Bundesforschungsministerin Wanka reist nach Japan

G7-Treffen in Tsukuba greift Kernthemen von Berlin auf – Gespräche mit deutschen Firmen –  Wanka: Gemeinsam nachhaltig handeln

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Die G7-Wissenschaftsminister verstärken ihre Zusammenarbeit, um mit Forschungsaktivitäten globalen Herausforderungen zu begegnen. Dazu zählen unter anderem armutsbedingte Krankheiten (PRDs/NTDs), die Zukunft der Meere und saubere Energie. Auf ihrem diesjährigen Treffen vom 15. bis zum 17. Mai im japanischen Tsukuba greifen die G7-Wissenschaftsminister damit  Themen wieder auf, über die  sie bereits beim letzten G7-Wissenschaftsministertreffen im Oktober 2015 in Berlin diskutiert haben.

Seit dem G7-Treffen 2015 wurden unter anderem Empfehlungen für den Austausch von nationalen Datenbeständen und Forschungsaktivitäten zu den armutsbedingten Krankheiten erarbeitet. Dabei geht es vor allem um Infektionskrankheiten. Darüber hinaus wurden ein neues Konzept für die internationale Kooperation in der Meeresforschung entwickelt und im Rahmen der gemeinsamen europäischen Programminitiative "Gesunde und produktive Meere und Ozeane" internationale Projekte zur Erforschung von Mikroplastik in marinen Systemen gestartet. In den Projekten werden Standards zur Messmethodik von Mikroplastik entwickelt, die Verteilung von Mikroplastik in marinen Ökosystemen erfasst und mögliche toxikologische Auswirkungen von Plastik auf Meeresorganismen untersucht.  Aufbauend auf den Beschlüssen der G7-Wissenschaftsminister in Berlin 2015 zur sauberen Energie wurde bei der Klimakonferenz COP21 in Paris im November die Initiative "Mission Innovation" ins Leben gerufen. An ihr beteiligen sich neben den G7 auch zahlreiche andere Staaten. Die G7-Wissenschaftsminister bekräftigen darin ihr Engagement für saubere Energien und wollen gemeinsam die "Mission Innovation" aktiv voranbringen.

Daneben stehen natürlich auch neue Themen auf der Tagesordnung. Dazu gehören die Förderung von Forschung und Innovation zum aktiven Altern und zur Alterspflege, die Stärkung der Beteiligung von Frauen in Wissenschaft und Technologie, die Förderung von Nachwuchskräften in der Wissenschaft und die Frage, wie sichergestellt werden kann, dass sowohl in den Industrienationen als auch global gesehen alle Menschen angemessen von Forschung und Innovationen profitieren ("Integrative Innovation").

Bei ihrem Treffen in Tsukuba wollen die Wissenschaftsminister ihre Bemühungen um die Koordination von Forschungsmaßnahmen intensivieren. "Die gute Zusammenarbeit zwischen den G7-Wissenschaftsministern letztes Jahr machte es möglich, auch dieses Jahr die G7-Themen von 2015 weiter zu verfolgen. So können wir auf der Grundlage unseres abgestimmten Vorgehens zusätzliche konkrete Maßnahmen für die Bewältigung armutsbedingter Krankheiten, den Schutz der Meere und die Entwicklung sauberer Energie gemeinsam diskutieren und verabreden Das freut mich besonders im Hinblick auf die nachhaltige Wirkung, die wir erzielen wollen", sagte die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Frau Prof. Wanka.

Die Ministerin wird mit ihren japanischen Ministerkollegen auch darüber sprechen, wie Japan und Deutschland durch bilaterale Kooperation zu den G7-Zielen beitragen können. Als exzellente Forschungsnationen mit einer langen Tradition in der wissenschaftlichen Zusammenarbeit sind beide Länder dafür gut aufgestellt. Ein Beispiel ist die Nutzung des Forschungszentrums für Hochenergiephysik KEK in Tsukuba durch deutsche Forscher. Es gibt mittlerweile mehr als 600 deutsch-japanische Hochschulkooperationen. Auch die deutschen Forschungsorganisationen unterhalten intensive Beziehungen zu Japan, zum Beispiel kooperiert die Max-Planck-Gesellschaft seit über 30 Jahren mit der japanischen Forschungseinrichtung RIKEN.

Am Rande des Wissenschaftsministertreffens wird die Ministerin auch mit Vertretern deutscher forschungsorientierter Unternehmen zu Gesprächen zusammenkommen, die Niederlassungen in Japan unterhalten. Dazu zählen unter anderem Bosch, BMW, Daimler und BASF. Ziel ist der Austausch über die wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit mit Japan aus Unternehmenssicht. Neben den Herausforderungen, die eine älter werdende Gesellschaft für Forschung und Innovation mit sich bringt, wird die Erforschung des automatisierten und vernetzten Fahrens einen Schwerpunkt der Gespräche bilden.

Das Treffen der G7-Wissenschaftsminister findet in diesem Jahr zum vierten Mal statt. Voraus gingen Treffen im japanischen Okinawa im Juni 2008, in London im Juni 2013 und in Berlin im Oktober 2015 – die ersten beiden Male noch in der Konstellation der G8.

In der "Gruppe der Sieben" (G7) treffen sich jährlich die bedeutendsten Industrienationen der Welt. Der Gruppe gehören Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Kanada, das Vereinigte Königreich und die Vereinigten Staaten an. Nach der Aufnahme Russlands im Jahr 1998 wurde der Kreis zu G8 erweitert. Seit März 2014 tagen die Mitglieder jedoch wieder als G7, nachdem sie Russland aufgrund des Verhaltens in der Krimkrise aus dem Kreis der Mitglieder ausgeschlossen hatten.

Weitere Informationen unter:

https://www.bmbf.de/de/g7-wissenschaftsministertreffen-in-japan-2016-2840.html

https://www.bmbf.de/de/japan-seit-vier-jahrzehnten-ein-starker-partner-473.html