Bundesbericht Internationale Kooperation

Die Bundesregierung setzt auf internationale Vernetzung und Zusammenarbeit. Das zeigt der „Bericht der Bundesregierung zur internationalen Kooperation in Bildung, Wissenschaft und Forschung 2017-2018“.

Geschäftsleute stehen hinter einer Weltkarte
Geschäftsleute stehen hinter einer Weltkarte © Getty Images /John M Lund Photography Inc

Die Bundesregierung hat ihre europäische und internationale Zusammenarbeit in Bildung, Wissenschaft und Forschung in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgebaut. Dies geht aus dem „Bericht zur internationalen Kooperation in Bildung, Wissenschaft und Forschung 2017-2018“ hervor, der unter der Federführung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) erstellt und vom Bundeskabinett im November 2019 beschlossen wurde.

Im Jahr 2018 stellte allein das BMBF rund 978 Millionen Euro für internationale Kooperationen zur Verfügung. Damit fördert das BMBF zum Beispiel die Mobilität von Forschenden und Studierenden, beteiligt sich an internationalen Großgeräten der Grundlagenforschung oder ermöglicht thematische Forschungskooperationen zu wichtigen globalen Herausforderungen. Neben Wissenschaft und Forschung gewinnen auch bildungspolitische Themen zunehmend an Gewicht in der internationalen Kooperation. Auf multilateraler Ebene hat Deutschland beim ersten Bildungsministertreffen der G20 im Jahr 2018 Akzente gesetzt. Insbesondere das deutsche duale Modell der beruflichen Bildung wird weltweit als zukunftsweisend angesehen.

Europäischer Forschungsraum

Flagge der Europäischen Union © thinkstock

In den 1970er-Jahren prägte der damalige Forschungskommissar Ralf Dahrendorf die Idee des Europäischen Forschungsraums mit dem Ziel, einen Raum zu schaffen, in dem Freizügigkeit für Forschende herrscht und wissenschaftliche Erkenntnisse und Technologien frei ausgetauscht werden können. Seit 2009 ist die Schaffung des Europäischen Forschungsraums – wie auch des Europäischen Binnenmarktes – eine verbindliche Aufgabe für die EU-Mitgliedstaaten und europäischen Institutionen.

Im Juli 2014 verabschiedete das Bundeskabinett unter Federführung des BMBF die „Strategie der Bundesregierung zum Europäischen Forschungsraum – Leitlinien und nationale Roadmap“ (EFR-Strategie). Deutschland hat damit als erster Mitgliedstaat eine eigene nationale EFR-Strategie vorgelegt. Die Strategie wurde in enger Zusammenarbeit mit den deutschen Stakeholder-Organisationen formuliert. Sie enthält die politischen Leitlinien für Deutschlands Position im Europäischen Forschungsraum und eine nationale Roadmap, die konkrete Maßnahmen aufführt.

Der EFR zielt darauf ab, die Rahmenbedingungen für Forschung und Innovation in Europa zu verbessern und zu harmonisieren. Dabei geht es darum, die europäische Forschungslandschaft nach folgenden Prinzipien zu gestalten:

  • effektivere nationale Forschungssysteme,
  • optimale länderübergreifende Zusammenarbeit und entsprechender Wettbewerb,
  • offener Arbeitsmarkt für Forscherinnen und Forscher,
  • Gleichstellung der Geschlechter und Berücksichtigung des Gleichstellungsaspekts in der Forschung,
  • optimaler Austausch und Transfer von sowie Zugang zu wissenschaftlichen Erkenntnissen,
  • Internationalisierung  des Europäischen Forschungsraums.

Horizont 2020

Flaggen von verschiedenen Nationen.
Flaggen von verschiedenen Nationen. © Thinkstock

Horizont 2020, das EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation, ist mit einem Gesamtbudget von ca. 77 Milliarden Euro für die Laufzeit von 2014 bis 2020 das weltweit größte Programm der Forschungs- und Innovationsförderung. Für Deutschland ist das Programm ein wichtiges Instrument, um die europäische Vernetzung in Forschung und Innovation voranzutreiben und Europas Wettbewerbsfähigkeit auszubauen. Die Schwerpunkte von Horizont 2020 sind gleichermaßen auf Nutzeffekte für Wissenschaft, Industrie, Gesellschaft und Politik zugeschnitten. Das Programm zeigt eine hohe Passfähigkeit zu nationalen Maßnahmen, insbesondere zur Hightech-Strategie, zur Exzellenzinitiative bzw. Exzellenzstrategie und zu den nationalen Instrumenten der KMU- und Clusterförderung.

Zwischen Januar 2014 und März 2019 erhielten deutsche Einrichtungen ca. 6,12 Milliarden Euro an europäischen Zuwendungen. Die europäische Forschungsförderung trägt signifikant zu den Drittmitteleinnahmen vieler deutscher Einrichtungen bei. Der Anteil der deutschen Beteiligungen lag im März 2019 bei 13,7 %, der deutsche Anteil an den Zuwendungen betrug 16,8 % (jeweils bezogen auf die EU-28). Damit liegt Deutschland bei den eingeworbenen Zuwendungen an der Spitze aller beteiligten Staaten, vor dem Vereinigten Königreich und Frankreich. Deutschland knüpft somit erfolgreich an das Niveau des Vorläuferprogramms (7. Forschungsrahmenprogramm) an.

 Außereuropäische Regionen

Die Internationalisierung von Bildung, Wissenschaft und Forschung schreitet immer weiter voran. © Benjamin Howell / Getty Images

Die deutsche Forschungs- und Innovationspolitik verfolgt das strategische Ziel, in Ländern mit bedeutenden Wissenschafts- und Technologieressourcen besonders präsent zu sein. Zudem unterstützt sie gezielt den Aufbau von Wissensgesellschaften in Schwellen- und Entwicklungsländern. Wie der „Bericht zur internationalen Kooperation in Bildung, Wissenschaft und Forschung 2017–2018“ in seinem Schwerpunktkapitel „Afrika“ zeigt, hat die Zusammenarbeit mit Ländern und Regionen in Afrika in den letzten Jahren einen deutlichen Schub erfahren.

Der aktuelle Bericht informiert umfassend zur im Jahr 2014 veröffentlichten „Afrika-Strategie des BMBF 2014-2018“ und dessen Umsetzung. Die Dynamik der Kooperation mit afrikanischen Partnern unterstreicht auch die neue Afrika-Strategie des BMBF „Perspektiven schaffen! Neue Impulse für die Kooperation mit afrikanischen Partnern in Bildung, Wissenschaft und Forschung“, die im November 2018 veröffentlicht wurde. Die aktuelle Kooperation richtet sich an den folgenden fünf strategischen Handlungsfeldern aus:

  • Wissenstransfer und Innovation
  • Hochschulbildung und wissenschaftlicher Nachwuchs
  • Beschäftigungsfähigkeit von Hochschulabsolventen und Praxisnähe in der Berufsbildung
  • Forschungszusammenarbeit zur Umsetzung der Ziele für Nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen
  • Nutzung von Synergiepotenzialen auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene.

Auf der Webseite des BMBF finden sich viele Beispiele für die Zusammenarbeit mit Ländern in Afrika und weltweit:

Internationalisierungsstrategie

Lächelnde Studierende mit Weltkugel
Lächelnde Studierende mit Weltkugel © gettyimages/franckreporter

Mit der Strategie zur Internationalisierung von Bildung, Wissenschaft und Forschung („Internationalisierungsstrategie“) legt die Bundesregierung die Grundlage für eine stärker vernetzte internationale Zusammenarbeit. Globale Herausforderungen, wie der Klimawandel, eine nachhaltige Energieversorgung, die Ernährungssicherheit oder Migration, machen nicht an Landesgrenzen halt. Kein Land kann alleine Antworten hierauf finden. Lösungen können nur gemeinsam in grenzüberschreitender Zusammenarbeit in Bildung, Wissenschaft und Forschung erarbeitet werden.

Das Bundeskabinett hat im Februar 2017 die neue Strategie der Bundesregierung zur Internationalisierung von Bildung, Wissenschaft und Forschung beschlossen, die unter der Federführung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) erarbeitet wurde. Die Strategie knüpft an die Internationalisierungsstrategie der Bundesregierung aus dem Jahre 2008 an und reagiert auf die neuen Trends und Herausforderungen, die sich seitdem ergeben haben und die sich maßgeblich auf die internationale Zusammenarbeit in Bildung, Wissenschaft und Forschung auswirken. Dazu gehören die zunehmende Globalisierung, die Digitalisierung, die Weiterentwicklung des Europäischen Forschungsraums und die Herausbildung neuer, globaler Innovationszentren außerhalb der etablierten Wissenschaftsstandorte. Im Mittelpunkt der Strategie stehen insbesondere fünf Zielfelder:

  • Exzellenz durch weltweite Kooperation stärken
  • Deutschlands Innovationskraft international entfalten
  • Bildung und Qualifizierung internationaler ausbauen
  • Die globale Wissensgesellschaft gemeinsam mit Schwellen- und Entwicklungsländern gestalten
  • Gemeinsam globale Herausforderungen bewältigen

Der „Bericht zur internationalen Kooperation in Bildung, Wissenschaft und Forschung 2017–2018“ informiert in einem Schwerpunktkapitel über die Zusammenarbeit mit Afrika. Die aufeinander aufbauenden Afrika-Strategien des BMBF (veröffentlicht 2014 und 2018) zeugen von der hohen Dynamik der Zusammenarbeit mit afrikanischen Partnern. Der Fokus der aktuellen Berichterstattung liegt im Bereich Forschung auf den Themen „Umwelt“, „Ressourcen“ und „Gesundheit“ sowie im Bereich Bildung auf Hochschul- und Berufsbildungskooperation. Im Jahr 2018 wurden allein für die Projektkooperationen mit Afrika 33,5 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Ein herausragendes Beispiel aus dem Bereich Gesundheit ist die Initiative „Forschungsnetzwerke für Gesundheitsinnovationen in Subsahara-Afrika“ mit einem Fördervolumen von rund 50 Millionen Euro bis zum Jahr 2021. Bereits seit 2012 unterstützt Deutschland umfassend den Aufbau zweier regionaler Kompetenzzentren zu Klimawandel und Landmanagement im Westen und Süden Afrikas (WASCAL und SASSCAL).

Standardmäßig widmet sich der Bericht auch ausführlich der Zusammenarbeit auf europäischer Ebene. Dies betrifft insbesondere die Umsetzung der „Strategie der Bundesregierung zum Europäischen Forschungsraum (EFR)“ und die deutsche Beteiligung am Rahmenprogramm für Forschung und Innovation „Horizont 2020“.Auch die bilateralen Kooperationen mit außereuropäischen Industriestaaten, BRICS-Staaten und Schwellen- und Entwicklungsländern werden im Bericht dargestellt.
Die Bundesregierung berichtet alle zwei Jahre im „Bericht zur internationalen Kooperation in Bildung, Wissenschaft und Forschung“ über die Entwicklung der europäischen und internationalen Zusammenarbeit in diesen Bereichen.

Den übergreifenden strategischen Rahmen für die internationale Kooperation in Bildung, Wissenschaft und Forschung setzt die im Februar 2017 beschlossene „Strategie der Bundesregierung zur Internationalisierung von Bildung, Wissenschaft und Forschung“.