Bund und Ländern wollen Fachhochschulen weiter stärken

Gemeinsame Förderung bis Ende 2023, mehr Professuren, Aufbau einer Forschungsdateninfrastruktur, Verbund für Hochleistungsrechnen: Bund und Länder wollen die Fachhochschulen weiter stärken. Das hat die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz beschlossen.

Bund und Länder haben in der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) vier Bund-Länder-Vereinbarungen beschlossen. Über die Inhalte informierten Bundesministerin Anja Karliczek und die Bremer Wissenschaftssenatorin Eva Quante-Brandt nach der Sitzung der GWK. © BMBF/Hans-Joachim Rickel

Bund und Ländern wollen die deutsche Forschungs- und Innovationslandschaft gemeinsam weiterentwickeln: Bundesforschungsministerin Anja Karliczek und die Wissenschaftsministerinnen und -minister der Länder haben sich heute in der Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) auf vier Bund-Länder-Vereinbarungen geeinigt. Das Verfahren wird in der kommenden Woche im Umlauf abgeschlossen. Ziel der Vereinbarungen ist es, das Wissenschaftssystem auf die Digitalisierung vorzubereiten sowie die angewandte Forschung und die praxisnahe akademische Ausbildung an Fachhochschulen zu stärken.

Die Wissenschaftsministerinnen und -minister einigten sich darauf, ihre gemeinsame Förderung der anwendungsorientierten Forschung und Entwicklung an Fachhochschulen um fünf Jahre zu verlängern. Das erstmals 2005 aufgelegte Programm soll damit zum dritten Mal verlängert werden. In der letzten Dekade wurden Forschungsprojekte mit über 400 Millionen Euro gefördert. Die Mittel hierfür wurden vom Bund bereitgestellt. Die Länder beteiligen sich an den Kosten der bewilligten Forschungsvorhaben, indem sie die Grundausstattung der geförderten Hochschulen bereitstellten. Seit 2007 haben sich die jährlich bereitgestellten Mittel für die Förderung mehr als verdoppelt – Bund und Länder wollen diesen Trend nun fortsetzen.

Darüber hinaus haben die Wissenschaftsministerinnen und -minister ein Programm zur Gewinnung und Entwicklung von professoralem Personal an Fachhochschulen beschlossen. Das Programm sieht dafür verschiedene Förderinstrumente wie Schwerpunktprofessuren, kooperative Promotionen, Tandemprogramme oder die Etablierung von Kooperationsplattformen vor. Über die in dem Programm bereits angelegten Fördermaßnahmen hinaus können Fachhochschulen selbst für sie geeignete Instrumente entwickeln und deren Förderung beantragen. Soweit gewünscht, können Fachhochschulen zur Analyse ihrer Situation und zur Erarbeitung eines eigenen hochschul- und standortspezifischen Konzeptes zur Personalgewinnung eine zusätzliche Unterstützung beantragen.

Datenbestände von Wissenschaft und Forschung sollen erschlossen werden

Ein weiteres Vorhaben der GWK ist der Aufbau und die gemeinsame Förderung einer Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI). Heute oft dezentral, projektförmig und temporär gelagerte Datenbestände von Wissenschaft und Forschung sollen so für das gesamte deutsche Wissenschaftssystem systematisch erschlossen werden. Die NFDI soll Standards im Datenmanagement setzen und als digitaler, regional verteilter und vernetzter Wissensspeicher Forschungsdaten nachhaltig sichern und nutzbar machen. Auf diese Weise wird eine unverzichtbare Voraussetzung dafür geschaffen, neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen und Innovationen in Forschung und Gesellschaft zu ermöglichen.

Programm zur Förderung von Forschungsbauten und Großgeräten wird fortgesetzt

Des Weiteren wollen Bund und Länder gemeinsam eine Infrastruktur „Nationales Hochleistungsrechnen“ errichten und fördern. Damit entwickeln sie die fachlichen und methodischen Stärken von Hochleistungsrechenzentren in einem nationalen Verbund weiter. Forschende an Hochschulen sollen deutschlandweit und bedarfsgerecht auf die für ihre Forschung benötigte Rechenkapazität zugreifen können. Bund und Länder begegnen mit dieser Förderung der zunehmenden Nachfrage nach wissenschaftlichem Rechnen sowie den digitalen Anforderungen zukunftsgerichteter Wissenschaft. Zugleich hat die GWK beschlossen, das erfolgreiche Programm zur Förderung von Forschungsbauten und Großgeräten an Hochschulen fortzusetzen.