CISPA: Neues Zentrum für IT-Sicherheitsforschung eröffnet

Leuchtturm der Cybersicherheitsforschung: Das Kompetenzzentrum CISPA in Saarbrücken soll schrittweise Teil der Helmholtz-Gemeinschaft werden – und damit das erste Helmholtz-Zentrum mit dem Schwerpunkt IT-Sicherheit.

Bundesforschungsministerin Johanna Wanka spricht bei der offiziellen Eröffnung des CISPA - Helmholtz-Zentrums in Saarbrücken. Zur Eröffnung kamen auch die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer und Otmar Wiestler, der Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren. © CISPA/Guldner

Die Digitalisierung verändert die Welt, in der wir leben: Nie zuvor waren Staat, Gesellschaft und Wirtschaft so vernetzt wie heute; und nie zuvor konnten Cyberkriminelle in kürzester Zeit weltweit Schäden anrichten, kritische Infrastrukturen lahmlegen oder private Daten stehlen. Damit sich Menschen sicher und selbstbestimmt im Internet und in der digitalisierten Welt bewegen können, finanziert das Bundesforschungsministerium seit 2015 ein Forschungsrahmenprogramm sowie seit 2011 drei nationale Kompetenzzentren zur IT-Sicherheitsforschung – CRISP in Darmstadt, KASTEL in Karlsruhe und CISPA in Saarbrücken. Letzteres wurde jetzt in Anwesenheit von Bundesforschungsministerin Johanna Wanka offiziell als „CISPA – Helmholtz-Zentrum in Gründung“ eröffnet. Aus ihm soll in weiteren Schritten das neue „Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit CISPA“ entstehen.

Jeder zweite Deutsche war im vergangenen Jahr Opfer von Cyberkriminellen

Rund die Hälfte aller deutschen Unternehmen hat nach eigenen Angaben in den vergangenen drei Jahren einen Angriff auf ihre IT-Systeme festgestellt. Jeder zweite Deutsche gibt an, in den letzten zwölf Monaten Opfer von Cyberkriminalität geworden zu sein. Die dadurch entstandenen Schäden schätzt das Bundeskriminalamt auf 55 Milliarden Euro für das Jahr 2017. Die Dunkelziffer dürfte noch höher liegen. Umso wichtiger ist es, dass Politik, Wissenschaft und Wirtschaft gemeinsam die IT-Sicherheit stärken.

Entwicklung neuer IT-Sicherheitslösungen ist ein nie endender Prozess

„IT-Sicherheit ist der Boden, auf dem die digitalisierte Welt aufbaut. Sie ist aus unserem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken“, sagt Bundesforschungsministerin Johanna Wanka. „Die Entwicklung neuer IT-Sicherheitslösungen ist ein nie endender Prozess – ein nationaler wie internationaler Wettlauf. Dafür brauchen wir in Deutschland herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, auf deren Expertise wir jederzeit zurückgreifen können.“

Der Standort Saarbrücken ist dafür ideal: Denn dieser bündelt die Kompetenz der Universität des Saarlandes, von zwei Max-Planck-Instituten und dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz. Außerdem arbeitet das CISPA bereits am globalen Austausch und an internationalen Kooperationen, beispielsweise mit europäischen Sicherheitsbehörden, um grenzüberschreitende Infrastrukturen in Europa besser schützen zu können.

Wissenschaftler erforschen den Schutz der Privatsphäre

„Am CISPA arbeiten die klügsten Köpfe an neuen Konzepten und Ideen. Mit der Gründung der CISPA GmbH und ihrer Überführung in ein Helmholtz-Zentrum schaffen wir die besten Voraussetzungen, um erfolgreich die Sicherheitsfragen der Digitalisierung zu beantworten“, sagt Wanka. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Kompetenzzentrums erforschen den Schutz der Privatsphäre und die ganzheitliche Sicherheit von Informations- und Kommunikationstechnologien. Der Fokus liegt dabei auf den großen Fragen der Cybersicherheit, insbesondere der Erforschung belastbarer Sicherheitsgarantien für Systeme und Software, Datenschutz in der digitalen Welt, die Sicherheit autonom agierender Systeme, vertrauenswürdige Verarbeitung von Informationen, und die Sicherheit im sozialen Kontext.

Erstes Helmholtz-Zentrum mit Schwerpunkt IT-Sicherheit

Das „Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit CISPA“ soll das 19. Zentrum der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren werden und das erste mit dem Schwerpunkt IT-Sicherheit. Bis 2026 soll das Zentrum im Vollausbau etwa 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben. Eingeworbene Drittmittel werden zu weiterem Wachstum führen, es ist dann von rund 800 Forscherinnen und Forschern auszugehen. Die Einrichtungen der Helmholtz-Gemeinschaft sind rechtlich selbstständig und werden gemeinsam vom Bund und dem jeweiligen Sitzland 90:10 finanziert. Sie verfolgen langfristige Forschungsziele des Staates und der Gesellschaft und sollen durch ihre Forschungsergebnisse die Lebensgrundlagen des Menschen erhalten und verbessern.

Forschungsrahmenprogramm IT-Sicherheit

Das Forschungsrahmenprogramm „Selbstbestimmt und sicher in der digitalen Welt“ bündelt seit 2015 erstmals ressortübergreifend die Aktivitäten zur IT-Sicherheitsforschung und fördert die Entwicklung sicherer, innovativer IT-Lösungen für Bürgerinnen und Bürger, Wirtschaft und Staat. Bis 2020 wird die Forschung zur IT-Sicherheit mit rund 180 Millionen Euro durch das Bundesforschungsministerium gefördert. Das CISPA in Saarbrücken ist eines von drei nationalen Kompetenzzentren für IT-Sicherheitsforschung. Weitere Standorte sind Darmstadt (CRISP) und Karlsruhe (KASTEL).