China – Kooperation auf Augenhöhe

China ist ein strategischer Partner Deutschlands. Beide Länder arbeiten in Forschung und Bildung eng zusammen. Schwerpunkte liegen zum Beispiel in Umwelt und Nachhaltigkeit oder in den Lebenswissenschaften.

Die politische Führung Chinas investiert bereits seit Jahren massiv in Forschung und Innovation: Erklärtes Ziel ist es, China als eine der wichtigsten Wissenschafts- und Innovationsnationen weltweit zu positionieren. Diese Entwicklung ist auch für die deutsche Wissenschaft von großer Relevanz. Gemeinsam können deutsche und chinesische Forschende innovative Lösungen für globale Herausforderungen finden und die Grundlagen für unseren künftigen Wohlstand schaffen.

Grundlagen der Zusammenarbeit

Das Bundesforschungsministerium unterstützt seit über 40 Jahren die Kooperation deutscher und chinesischer Wissenschaftler. Grundlage der Forschungskooperation beider Länder ist ein Regierungsabkommen über die wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit aus dem Jahr 1978. Seitdem finden in regelmäßigen Abständen Sitzungen statt, an denen Vertreter der Forschungsministerien beider Länder, der Forschungs-, Förder- und Mittlerorganisationen sowie einzelne Wissenschaftler teilnehmen. Dabei werden künftige Themen der gemeinsamen Kooperation erörtert und beschlossen.

Die Bildungskooperation beider Länder wird von der Deutsch-Chinesischen Leitungsgruppe für Bildung vorangetrieben. Diese beschäftigt sich vor allem mit Hochschulkooperationen, Mobilität von Studierenden und Wissenschaftlern und Berufsbildung.

Seit 2011 führen Deutschland und China Regierungskonsultationen durch, um die Zusammenarbeit in zahlreichen Politikbereichen weiter zu entwickeln. Der Aktionsplan „Innovation gemeinsam gestalten“, der 2014 beschlossen wurde, bekräftigt die strategische Partnerschaft beider Länder. Während der fünften deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen im Sommer 2018 standen die Zusammenarbeit in der Klimaforschung, im Bereich Industrie 4.0, in der Berufsbildung sowie den Geistes- und Sozialwissenschaften im Vordergrund.

Von 2015 bis Ende 2019 stellte die China-Strategie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung einen kohärenten und systematischen Rahmen für die Zusammenarbeit mit China in den Bereichen Bildung, Forschung und Innovation dar.

Schwerpunkte der Kooperation

Themen, die vom Bundesforschungsministerium bei der deutsch-chinesischen Zusammenarbeit verantwortet werden, fokussieren sich auf gemeinsame Interessen in der Grundlagenforschung und zur Lösung globaler gesundheitlicher und ökologischer Herausforderungen. Etablierte Kooperationsfelder sind beispielsweise die Bereiche Umwelttechnologien, Meeresforschung, Lebenswissenschaften und (Berufs-)Bildung. Neue Kooperationsfelder, beispielsweise im Bereich Klimaforschung, werden kontinuierlich erschlossen.

Ziel ist eine Kooperation auf Augenhöhe und zum ausgewogenen beiderseitigen Nutzen. Mit zunehmender Bedeutung Chinas auf internationaler Ebene wachsen die Chancen, aber auch die Herausforderungen der Zusammenarbeit - auch im Wissenschaftsbereich. Um diesen zu begegnen, wird kontinuierlich an einer Verbesserung der Rahmenbedingungen sowie einem besseren Verständnis der jeweiligen Förderstrukturen und Prozesse gearbeitet.

Auf- und Ausbau einer breiteren China-Kompetenz in Deutschland

Um China als politischem und wirtschaftlichem Partner und Wettbewerber Deutschlands auf Augenhöhe zu begegnen, bedarf es eines Ausbaus der China-Kompetenz in Deutschland. Seit 2018 setzt sich das Bundesforschungsministerium daher gemeinsam mit dem Auswärtigen Amt und der Kultusministerkonferenz im Rahmen einer ressortübergreifenden Initiative verstärkt für den quantitativen und qualitativen Auf- und Ausbau von China-Kompetenz im gesamten Bildungssystem ein. Dies umfasst den Sprachunterricht, die Integration von allgemeinem China-Wissen in den Fachunterricht sowie Vor-Ort-Aufenthalte zum weiteren Ausbau des Wissens und zur direkten Anwendung des Erlernten.

Der Kompetenzaufbau für Studierende, Promovierende und Lehrende an Hochschulen wird durch das Forschungsministerium u.a. im Rahmen von elf bereits angelaufenen Vernetzungsprojekten, die aus der Fördermaßnahme „Innovative Konzepte zum Ausbau der China-Kompetenz an deutschen Hochschulen“ von 2016 hervorgegangen sind, unterstützt

Wichtige Voraussetzung ist die Schaffung einer fundierten und aktuellen Wissensbasis über die chinesische Wissenschafts-, Forschungs- und Innovationslandschaft sowie die allgemeine politische und gesellschaftliche Entwicklung Chinas. Zu dieser Wissensbasis trägt u.a. der vom Bundesforschungsministerium 2018 initiierte Auftrag zum Monitoring des Asiatisch-Pazifischen Forschungsraums mit Schwerpunkt China bei.