen Fachkräfte.

Ich meine vor allem auch die Lehrerinnen und Lehrer: Die sind ganz zentral. Sie werden herausgefordert; sie sollen das digitale Lehren und Lernen konsequent umsetzen. Sie müssen sensibilisiert und dafür ausgebildet und weitergebildet werden, damit sie die Modernisierung im Bildungsalltag meistern können.

Wie es funktionieren kann, haben wir im vergangenen Jahr gezeigt: Unternehmen haben sich zusammen getan und unterstützen in Saarbrücken zwei „Smart Schools“. Das BMBF unterstützt die Entwicklung einer „Schulcloud“. Hier arbeiten das Hasso-Plattner-Institut in Potsdam, der Verein MINT-EC und eine Reihe von Unternehmen zusammen. Wir sind da gemeinsam auf einem guten Weg – vielen Dank für Ihr Engagement!

Die Schulen fit für die Zukunft zu machen, ist eine zentrale Aufgabe. Zu „Bildung 4.0“ gehört aber weitaus mehr als eine mit IT modernisierte Schulbildung. Digitale Bildung darf man nicht reduzieren auf Informatik und Kompetenzen am Rechner. Digitale Bildung bedeutet im umfassenden Sinn, dass man die digitalen Möglichkeiten in allen Schulfächern einsetzt, aber darüber hinaus auch kritische Reflexion und Beurteilungskompetenz vermittelt – gerade mit Blick auf die neuen Informationsquellen oder Fake News. Digitale Bildung beinhaltet nach meinem Verständnis also Beides: sowohl die Fähigkeit zur fachkundigen und verantwortungsvollen Nutzung digitaler Medien als auch das Lernen mit digitalen Medien.

Es gibt tolle Projekte an Schulen, die mir imponiert haben, wo interaktiv gelehrt und gelernt wird. Wir haben sie aber noch nicht flächendeckend, hieran müssen wir arbeiten.

Im digitalen Zeitalter wird von den Menschen ein anderes Qualifikationsniveau, eine große Flexibilität und Eigenverantwortung gefordert. Die Erwartungen variieren von Branche zu Branche und je nach Unternehmensgröße – dazu haben wir Umfragen gemacht. Deshalb brauchen wir an dieser Stelle auch im starken Maße Weiterbildung nach modernen Maßstäben.

Digitale Technologien kommen im rasanten Tempo auf den Markt und das bedeutet: Wir müssen stetig bereit sein, uns auf Neues einzustellen und dazuzulernen. Denn wer digitale Technik zu seinem Helfer macht, der muss sie steuern lernen – ob am Arbeitsplatz oder im Privaten. Man braucht Beurteilungskompetenz. Wir haben eine Veränderung in den Berufsbildern, sei es die Arzthelferin, die ein digitales Röntgengerät bedient, der Bankkunde oder Handynutzer, der eine sichere Online-Überweisung oder Kommunikation gestalten will – das muss vermittelt werden.

Deswegen ist die Formel des „lebenslangen Lernens“, die alles formale und informelle Lernen an verschiedenen Lernorten von der frühen Kindheit bis ins hohe Alter erfasst, wichtiger denn je. Auch als Signal für diejenigen, die Sorge haben, wie es in ihrem Beruf weitergehen mag. Wir möchten diese Sorge nehmen und zeigen, dass wir nicht nur an die Ausbildung der jungen Menschen denken, die in den Arbeitsmarkt einsteigen, sondern an die Breite der Bevölkerung. Deswegen haben wir – seitens des Bundeministeriums für Bildung und Forschung und auch gemeinsam mit dem Bundeministerium für Arbeit und Soziales – in Deutschland eine Bildungs- und Weiterbildungsoffensive gestartet, welche die gesamte Bildungskette anspricht.

Ich möchte drei Schwerpunkte skizzieren, die mein Haus gesetzt hat:

Erstens, die Berufliche Bildung:

Unter der Überschrift „Berufsbildung 4.0“ haben wir vielfältige Aktivitäten und Programme gestartet, um die Berufliche Bildung zu modernisieren. Ein Beispiel dafür ist die Initiative „Fachkräftequalifikation und Kompetenzen für die digitalisierte Arbeit von morgen“ von BMBF und BIBB.

Gemeinsam mit Verbänden, Kammern und Gewerkschaften analysieren wir, welche neuen Qualifikationen und Kompetenzen im Arbeitsmarkt der Zukunft gefragt sein werden, damit rechtzeitig geeignete Möglichkeiten zur Aus- und Weiterbildung geschaffen werden können. Dazu gehören mehrere Ebenen, etwa die Infrastrukturausstattung von Einrichtungen der beruflichen Bildung, die Anpassung von Ausbildungsordnungen und Fortbildungsregelungen oder die Qualifizierung der Ausbilderinnen und Ausbilder.

Digitalkompetenz ist schon heute in allen Berufen gefragt und soll daher flächendeckend in der Berufsausbildung verankert werden. Darüber hinaus ist es wichtig, einzelne Branchen und Tätigkeitsbereiche in den Blick zu nehmen. Denn wir brauchen auch Angebote, die auf Spezifika von Branchen oder Unternehmen zugeschnitten sind.

Welche Auswirkungen hat die digitale Fertigung von Zahnersatz mit 3 D-Druck für die Zahntechnikerin? Was ändert sich durch autonomes Fahren etwa für eine Fahrlehrerin oder einen Berufskraftfahrer? Welche Konsequenzen haben intelligente Gebäudetechnik und Energienetze für den Heizungs- und Klimatechniker?

Mit diesen und anderen Fragen müssen wir uns beschäftigen und dafür haben wir im „Sonderprogramm Überbetriebliche Berufsbildungsstätten“ acht Pilotprojekte gestartet. Wir möchten erreichen, dass die jungen Menschen mit modernen Techniken ausgebildet werden und dies auch am Arbeitsplatz entsprechend weitergeben können – an den Meister oder an Kolleginnen und Kollegen. Flexibilität in der Berufsausbildung ist ein zentraler Punkt.

Eine weitere Unterstützung für Innovation in der Ausbildung – vor allem für den Mittelstand – leisten wir durch das JOBSTARTER-Programm, das es nun schon im zehnten Jahr gibt. Hier können wir immer neue Schwerpunkte setzen.

Die Bilanz dieses BMBF-Programms ist positiv: In über 400 Projekten konnten in den vergangenen zehn Jahren rund 66.000 Ausbildungsplätze akquiriert und besetzt werden. Wichtige Instrumentarien wurden praxisnah entwickelt.

Als ich Landesministerin war, erlebte ich, dass die Bilanz zu den Ausbildungszahlen im Herbst immer ein viel diskutiertes Thema war, da lange Zeit Ausbildungsplätze fehlten. Jetzt haben wir eine andere Situation: Wir haben mehr unbesetzte Ausbildungsstellen als unversorgte Bewerber. In den neuen Bundesländern kann fast jeder zweite Ausbildungsplatz nicht besetzt werden. Deshalb ist es wichtig, dass wir auch die Attraktivität der dualen Ausbildung erhöhen. Moderne Ausbildungen, wie wir sie anstreben, üben auf die jungen, größtenteils medienaffinen Menschen eine große Anziehungskraft aus – das hilft auch der Volkswirtschaft insgesamt. Daher konzentriert sich das aktuelle „JOBSTARTER plus“ auf die Aus- und Weiterbildung in neuen Bereichen.

Auf diese Weise entstehen zahlreiche neue, digital gestützte Bildungslösungen und Ausbildungskonzepte, die junge Menschen in Deutschland für die Arbeitswelt von morgen qualifizieren. Ein aktuelles Beispiel dafür ist auch die Aus- und Weiterbildung im Bereich Cybersicherheit:

Der Bedarf an Experten ist in der IT-Sicherheit besonders hoch und wird weiter steigen. Denn Cyberattacken auf Unternehmen gehören zu den Schreckensszenarien unserer modernen Gesellschaft und können enorme Schäden verursachen, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt werden, wie bei einem Unternehmen, bei dem der Hochofen infolge eines Angriffs unkontrolliert zurückgefahren wurde oder bei einem Kreiskrankenhaus, das durch einen IT-Angriff gefährdet war.

Wir haben in Deutschland einen hohen Forschungsstand und drei Kompetenzzentren für Cybersicherheit, aber die Sensibilisierung und Qualifizierung muss noch in der Breite ankommen, vor allem bei den mittelständischen Unternehmen. Daher fördert mein Haus die „Lernlabore Cybersicherheit“.

Vergangene Woche haben wir das erste Lernlabor in Görlitz eröffnet. Dass sich die Fraunhofer Gesellschaft und Hochschulen dabei zu einer gemeinsamen Initiative zusammengeschlossen haben, ist ein vielversprechender Ansatz für eine praxisnahe Qualifizierung. In Görlitz qualifiziert das Lernlabor zum Umgang mit Sicherheitsrisiken bei kritischen Infrastrukturen, das ist zum Beispiel relevant für beratende Ingenieure bei Wasserwerken oder Energieversorgern. Für sie wollen wir keine „normalen“ Lehrgänge anbieten, sondern neueste Erkenntnisse über Cybersicherheit vermitteln.

Zweitens möchte ich die Digitalisierung in der Hochschulbildung ansprechen.

Die Digitalisierung von Hochschulen bedeutet längst nicht mehr nur Online-Anmeldung für Kurse und Herunterladen von Powerpoint. Es gibt mittlerweile vielfältige Formen und Effekte. Es ist nicht nur eine Frage von Qualitäts- und Effizienzsteigerungen in der Lehre selbst, sondern vor allem interessant für die Bewältigung neuer Herausforderungen, wie Internationalisierung. Was die Auslandsaufenthalte von Studierenden anbelangt, sind wir gut – 37 Prozent aller (Bachelor-) Studentinnen und Studenten gehen während ihres Studiums ins Ausland, was natürlich kulturell wie fachlich Erfahrungen bringt. Es gibt aber immer noch Probleme mit der Anerkennung von im Ausland erbrachten Leistungen und wenn es jetzt Online-Formen gibt, die das erleichtern können, etwa wenn Prüfungen aus der Ferne abgelegt werden können, so wäre das eine Hilfe. Denn wir wollen erreichen, dass jeder zweite Studierende während seines Studiums einmal ins Ausland geht.

Für uns ist wichtig: Wir wollen eine klar strukturierte und verlässliche Unterstützung der Hochschulen im digitalen Zeitalter realisieren. Wir wollen gute Lehre unterstützen und Anreize setzen, neue Lehrmethoden mit digitalen Technologien zu entwickeln und auszuprobieren. Dafür setzen wir bereits eine ganze Reihe von Förderinstrumenten ein: Von dem Qualitätspakt Lehre profitieren derzeit mehr als 150 Hochschulen bei der Einführung digitaler Lehr-, Lern- und Prüfungsformate. Mit der Förderlinie „Forschung zur digitalen Hochschulbildung“ verfolgen wir das Ziel, computerbasiertes, adaptives Lernen und entsprechende Prüfungsformen zu verstärken.

Wenn wir jetzt fragen, wo stehen wir – und das war ja auch eine zentrale Frage dieser Konferenz – dann können wir feststellen, dass wir Hochschulen haben, die in punkto Digitalisierung schon richtig gut aufgestellt sind, aber das haben wir nicht in der Fläche. Es gibt auch das andere Extrem. Deshalb wollen wir die Hochschulen auch weiterhin in ihrer strategischen Weiterentwicklung unterstützen. Dafür haben wir mit dem Hochschulforum Digitalisierung einen guten Partner. In den dortigen Foren und Arbeitsgruppen sind in den vergangenen drei Jahren zahlreiche Studien und Konzeptpapiere entstanden, die wertvolle Erkenntnisse liefern und uns weiterbringen.

Als dritten Schwerpunkt möchte ich noch auf den „DigitalPakt“ eingehen.

Wofür wir Kompetenzen beim Bund haben, das ist die Hochschule über Artikel 91b des Grundgesetzes und für einen gewissen Bereich die berufliche Bildung. Die Schule ist es nicht. Die Schule liegt klar in der Zuständigkeit der Länder. Und Sie wissen: Ich bin eine Verfechterin dieser bewährten Aufgabenteilung im föderalen System. Ich sehe die Vor- und Nachteile – nicht nur weil ich selbst Landesministerin war, sondern weil ich das auch im Vergleich zu anderen Ländern gut einschätzen kann.

Wir haben als Bund nach dem Grundgesetz die Möglichkeit, finanzschwache Kommunen zu unterstützen, zum Beispiel haben wir die Kommunen bei der energetischen Sanierung von Gebäuden unterstützt. Jetzt haben wir mit den Ländern verabredet, dass wir diese Unterstützung erweitern und finanzschwache Kommunen Geld bekommen – dreieinhalb Milliarden – für Schulsanierung, also etwa Sanierung von Sanitäranlagen, Malerarbeiten und ähnliches. Das ist wichtig, aber eine gemalerte Schule reicht nicht für die Zukunft! Wir müssen auch investieren in die digitale Infrastruktur und in die digitalen Lerninhalte der Schulen.

Deshalb habe ich als Teil unserer Strategie „Bildungsoffensive für die digitale Wissensgesellschaft“ den Ländern angeboten, mit dem Bund einen Digitalpakt einzugehen. Ziel ist der Aufbau einer leistungsfähigen digitalen Lerninfrastruktur, also Breitbandanbindung, WLAN-Ausleuchtung etc. für Schulen.

Und zwar nicht als Selbstzweck, sondern als Voraussetzung für erfolgreiche Bildung im digitalen Zeitalter. Diese kann nur durch die Länder umgesetzt werden inklusive der notwendigen pädagogischen Konzepte und der Anpassung der Aus- und Fortbildung von Lehrkräften.

Aber: Technik hat überhaupt keinen Sinn, wenn die Lehrerinnen und Lehrer nicht überzeugt sind, wenn sie sich nicht trauen oder nicht entsprechend aus- und weitergebildet werden. Das ist nicht etwas, was wir vom Bund einfach verordnen können. Deshalb müssen wir in der Bund-Länder-Besprechung aushandeln und festlegen, was die Länder leisten, wenn wir das Geld für die Infrastruktur geben. Lehreraus- und fortbildung, pädagogische Konzepte – das ist notwendig, ebenso wie das Bekenntnis, was die Länder gemeinsam machen werden. Ich denke dabei zum Beispiel an technische Standards, die Vorhaben wie eine zentrale Schulcloud erst ermöglichen. Es ist notwendig, dass wir uns auf technische Standards an deutschen Schulen verständigen.

Es geht hier nicht um die finanzschwachen Kommunen oder um einen Wettbewerb, sondern es geht um alle Schulen – die insgesamt rund 40.000 Schulen – also von der Grundschule, über die Sekundarschule und das Gymnasium bis zur beruflichen Schule, egal ob privat oder staatlich.

Wenn es bis Sommer gelingt, dass sich Bund und Länder auf Eckpunkte verständigen, was jeder Partner beitragen wird, dann kann so ein Digitalpakt – mit den von uns als Hausnummer veranschlagten fünf Milliarden Euro – einen richtigen Ruck für die Zukunft geben. Dann würden wir die digitale Bildung in Deutschland flächendeckend einen großen Schritt weiterbringen. Das wäre natürlich großartig. Dafür müssen wir gemeinsam werben – auch mit Blick auf die Bundestagswahlen. Das letzte Mal haben wir in den Koalitionsverhandlungen viel für den Etat von Bildung und Forschung erreicht, damit das nochmal gelingt, müssen wir eine konzeptionell glaubwürdige Lösung anbieten.

Ich gehe jetzt optimistisch in die Gespräche mit den Ländern, da ich glaube, dass das für alle Bildungsministerinnen und -minister wichtig ist. Ich möchte nicht, dass wir uns jetzt zwar auf eine Strategie verständigen, aber dass dann die Art und Weise der Umsetzung von unterschiedlich ausgestatteten Landeshaushalten abhängt, sondern dass wir in ganz Deutschland einen guten Standard für digitale Bildung erreichen. Wenn uns das gelingt, dann haben wir wirklich eine gute Perspektive für die digitale Bildung im Unterricht und in der Lehrerausbildung wie -fortbildung erreicht.

Wir haben ein klares Bild vom Status quo, wir haben gute Beispiele, wir haben Geld für Projekte, aber jetzt müssen wir gemeinsam – Politik, Wirtschaft, Pädagogen – die digitale Bildung in Deutschland flächendeckend verwirklichen. Dafür war der IT-Gipfel ein gutes Signal und die Auszeichnung, die wir jetzt mit dem Innovationspreis für digitale Bildung vornehmen, soll auch motivieren, diesen Weg weiterzugehen.

Ich hoffe, dass in diesem Sinne das Jahr 2017 für uns ein gutes Jahr wird.