Chinesisch-Deutsches Forum für Hochschule, Wissenschaft und Innovation

Rede des Staatssekretärs im Bundesministerium für Bildung und Forschung Dr. Georg Schütte in Berlin

Es gilt das gesprochene Wort!

Sehr geehrte Frau Vize-Premierministerin Liu,

sehr geehrter Herr Minister Wan,

sehr geehrter Herr Vize-Minister Hao,

sehr geehrter Herr Botschafter Shi,

sehr geehrter Herr Professor Alt,

sehr geehrte Vertreterinnen und Vertreter aus Hochschule, Wissenschaft, und Wirtschaft,

meine sehr verehrten Damen und Herren!

Für deutsch-chinesische Anlässe wie diesen bietet sich ein Zitat oder ein Gedanke des deutschen Gelehrten Gottfried Wilhelm Leibniz an; Leibniz, das wissen die Deutschen im Raum, war ein Universalgenie, ein früher Protagonist der europäischen Aufklärung. Er lebte im späten 17. und frühen 18. Jahrhundert. Er war unter anderem Philosoph, Mathematiker, Historiker und Linguist. Und er war fasziniert von chinesischer Kultur, Sprache und Wissenschaft.

Leibniz konnte China selbst nie besuchen, obwohl er dies sicher gerne getan hätte. Aber er studierte Bücher, Briefe und Reiseberichte und gelangte zu dem Schluss, in China sei die „höchste technische Zivilisation“ – man könnte auch sagen, wissenschaftliche Exzellenz – ebenso wie in Europa zu finden.

Deshalb, so Leibniz, sei es nötig, eine Welt-Akademie der Wissenschaften zu gründen, in der westliche und chinesische Wissenschaftler gemeinsam forschen sollten. Zum gemeinsamen Erkenntnisgewinn und, ganz im Sinne der Aufklärung, im Dienste der Menschheit. Außerdem regte Leibniz die Gründung chinesischer Hochschulen in Deutschland an, damit deutsche Studierende von chinesischen Gelehrten lernen könnten.

I.

Heute, 300 Jahre später, wäre Leibniz mit
dem wissenschaftlichen Austausch zwischen Deutschland und China sicher hochzufrieden. Es gibt keine Welt-Akademie, wie er sie sich vorstellte, und keine chinesischen Hochschulen in Deutschland. Aber sie sind auch nicht nötig, denn auch so sind Deutschland und China zu engen Partnern in Wissenschaft und Forschung geworden. Ich selbst war in diesem Jahr bereits zweimal in China, im Januar gemeinsam mit einer Delegation der deutschen Wissenschaft, und konnte mich dort von den ausgezeichneten Beziehungen überzeugen. Und die Zahlen sprechen ohnehin für sich:

Es gibt über 1.100 deutsch-chinesische Hochschulkooperationen. China ist damit der wichtigste Kooperationspartner deutscher Hochschulen in Asien.
2015 haben über 30.000 Chinesen an deutschen Hochschulen studiert – China ist mit großem Abstand das wichtigste Herkunftsland ausländischer Studierender
in Deutschland. Gleichzeitig studierten laut Zahlen des chinesischen Bildungsministeriums fast 8.000 Deutsche in China. China steht bei deutschen Studierenden somit an siebter Stelle der beliebtesten Auslandsziele – sicher noch ausbaufähig, aber doch sehr beachtlich, gerade angesichts der Sprachbarriere. Mit dem Ausbau von englischsprachigen Studiengängen an chinesischen Hochschulen wird diese Zahl sicher noch zunehmen, und auch unsere Bemühungen um mehr China-Kompetenz an deutschen Hochschulen dürften dazu beitragen. Dazu später mehr.

China ist das zweitwichtigste Herkunftsland ausländischer Wissenschaftler an deutschen Hochschulen, über 2.500 waren es 2014. Für Deutsche, die als Gastwissenschaftler ins Ausland gehen, ist China das beliebteste Zielland in Asien.

Der deutsch-chinesische Austausch von Wissenschaftlern und Studierenden zeichnet sich aber nicht nur durch schiere Masse
aus, sondern auch durch unzweifelhafte Klasse. Das DAAD-Programm „Strategische Partnerschaften und thematische Netzwerke“ fördert mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung eine neue Qualität der internationalen Zusammenarbeit deutscher Hochschulen. An 18 der bisher ausgewählten 49 Projekte sind Partnerhochschulen aus China beteiligt. Und in den Exzellenzclustern der deutschen Exzellenzinitiative, zu der ich gleich noch mehr sagen werde, liegt China auf Platz 1
der Herkunftsländer von ausländischen Promovierenden.   

Zu den treibenden Kräften hinter diesem Austausch zählen Sie alle, meine sehr verehrten Damen und Herren, und dafür möchte ich Ihnen herzlich danken! Dass Deutschland unsere Partnerschaft nicht nur fortführen, sondern weiter intensivieren möchte, kann ich Ihnen, verehrte chinesische Gäste, versichern.

Wie ich höre, hat man es auch in Harvard noch nicht geschafft, mehr als zehn chinesische Universitätspräsidenten gleichzeitig zu versammeln. Den Deutschland-Besuch von Vize-Premierministerin Liu, von meinem Freund, Forschungsminister Wan, sowie von Vize-Bildungsminister Hao, und von über 20 Hochschulpräsidenten und vielen weiteren hochrangigen Universitätsvertretern sehen wir daher als große Ehre und Kompliment für die deutsche Wissenschaft. Vielen Dank für Ihre Anreise, seien Sie ganz besonders herzlich willkommen in Berlin!

Herr Professor Alt, Ihnen und Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern möchte ich sehr herzlich für die Organisation dieser Veranstaltung danken.

II.

Lassen Sie mich nun zum Thema Exzellenzförderung kommen.

Chinesische Forscher sind überaus produktiv und vollbringen Spitzenleistungen, die wir mit Interesse und großem Respekt verfolgen. China investiert mittlerweile rund 2,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in Forschung und Entwicklung, in absoluten Zahlen dürften die chinesischen Ausgaben für Forschung und Entwicklung die der USA in absehbarer Zeit überholen. In keinem anderen Land weltweit gibt es – in absoluten Zahlen – so viele Forschende wie in China. Sie veröffentlichen mittlerweile jeden fünften wissenschaftlichen Artikel weltweit.

Auch die Qualität und der Einfluss dieser Artikel nehmen stetig zu, insbesondere in den Bereichen Ingenieurswissenschaften,
Materialwissenschaften, Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) und Chemie – aber nicht nur dort. Die Zeitschrift Nature [Näi-tscher] hat dem beeindruckenden Aufstieg der chinesischen Wissenschaft im Juni eigens eine Sonderausgabe gewidmet. Chinas Universitäten und Forschungsinstitute sind so attraktiv, dass Ihre Landsleute von Max-Planck-Instituten, aus Cambridge oder Kalifornien nach China zurückkehren, um dort Supercomputer der nächsten Generation zu entwickeln, Teilchenbeschleuniger zu planen oder Genforschung zu betreiben. Mit der neuen Zweifach-Exzellenz-Strategie wird es Ihnen in China sicher gelingen, diese Entwicklung fortzusetzen und noch zu beschleunigen.

Sie haben sich langfristige, ehrgeizige Ziele gesetzt: Bis 2020 sollen einzelne Fachbereiche zu den weltweit Führenden gehören. Bis 2030 sollen die besten chinesischen Hochschulen zu den weltweit führenden zählen. Und bis 2050 soll China zur Weltspitze zählen, gemessen an der Anzahl der weltweiten Top-Universitäten und -Fachgebiete. Wir werden dies gespannt beobachten.

Auch wir in Deutschland blicken mit einem gewissen Stolz auf die Entwicklung von Wissenschaft, Forschung und Innovation bei uns in den letzten Jahren. Wir sind mit einem Prozent der Weltbevölkerung ein kleines Land, aber dennoch die viertgrößte Volkswirtschaft. Dazu hat auch unsere Hightech-Strategie beigetragen. Seit nunmehr zehn Jahren und in ihrer dritten Entwicklungsstufe bündeln wir mit dieser Strategie unsere forschungs- und innovationspolitischen Maßnahmen.

Damit konnte Deutschland sich auch als einer der weltweit attraktivsten Wissenschafts- und Forschungsstandorte etablieren. Mit knapp 2,9 Prozent des deutschen BIP haben wir 2015 so viel wie noch nie zuvor in Forschung und Innovation investiert. Und das ist auch notwendig. Denn Ideen und Innovationen sind für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung Deutschlands unsere wichtigsten Rohstoffe. Exzellente Wissenschaft und Forschung an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen sind dabei elementare Säulen. Die außeruniversitären Forschungseinrichtungen wie Fraunhofer, Max-Planck, Helmholtz und Leibniz sind weltweit sehr anerkannt. Wir brauchen aber auch absolute Spitzenforschung an unseren Universitäten.

Mit der Exzellenzinitiative haben das Bundesministerium für Bildung und Forschung und die Länder vor zehn Jahren daher
ein Programm aufgelegt, um auch an deutschen Hochschulen die internationale Wettbewerbsfähigkeit weiter zu fördern.

Dafür haben wir fast fünf Milliarden Euro in drei Instrumente investiert: Exzellenzcluster, Graduiertenschulen und gesamtuniversitäre Zukunftskonzepte. Viele der Exzellenzcluster gehören heute zu den weltweit führenden Einrichtungen in ihren Feldern. Die Graduiertenschulen haben die Strukturen zur Ausbildung exzellenten wissenschaftlichen Nachwuchses verbessert. Und die Universitäten mit Zukunftskonzepten, oft auch Exzellenzuniversitäten genannt, wurden international als Gesamtinstitutionen deutlich sichtbarer. Viele davon sind heute hier vertreten, und auch die FU Berlin zählt dazu.

Eine Evaluation hat uns 2015 bescheinigt:

Die Exzellenzinitiative hat an den geförderten deutschen Hochschulen zu attraktiven Rahmenbedingungen beigetragen, und damit im Ergebnis zu exzellenten Forschungsleistungen und zu mehr internationaler Anerkennung. Diesen Kurs werden wir mit der neuen Exzellenzstrategie
in Zukunft dauerhaft fortsetzen, und nun Exzellenzcluster und Exzellenzuniversitäten fördern.

Ich bin überzeugt: Ein zentrales Element für den Erfolg der deutschen Exzellenzinitiative ist das wissenschaftsgeleitete Auswahlverfahren. „Die Politik“, so heißt es in der Evaluation aus dem letzten Jahr, „hat der Wissenschaft einen Vertrauensvorschuss eingeräumt, die Auswahl der Projekte erfolgte strikt wissenschaftsgeleitet, es gab keine inhaltlichen Vorgaben.“

Ich selbst war über 25 Jahre lang Wissenschaftlerin und weiß daher: Niemand kann die Qualität von Forschung besser beurteilen als die international führenden Forscher selbst. Keine Regierung, kein Ministerium, keine Partei oder Koalition. Auch ein informed peer review [INFORMD PIER RIEFJUH] als Auswahlverfahren für exzellente Universitäten und Cluster ist nicht unfehlbar, aber nach meiner Auffassung das beste Verfahren, das es gibt. Folglich waren 85 Prozent der Gutachter, die über die Förderung bei der Exzellenzinitiative entschieden haben, führende ausländische Wissenschaftler. So konnten übrigens nicht nur die besten Anträge in Deutschland ausgewählt werden; die ausländischen Gutachter konnten ihre positiven Eindrücke deutscher Wissenschaft auch mit nach Hause nehmen und als Multiplikatoren für die Reputation der deutschen Forschung wirken.

Überhaupt lassen sich Exzellenzförderung und Internationalisierung nur zusammen denken und fördern. Ein zentraler Ansatz unserer Internationalisierungsstrategie lautet daher: Wissenschaftliche Exzellenz lebt vom Austausch und vom Wettbewerb der weltweit Besten.

Neben der Exzellenzförderung ist auch ein effektiver Ideen-, Wissens- und Technologietransfer aus der Hochschulforschung in Wirtschaft und Gesellschaft  (und auch vice versa) entscheidend für die Innovationskraft unseres Landes. Deshalb stärken wir die strategische Rolle der Hochschulen im regionalen Innovationssystem und fördern die Zusammenarbeit der Hochschulen mit Wirtschaft und Gesellschaft ganz gezielt im Rahmen der im Juli 2016 gestarteten Bund-Länder-Initiative „Innovative Hochschule“ mit bis zu 550 Millionen Euro über einen Zeitraum von zehn Jahren.

III.

Bei aller Kooperation ist aber auch
klar: Deutschland und China sind auch Wettbewerber. Das wollen wir in unserer Zusammenarbeit nicht ausblenden. Im letzten Jahr hat mein Ministerium die China-Strategie 2015-2020 veröffentlicht. Übrigens unsere bisher einzige Länderstrategie, was die Bedeutung der deutsch-chinesischen Zusammenarbeit unterstreicht. Als Beitrag zur im März 2014 beschlossenen strategischen Partnerschaft zwischen Deutschland und China enthält sie über 30 konkrete Maßnahmen in den Bereichen Wissenschaft, Forschung
und Innovation. Ich freue mich auch sehr, dass nun auch das chinesische Forschungsministerium MoST eine Deutschland-Strategie vorgelegt hat.

In der China-Strategie beschreiben wir Rahmenbedingungen, die uns für einen fairen Austausch und Wettbewerb wichtig sind:

Den Schutz des geistigen Eigentums genauso wie faire Marktbedingungen.
Die gegenseitige Anerkennung von Hochschulabschlüssen und die Anrechenbarkeit von Leistungen, die an der ausländischen Hochschule erworben wurden.
Geeignete Rahmenbedingungen für
die Aktivitäten der Wissenschafts- und Mittlerorganisationen. Fast alle großen deutschen Wissenschafts- und Mittlerorganisationen sowie viele deutsche Hochschulen haben eigene Büros in China eröffnet, um ihre Aktivitäten noch besser zu koordinieren und über Möglichkeiten der Zusammenarbeit und des Studiums in Deutschland zu informieren. Dieses Engagement der deutschen Wissenschaft in China sieht mein Ministerium sehr positiv.

Hinsichtlich des chinesischen „Gesetzes über inländische Aktivitäten ausländischer Nichtregierungsorganisationen“ möchte ich die Gelegenheit nutzen und die chinesischen Partner bitten: Unterstützen Sie die deutsche Forschung und Wissenschaft bei ihrem Engagement in China auch weiterhin.

Ich freue mich, dass wir dies bei den vierten deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen im Juni vereinbaren konnten und bin mir sicher, dass dies im Interesse unserer beiden Länder ist.

Soviel an dieser Stelle zum förderlichen und fairen Wettbewerb. Und wie nutzen wir die Chancen der Kooperation im Sinne eines beiderseitigen Nutzens so gut wie möglich? Es kommt dabei auf Strukturen und Personen gleichermaßen an, denke ich.

Es kommt auf Strukturen an, weil so die Nachhaltigkeit gewährleistet werden kann:

Deshalb begrüßen wir die vielen institutionalisierten Hochschulpartnerschaften, ob mit oder ohne Förderung durch den DAAD. Deshalb fördern wir die Chinesisch-Deutsche Hochschule für Angewandte Wissenschaften an der Tongji-Universität in Shanghai als Beispiel einer fest etablierten Hochschulkooperation.
Deshalb begrüßen wir es, wenn deutsche und chinesische Hochschulen Doppelabschluss- und Doktorandenprogramme gemeinsam durchführen.

Deshalb wollen wir mit dem chinesischen Bildungsministerium als Pilotprojekt ein gemeinsames Forschungslabor an
einer exzellenten chinesischen Hochschule aufbauen und für bilaterale Forschungstätigkeiten nutzen. Bereits in der Vergangenheit hat das BMBF den Aufbau von deutsch-chinesischen Forschungsstrukturen in mehreren Projekten gefördert.

Und deshalb wollen wir im Bereich Industrie 4.0 und Smart Services bei der Förderung von abgestimmten Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zusammenarbeiten. Diese bereiten wir derzeit gemeinsam unter Beteiligung weiterer Ressorts vor. Auch einige herausragende Cluster in Deutschland und China bereiten derzeit Kooperationsprojekte vor.

Gleichzeitig kommt es aber auch mindestens genauso sehr, wie immer im Leben, auf Personen an, wenn wir die deutsch-chinesischen Wissenschafts- und Forschungszusammenarbeit fördern wollen. Damit Strukturen mit Leben erfüllt werden und damit auch Neues gewagt wird. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat daher zuletzt unter anderen die folgenden Maßnahmen umgesetzt:

Im April haben wir gemeinsam mit dem chinesischen Forschungsministerium die 4. Deutsch-Chinesische Innovationskonferenz in Berlin veranstaltet, mit über 250 Vertretern aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft. Dies
war ein wichtiger Meilenstein für die Weiterentwicklung der „Deutsch-Chinesischen Plattform Innovation“, die wir gemeinsam weiterführen und ausbauen wollen.
Das Bundesforschungsministerium fördert außerdem den Aufbau von fachbezogenen deutsch-chinesischen Forscher-Alumni-Netzwerken. Damit wollen wir dazu beitragen, dass deutsche China-Alumni und chinesische Deutschland-Alumni ihre Kontakte verstetigen können. So werden aus Aufenthalten Einzelner im jeweils anderen Land langfristig gemeinsame Forschungsprojekte. Aktuell werden die Projektanträge für diese Maßnahme begutachtet.

Wir unterstützen darüber hinaus den Ausbau der China-Kompetenz an deutschen Hochschulen; die Förderbekanntmachung dazu wird dieser Tage veröffentlicht. Wir wollen, dass mehr Studierende, Forschende und Verwaltungspersonal an deutschen Universitäten China besser verstehen, seine Strukturen, Kultur und Sprache. Ganz im Sinne von Leibniz. Deshalb bieten wir den deutschen Hochschulen Freiraum (und Geld) für innovative Konzepte dazu. Und ich kann mir vorstellen, dass wir auch über diese Maßnahme hinaus in Zukunft das Thema China-Kompetenz weiter im Blick haben werden.

Außerdem arbeitet mein Haus mit
dem Auswärtigen Amt und anderen Bundesministerien daran, den deutsch-chinesischen Praktikantenaustausch wieder zu intensivieren. Ich freue mich, dass wir mit den chinesischen Partnern im Juni vereinbart haben, hier zu einer Übereinkunft zu kommen, die das rechtlich ermöglicht.

IV.

Eine weitere aktuelle Maßnahme, und damit komme ich zum Schluss, ist die heutige Veranstaltung. Es ist immer lohnenswert, sich über Exzellenzförderung und auch über Innovation auszutauschen. Im Gespräch können wir viel voneinander lernen. Mein Haus unterstützt das Forum daher sehr gerne und wir sind gespannt auf die Ergebnisse der Diskussionen.

Mein persönlicher Rat: Pflegen Sie Ihr guanxi [guanshi], also Ihre Beziehungen und Ihr Netzwerk. Sie tun dies nicht nur im Dienste Ihrer Institutionen, sondern auch zum Wohle der deutsch-chinesischen Freundschaft.

In einem letzten Punkt muss ich Gottfried Wilhelm Leibniz dabei allerdings widersprechen, wohl auch im Namen der meisten anderen deutschen Teilnehmenden heute. Leibniz war der Auffassung, eine Weltsprache für die Wissenschaft sei nötig und am besten geeignet dafür sei Mandarin. Wir begrüßen es sehr, wenn mehr und mehr Deutsche Mandarin lernen – und natürlich auch weiterhin viele Chinesen die deutsche Sprache. Aber ich glaube, dass wir uns zumindest hier und heute auf Dolmetscher und das Englische verlassen müssen. Unserer Partnerschaft und Freundschaft soll das keinen Abbruch tun. Ich wünsche Ihnen daher auch weiterhin eine erfolgreiche Veranstaltung!