Corona: Das ist der Stand bei der Impfstoff-Entwicklung

Weltweit forschen Menschen an der Entwicklung eines Impfstoffes gegen den neuen Coronavirus. Auch Deutschland und das BMBF sind daran beteiligt. Erste Tests stehen jetzt an. Doch es ist Geduld gefragt: Ein Impfstoff muss wirksam und sicher sein.

Die Corona-Epidemie stellt die Menschen in Deutschland und weltweit vor eine so nie dagewesene Herausforderung. Trotzdem ist das BMBF überzeugt, dass diese Herausforderung gemeistert werden kann. Die Gesellschaft kann auf die Forschung setzen – weltweit und in Deutschland. Forscherinnen und Forscher arbeiten unter Hochdruck.

Da geht es einerseits um die Entwicklung neuer Medikamente. Und darunter fallen auch Medikamente, die die bereits für andere Krankheitsbilder eingesetzt werden oder nah am Einsatz waren. Da geht es auch um die Entwicklung eines Impfstoffs. Das ist natürlich das beste Mittel, um das Virus zurückzudrängen. Aber: Die Entwicklung eines Impfstoffs ist sehr zeitaufwendig.

Nach Angaben der WHO sollen weltweit über 160 Impfstoffentwicklungen gegen das Corona-Virus angelaufen sein. Auf dieser Liste der Institute und Unternehmen finden sich auch die deutschen Firmen BioNTech und CureVac sowie das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung gemeinsam mit der Firma IDT.

SARS-CoV-2 (COVID-19)
Das neue SARS-Coronavirus-2 unter dem Elektronenmikroskop (Maßstab: 100 nm). © Robert Koch-Institut

Das Gute ist, dass im Fall von Corona die Forschenden nicht bei null anfangen. Andere Corona-Viren wie MERS und SARS kennen sie bereits. Darum gab es auch relativ rasch einen diagnostischen Test. Das ist von unschätzbaren Wert.

Die Impfstoffforschung wird insbesondere auch durch die internationale Impfstoffallianz CEPI vorangetrieben. Die Welt hat also aus der Ebola-Epidemie gelernt. Deutschland hat seinen Beitrag in diesem Jahre kürzlich um 140 Millionen Euro erhöht und beabsichtigt im kommenden Jahr weitere 90 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen. Das Bundesforschungsministerium hat über diese Aktivitäten informiert. CureVac gehört zu den weltweit neun Instituten, die von CEPI nach aktuellem Stand beauftragt sind.

Die internationalen Maßnahmen werden durch das nationale Engagement des Bundesforschungsministeriums in der Impfstoffforschung ergänzt. Für die Stärkung und Beschleunigung der Entwicklung von Impfstoffen hat das BMBF ein Sonderprogramm mit einem Volumen von bis zu 750 Millionen Euro gestartet. Ziel ist es, bevorstehende Impfstoffstudien gleich mit einer größeren Probandenzahl zu ermöglichen, und Produktionskapazitäten auszubauen. So soll gewährleistet werden, dass in Deutschland schon frühzeitig viele Personen im Rahmen der klinischen Studien geimpft werden sowie die Produktion in Deutschland und weltweit rasch und in großem Umfang starten kann, sobald ein Impfstoff gefunden wurde.

Die Rahmenbedingungen für die Entwicklung eines Impfstoffs sind also sehr gut. Und dennoch kann heute niemand genau vorhersagen, wann ein Impfstoff für breite Bevölkerungsschichten zur Verfügung steht. Wir brauchen also leider Geduld. Aber wir können die Hoffnung haben, dass ein Impfstoff gefunden wird.

Ein Impfstoff muss wirksam sein – also tatsächlich vor der Krankheit schützen. Und er muss sicher sein – das bedeutet, er darf keine Gesundheitsschäden verursachen. Darum muss ein Impfstoff ausreichend getestet werden.

BioNTech hat bereits mit klinischen Prüfungen im Menschen begonnen und CureVac plant zeitnah ebenfalls erste Impfstoff-Kandidaten zu testen. Das ist der Beginn einer längeren Testphase, die sich über mehrere Stufen erstreckt. Wie sich diese Testphase entwickelt, kann sehr schwer vorhergesehen werden. Mit Prognosen muss man daher sehr vorsichtig sein.

Dabei ist klar: Je schneller der Impfstoff der gesamten Bevölkerung zur Verfügung steht, desto besser.