Bundesbildungsministerin Johanna Wanka startet Schul-Cloud

Die Schul-Cloud macht digitale Lernangebote schul- und fächerübergreifend verfügbar. Beim Digitalgipfel 2017 hat Bundesbildungsministerin Wanka die Schul-Cloud an der ersten von insgesamt 26 Pilotschulen gestartet.

Im Klassenzimmer, von zuhause oder unterwegs: Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer können künftig orts- und zeitunabhängig auf digitale Lehr- und Lernangebote zugreifen, die zentral über eine „Cloud“ verfügbar sind. Was im Jahr 2016 als Idee auf dem IT-Gipfel entstand, ist ein Jahr später Realität: Zum Digitalgipfel 2017 startet die Pilotphase der sogenannten Schul-Cloud, ein vom Bundesforschungsministerium gefördertes Projekt des Hasso-Plattner-Instituts mit dem Verein MINT-EC, einem Zusammenschluss von rund 250 naturwissenschaftlich-mathematisch profilierten Gymnasien in ganz Deutschland. Bundesbildungsministerin Johanna Wanka hat eine der Pilotschulen besucht.

Zugang zu vielfältigen digitalen Bildungsangeboten über das Internet

20 Kilometer trennen ihre Klassenräume voneinander, doch das hindert sie nicht am gemeinsamen Lernen: Vor einer virtuellen Tafel tauschen sich Schülerinnen und Schüler des Leininger-Gymnasiums in Grünstadt per Internet mit Mitschülern des Wormser Gauß-Gymnasiums über ihre Erfahrungen mit einer Partnerschule in Ruanda aus. „Wie können wir zukünftig enger mit unseren afrikanischen Mitschülern zusammenarbeiten? Welche gemeinsamen Aktionen können wir starten?“, fragen sich die Schüler. Dazu diskutieren sie vor der Webcam mit ihren Online-Klassenkameraden und kleben virtuelle Notizzettel an das sogenannte „neXboard“. Möglich macht das die „Schul-Cloud“, die Schülern und Lehrern einen einfachen und sicheren Zugang zu vielfältigen digitalen Bildungs-, Kooperations- und Organisationangeboten über das Internet ermöglicht. Einzige Voraussetzung: ein Breitband-Internetanschluss.

26 Mint-EC-Schulen testen die Cloud

Noch zählen die Grünstädter Schüler zu einem exklusiven Kreis: 26 Schulen testen die Lehr- und Lernmöglichkeiten, die die Schul-Cloud bietet. Nach der Testphase soll in allen MINT-EC-Schulen Realität werden, was für die Leininger-Gymnasiasten ab sofort zum schulischen Alltag zählt. „Das Schöne an der Cloud ist die Vielfalt an Programmen, die unsere Schüler ohne Installation auf ihren Computern nutzen können“, sagt Cornelia Diehl, Schulleiterin des Gymnasiums. Denn die Lehr- und Lernsoftware wird als Web-Dienst bereitgestellt. So können Schüler orts- und zeitunabhängig darauf zugreifen und Aufgaben, die sie in der Schule angefangen haben, auch zuhause beenden. „Das ist eine gute Möglichkeit, jeden einzelnen Schüler individuell je nach Leistungsfähigkeit und Kenntnisstand zu fördern“, erklärt Diehl.

Experten kümmern sich um die Konfiguration

Dass die Installation von Programmen entfällt, ist nur einer der vielen Vorteile der Schul-Cloud. Die Schulen brauchen keine eigenen Server und Speicherkapazitäten mehr bereitzustellen. Auch die Administration der Lernsoftware ist ausgelagert – an Experten, die sich um die sichere Konfiguration und Aktualisierung kümmern. So bleibt den Lehrkräften mehr Zeit für ihre eigentliche Arbeit: Ihre Schüler auf die vielfältigen Anforderungen der digital geprägten Welt vorzubereiten. Denn genau wie Lesen, Schreiben und Rechnen ist auch digitale Kompetenz unabdingbar für ein selbstbestimmtes  und selbstbewusstes Leben und Arbeiten.

Technik soll guter Pädagogik dienen

„Das Projekt der Schul-Cloud hat Signalwirkung. Es zeigt, wie mit einer digitalen Infrastruktur modernes Lernen und Lehren unterstützt werden kann. Die Schul-Cloud kann somit viel mehr sein als eine technische Lösung, hier soll die Technik guter Pädagogik dienen. Mit Spannung erwarten wir die Ergebnisse aus der jetzt gestarteten Praxisphase des Projekts“, sagt Bundesbildungsministerin Johanna Wanka bei ihrem Besuch in Grünstadt. Im Anschluss an die Pilotphase soll die Schul-Cloud ab dem Jahr 2018 auf alle über 250 MINT-EC-Gymnasien ausgerollt werden.

Die Schul-Cloud

Die Schul-Cloud beachtet hohe datenschutzrechtliche Standards. Das Projektteam steht in kontinuierlichem Dialog mit Vertretern der Konferenz der Datenschutzbeauftragten des Bundes und der Länder, insbesondere mit dem dort angesiedelten Arbeitskreis „Bildung“.