Brücken bauen zwischen Medizin und Informatik

Auf der Medizinmesse MEDICA hat Bundesforschungsministerin Johanna Wanka das neue Förderkonzept Medizininformatik vorgestellt. Es schafft die Voraussetzungen, um Wissen aus Krankenversorgung und medizinischer Forschung künftig besser zu verknüpfen.

Das neue Förderkonzept Medizininformatik wurde von Bundesforschungsministerin Wanka auf der MEDICA 2015 in Düsseldorf vorgestellt. © Messe Düsseldorf/Constanze Tillmann

Medizinische Forschung stärken und Patientenversorgung verbessern – diese beiden Ziele verfolgt das neue Förderkonzept Medizininformatik. Bundesforschungsministerin Johanna Wanka hat das Förderkonzept im Rahmen der Medizinmesse MEDICA in Düsseldorf vorgestellt. Innovative IT-Lösungen sollen künftig den Austausch und die Nutzung von Daten aus Krankenversorgung, klinischer und biomedizinischer Forschung über die Grenzen von Institutionen und Standorten hinweg ermöglichen.

Die Datenmenge wächst kontinuierlich. Ob beim Hausarzt oder im Krankhaus – nahezu überall hinterlassen wir Daten, die für die medizinische Forschung wichtig sein können. Bislang fehlen aber die Brücken zwischen diesen Dateninseln. Von einer Verknüpfung der Daten würden alle profitieren – Forscherinnen und Forscher, Ärztinnen und Ärzte und Patientinnen und Patienten: „Täglich werden unzählige gesundheitsrelevante Daten in Kliniken, Arztpraxen und auch in der biomedizinischen Forschung erhoben. Die neue Strategie zur Medizininformatik wird dazu beitragen, dass mit Hilfe dieser Informationen genauere Diagnosen und bessere Therapien erfolgen können“, sagte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka bei der Vorstellung des Förderkonzeptes in Düsseldorf.

In den kommenden fünf Jahren stellt das Bundesforschungsministerium bis zu 100 Millionen Euro für die Förderung der Medizininformatik zur Verfügung. Das Förderkonzept ist mehrstufig und langfristig angelegt. Unabdingbare Voraussetzung für eine Förderung ist, dass die in Deutschland sehr strengen datenschutzrechtlichen Standards und Rahmenbedingungen eingehalten werden. Zunächst sollen Konsortien aus mindestens zwei Universitätskliniken und weiteren Partnern innerhalb von neun Monaten belastbare Konzepte erarbeiten; die überzeugendsten Konzepte werden dann von einem internationalen Gutachtergremium ausgewählt und sollen in der sich anschließenden Aufbau- und Vernetzungsphase innerhalb von vier Jahren realisiert werden.

Bei der Medizininformatik geht es darum, die Daten, die Patientinnen und Patienten oder Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erzeugen, zu sammeln, zu erschließen und auszuwerten. Mit den Erkenntnissen aus der Medizininformatik soll die Gesundheitsversorgung bestmöglich gestaltet werden.