Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“

Durch Prämien und Zuschüsse unterstützt das Bundesprogramm Betriebe in Zeiten der Corona-Pandemie bei der Ausbildung. Damit soll die berufliche Zukunft junger Menschen und der Fachkräftenachwuchs in Deutschland auch in Krisenzeiten gesichert werden.

Metallarbeiter mit Lehrling in der Werkstatt
Metallarbeiter mit Lehrling in der Werkstatt © Adobe Stock / goodluz

Eine gute Berufsausbildung ist nach wie vor der wichtigste Baustein für den Start in ein erfolgreiches Berufsleben. Deshalb sollen möglichst alle jungen Menschen, die dies wollen, auch im Ausbildungsjahr 2020/2021 eine Berufsausbildung beginnen, weiterführen und auch erfolgreich abschließen können.

Mit dem Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ unterstützt die Bundesregierung daher Ausbildungsbetriebe in der aktuell wirtschaftlich schwierigen Situation und will sie dazu motivieren, in die Ausbildung und damit auch in die Fachkräftesicherung in Deutschland zu investieren. Dafür stehen insgesamt 500 Millionen Euro bereit. Das Förderprogramm richtet sich in erster Linie an kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die erheblich von der Corona-Krise betroffen sind und dennoch ihre Ausbildungsaktivitäten fortführen bzw. erhöhen.

In unseren FAQ erhalten Interessierte alle Details und genaue Informationen zum Bundesprogramm und den einzelnen Förderungen.

Prämien für die Neueinstellung, die Vermeidung von Kurzarbeit oder die Übernahme von Auszubildenden

Das Bundesprogramm wurde in zwei Förderrichtlinien umgesetzt. Die Erste Förderrichtlinie des Bundesarbeitsministeriums und des Bundesbildungsministeriums wurde am 31. Juli 2020 veröffentlicht und am 10. Dezember 2020 aktualisiert: Ausbildungsbetriebe und ausbildende Einrichtungen können seit Anfang August bei den örtlichen Arbeitsagenturen folgende Unterstützungen beantragen:

  • Ausbildungsprämien bei Erhalt oder Erhöhung ihrer Ausbildungsplätze,
  • Zuschuss zur Ausbildungsvergütung bei Vermeidung von Kurzarbeit und
  • Übernahmeprämien bei Übernahme von Auszubildenden aus pandemiebedingt insolventen Betrieben.

Alle Informationen rund um die Antragstellung finden Sie auf der Webseite der Bundesagentur für Arbeit.

Förderung von pandemiebedingter Auftrags- und Verbundausbildung

Die Zweite Förderrichtlinie des Bundesbildungsministeriums wurde am 30. Oktober 2020 veröffentlicht: Ab Anfang November können kleine und mittelständische Unternehmen oder Ausbildungsdienstleister, wie beispielsweise überbetriebliche Berufsbildungsstätten, eine Prämie für Auftrags- oder Verbundausbildungen beantragen. Dies ist der Fall, wenn sie Auszubildende vorübergehend ausbilden, die ihre Ausbildung nicht im eigenen Betrieb (KMU) beginnen oder weiterführen können, weil dieser vollständig oder zu wesentlichen Teilen aufgrund der Corona-Pandemie von Schließungen oder erheblichen Einschränkungen betroffen ist.

Auftrags- und Verbundausbildung bietet sich immer dort an, wo aufgrund von sich ändernder Marktnachfrage, Kurzarbeit oder infolge der durch das Infektionsgeschehen bedingten zeitlich befristeten Betriebsschließungen die notwendigen Voraussetzungen fehlen, um alle Lehrinhalte abzudecken. In diesen Fällen kann ein Bildungsträger oder ein anderes Unternehmen je nach Vereinbarung einen Teil der Ausbildung übernehmen. Mehr Informationen zur Verbundausbildung finden Sie hier. Zur Unterstützung einer aufgrund der Pandemiebelastung des Ausbildungsbetriebs kurzfristig notwendigen Auftrags- oder Verbundausbildung wird nun ein Zuschuss in Höhe von 4.000 Euro für den aufnehmenden Betrieb oder Bildungsträger, bspw. eine überbetriebliche Ausbildungsstätte, gewährt. Diese Förderung kann bei der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See seit Anfang November 2020 beantragt werden Alle Informationen rund um die Antragstellung finden Sie auf der Webseite der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See.