„Boten eines weltoffenen Islam“

80 Studierende und Promovierende muslimischen Glaubens sind in das Avicenna-Studienwerk aufgenommen worden. Während ihres Studiums oder ihrer Promotion werden sie vom Begabtenförderungswerk ideell und finanziell unterstützt.

80 Talente in das Avicenna-Studienwerk aufgenommen: Ministerialdirigent Stefan Luther aus dem Bundesbildungsministerium (rechts) auf der Veranstaltung des Avicenna-Studienwerks. © Avicenna-Studienwerk / Valentin Pastor

Wer als Stipendiat oder Stipendiatin in das Avicenna-Studienwerk aufgenommen wird, überzeugt nicht nur durch hervorragende Leistungen an der Hochschule, sondern auch durch gesellschaftliches Engagement, Weltoffenheit und die große Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. 80 Studierende und Promovierende haben es geschafft: Sie gehören zum zweiten Jahrgang des Avicenna-Studienwerkes.

Von Lehramt, über Geisteswissenschaften bis zu Ingenieurswissenschaften: Die Stipendiatinnen und Stipendiaten interessieren sich für die unterschiedlichsten wissenschaftlichen Disziplinen. 65 von ihnen studieren und 15 befinden sich bereits in der Promotion.

Ministerialdirigent Stefan Luther aus dem Bundesbildungsministerium. © Valentin Paster

Im Namen von Bundesbildungsministerin Johanna Wanka gratulierte Ministerialdirigent Stefan Luther den neu aufgenommenen Stipendiatinnen und Stipendiaten. „Mit der Aufnahme in das Studienwerk werden Sie Teil der Avicenna-Familie und zugleich Teil der Familie aller Begabtenförderungswerke", sagte Stefan Luther in seinem Grußwort an die neuen Stipendiatinnen und Stipendiaten. Dies sei Auszeichnung und Chance zugleich. Der besondere Wert dieser Förderung liege in der Verbindung von Stipendium und ideeller Unterstützung. „Ich bin sicher: Sie werden diese besondere Chance hervorragend nutzen. Hierfür wünsche ich Ihnen im Namen des Bundesbildungsministeriums alles Gute und viel Erfolg."

Das Avicenna-Studienwerk soll nun kontinuierlich wachsen: 145 engagierte Menschen sind bereits in das Studienwerk aufgenommen worden. Bis zum Jahr 2018 soll der Kreis der Avicenna-Stipendiatinnen und Stipendiaten auf 500 Studierende und Promovierende aus ganz Deutschland anwachsen.

„Sie sind für uns nicht als Theologen, aber als Menschen, angehende Wissenschaftler und Bürger glaubwürdige Boten und Vertreter eines weltoffenen toleranten Islamverständnisses“, sagte Bülent Ucar zur Aufnahme des zweiten Jahrgangs. Er ist Islamwissenschaftler an der Universität Osnabrück und Vorsitzender im Vorstand des Studienwerks.

Gefördert wird das Avicenna-Studienwerk seit dem Jahr 2013 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie der Mercator Stiftung. Es ist das 13 Begabtenförderungswerk in Deutschland und neben dem katholischen Cusanuswerk, dem evangelischen Studienwerk Villigst und dem jüdischen Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk die vierte konfessionelle Einrichtung in Deutschland.

Avicenna

Avicenna ist der lateinische Name des muslimischen Universalgelehrten Ibn Sina. Er war ein bedeutender Mediziner, Theologe und Philosoph. Er lebte etwa von 980 bis 1037 in Persien.