Carbonbeton: Innovatives Baumaterial mit Zukunftspreis ausgezeichnet

Für die Entwicklung von Carbonbeton sind drei Wissenschaftler der Technischen Universität Dresden mit dem Zukunftspreis des Bundespräsidenten ausgezeichnet worden. Carbonbeton ist eine robuste und umweltschonende Alternative zu Stahlbeton.

Sparsam, schonend und schön ist das Material, dessen Entwickler mit dem Deutschen Zukunftspreis 2016 ausgezeichnet wurden: Carbonbeton. Dabei werden tausende Carbonfasern zu Gittern geformt und mit Beton bestrichen. So entstehen dünne Platten. Sie sind im Vergleich zum herkömmlichen Stahlbeton leichter, langlebiger und lassen sich besser formen. Das Bundesforschungsministerium fördert das Projektkonsortium „C3 – Carbon Concrete Composite“ im Rahmen des Programms „Zwanzig20 – Partnerschaft für Innovation" bis 2021 mit bis zu 45 Millionen Euro.

Die Idee für den Carbonbeton hatten drei Wissenschaftler von der Technischen Universität Dresden: Manfred Curbach leitet das Institut für Massivbau, und Peter Offermann ist Professor im Ruhestand am Institut für Textilmaschinen und Textile Hochleistungswerkstofftechnik, dem Chokri Cherif vorsteht. Sie haben die Auszeichnung von Bundespräsident Joachim Gauck in Berlin entgegengenommen.

Der Zukunftspreis des Bundespräsidenten gehört zu den wichtigsten Innovationsauszeichnungen in Deutschland. Zu den wesentlichen Kriterien zählen eine innovationsstarke Forschungsleistung und die Marktfähigkeit des Produktes. Beim Carbonbeton ist das der Fall: Umfangreiche Forschung, an der sich rund 140 Institute und Unternehmen beteiligen, ebnen dem neuen Baumaterial den Weg in den Markt. Das Potenzial ist gewaltig: Weltweit werden etwa 160 Millionen Tonnen Stahl pro Jahr zum Bewehren von Beton genutzt, in Deutschland rund 4 Millionen Tonnen. Ziel ist es, dort in den nächsten zehn Jahren rund 20 Prozent des Stahls durch Carbon zu ersetzen.