Chancen und Grenzen von Innovationen erkennen

Beim ITAFORUM 2016 diskutieren Vertreter aus Forschung, Politik und Gesellschaft über die Folgen technischer und sozialer Innovationen

Technikfolgenabschätzung – sperriges Wort, spannende Bedeutung: Welche Konsequenzen hat beispielsweise die Digitalisierung auf Beschäftigung, Arbeitslosigkeit und Löhne von morgen? Welche ethischen Debatten müssen über In-Vitro-Fleisch geführt werden, das aus Rinder-Muskelstammzellen hergestellt wird? Wie verändern Social Bots die Kommunikation in den sozialen Medien? Welche Faktoren beeinflussen die Akzeptanz von humanoiden Robotern in der Gesellschaft? Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert aktuell 25 wissenschaftliche Projekte im Rahmen der Innovations- und Technikanalyse (ITA), die diese und weitere Fragen zu Chancen und Risiken und zur praktischen Anwendbarkeit von Innovationen untersuchen. Zwischenergebnisse dieser Projekte werden heute und morgen beim ITAFORUM 2016 in Berlin von 150 Vertretern aus Wissenschaft, Politik und Gesellschaft diskutiert.

"Die Innovations- und Technikanalyse hilft dabei, die Forschungs- und Innovationspolitik auf gesellschaftliche Bedürfnisse auszurichten. Im Mittelpunkt steht dabei immer die Frage, wie sich technologische und soziale Innovationen langfristig auf den Menschen auswirken. Die Ergebnisse des ITAFORUMS fließen in die Innovationspolitik des Ministeriums ein", sagte Forschungsstaatssekretär Dr. Georg Schütte anlässlich der Konferenz, bei der am Ende aus den Zwischenergebnissen der 25 Forschungsprojekte fünf strategische Empfehlungen für das BMBF abgeleitet werden.

Beim ITAFORUM 2016 sprechen unter anderem Prof. Dr. Peter Dabrock, Vorsitzender des Deutschen Ethikrates, und Prof. Dr. Alfred Nordmann, Wissenschaftsphilosoph der Technischen Universität Darmstadt.

"Übertriebener Optimismus und Pessimismus sind beide angesichts des sich immer stärker verdichtenden Fortschritts technischer Prozesse und technologischer Innovationen unangemessene Grundhaltungen. Beide entbehren nüchterner Rationalität und gehen nicht selten mit Selbstüberschätzung, Trägheit oder Unaufrichtigkeit einher. Immer wichtiger hingegen wird die Auseinandersetzung von Politik, Gesellschaft und Wissenschaft mit den ethischen Fragen technologischer Innovationen werden. Nur so lässt sich das notwendige Vertrauen in Technik stärken", sagte Prof. Dabrock zum Auftakt des ITAFORUMS.

Zur These einer in der Zukunft nicht mehr beherrschbaren, sich immer schneller entwickelnden Technologie erklärte Prof. Nordmann: "Wichtig ist die Ausrichtung der Technik an gesellschaftlichen Werten und dazu braucht es ein interdisziplinäres Vorgehen. Darum geht es hier. Insofern tragen Debatten wie hier auf dem ITAFORUM dazu bei, dass sich der Mensch ein freies Verhältnis zur Technik bewahren kann, also ein Verhältnis, in dem die Technik nicht als etwas Übermächtiges erscheint."

Das ITAFORUM dauert noch bis zum morgigen Dienstag.

Die fünf strategischen Empfehlungen an das BMBF sowie weitere Informationen zum ITAFORUM finden Sie dann unter

https://www.zukunft-verstehen.de/zukunftsforen/aktuelles/itaforum2016.