Coronavirus: Was tut das BMBF?

Die Bundesregierung bekämpft mit ganzer Kraft die Ausbreitung der Pandemie und ihre Folgen. Welche Maßnahmen das Bundesministerium für Bildung und Forschung in der Krise ergriffen hat, lesen Sie hier in unserem Überblick.

Corona-Dashboard BMBF © BMBF

Das neuartige Corona-Virus und seine schnelle Ausbreitung erfüllen derzeit viele Menschen mit Sorge. Die Bundesregierung hat die Herausforderungen, die sich durch das Corona-Virus ergeben, als gemeinsame Aufgabe angenommen und viele Millionen Euro zusätzlich zur Forschung zum Coronavirus bereitgestellt. Größtenteils wird das Bundesforschungsministerium damit die internationale Impfstoff-Initiative CEPI unterstützen. Die Sofort-Maßnahme ist Teil des weltweiten Engagements des BMBF in der Infektionsforschung. Was das BMBF noch in der Krise tut, unter anderem für Lernende und Studierende, erfahren Sie auf dieser Seite.

Wir stärken die Forschung

  • Wir unterstützen mit Hochdruck die Erforschung eines Impfstoffs: Deutschland ist Gründungsmitglied der internationalen Impfstoff­Initiative CEPI (Coalition for Epidemic Preparedness  Innovations). Das BMBF fördert CEPI bereits seit 2017 mit insgesamt 90 Millionen Euro. Im Zuge der Pandemie haben wir zusätzliche Mittel zur Förderung der Impfstoffentwicklung im Rahmen von CEPI in Höhe von 140 Millionen Euro bereitgestellt. In die von CEPI initiierten Entwicklungsprojekte ist auch ein deutsches Unternehmen eingebunden, die Biotech­Firma CureVac.

  • Für die Stärkung und Beschleunigung der Entwicklung von Impfstoffen starten wir ein Sonderprogramm von bis zu 750 Millionen Euro. Ziel ist es, bevorstehende Impfstoffstudien gleich mit einer größeren Probandenzahl zu ermöglichen, und Produktionskapazitäten auszubauen. So soll gewährleistet werden, dass in Deutschland schon frühzeitig viele Personen im Rahmen der klinischen Studien geimpft werden sowie die Produktion in Deutschland und weltweit rasch und in großem Umfang starten kann, sobald ein Impfstoff gefunden wurde.

  • Zudem haben wir bereits Anfang März einen BMBF-Förderaufruf zur Entwicklung von Medikamenten gegen die Atemwegserkrankung COVID­-19 und zum besseren Verständnis des Virus gestartet, für den zunächst 15 Millionen Euro zur Verfügung stehen.

  • Um die Forschungsaktivitäten der deutschen Universitätsmedizin zur Bewältigung der  aktuellen Pandemie-Krise zu bündeln und zu stärken, stellen wir für den Aufbau eines  Forschungsnetzwerks zusätzliche Mittel in Höhe von 150 Millionen Euro bereit. Ziel ist es, eine Nationale Task Force COVID-19 einzurichten und zentrale Infrastrukturen wie beispielsweise eine patientenbezogene Datenbank aufzubauen. Durch den schnellen Austausch von Erkennt nissen sollen Best­P racticeVorgehensweisen identifiziert und flächendeckend eine möglichst hohe  Behandlungsqualität erreicht werden.
  • Globale Herausforderungen erfordern globale Lösungen. Deshalb unterstützt das BMBF die Studie Solidarity der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in einem ersten Schritt mit 1,5 Millionen Euro. Im Mittelpunkt der weltweiten Studie, an der sich 70 Länder beteiligen und deutlich über 10.000 Patientinnen und Patienten eingeschlossen werden sollen, steht die Untersuchung, ob und wie bereits bekannte Medikamente gegen COVID-­19 helfen können. Konkret geht es um folgende Medikamente: Remdesivir, ein Wirkstoff, der gegen Ebola entwickelt wurde; die Malaria  Wirkstoffe Chloroquin und Hydroxychloroquin; eine Kombination der HIV-Medikamente Lopinavir und Ritonavir sowie eine Kombination dieser HIV­Wirkstoffe mit Interferon­beta. Auch deutsche Forschungseinrichtungen nehmen an der Studie teil. Das Zentrum für Infektionsforschung und das Deutsche Zentrum für Lungenforschung übernehmen die Koordinierung der deutschen Teilnehmer.

  • Im Bereich der institutionellen Förderung unterstützen wir bereits seit Jahren das Deutsche  Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) und das Deutsche Zentrum für Lungenforschung (DZL).  Auch die vier großen Forschungsorganisationen Helmholtz­Gemeinschaft, Leibniz­Gemeinschaft, Fraunhofer-Gesellschaft und Max-Planck-Gesellschaft engagieren sich in der aktuellen Lage  besonders.

  • Im Bereich der Projektförderung haben wir die Rahmenbedingungen kurzfristig erweitert und werden sie fortlaufend evaluieren. So stellen wir Liquidität und der Situation angemessene  Verfahren für diejenigen sicher, die bereits in BMBF­geförderten Projekten arbeiten.

Wir stärken die Digitale Bildung

  • Digitales Lernen und Lehren ist in diesen Tagen eine gute Möglichkeit für Schülerinnen und  Schüler, Unterrichtsausfälle abzufedern. Diese Formen des Unterrichts sollen zügig  ausgeweitet  werden. Mit den kurzfristig aus dem DigitalPakt Schule bereitgestellten 100 Millionen Euro  können die Länder den schnellen Aufbau der Infrastruktur und die Ausweitung des digitalen  Unterrichts in Zeiten bundesweit geschlossener Schulen umsetzen.

  • Für Schulen, die aktuell keine eigene Schul­Cloud nutzen können, bauen wir die Kapazitäten im Rahmen des laufenden BMBF ­Projekts „HPI-Schul-Cloud“ aus. So kann trotz  Schulschließungen Unterricht auf digitalem Wege ermöglicht werden: In der „Schul­Cloud“ können  Lehrkräfte Unterrichtsinhalte digital vermitteln, Schülerinnen und Schüler können Aufgaben jederzeit  bearbeiten, sogar im Team. Das schafft eine Form des „digitalen Klassenverbundes“. Auch offene Bildungsinhalte können eingebunden werden. Deswegen werden das „Bündnis für Bildung“ und das „edusharing network“, die schon in mehreren Ländern Bildungsinhalte anbieten, Teil des Projektes.

  • Gemeinsam mit Ländern, Wissenschaft und der Wirtschaft haben wir die Allianz „Wir bleiben schlau!“ für MINT-Bildung zu Hause ins Leben gerufen. Mit einem neuen, umfangreichen und  vern etzten Web­Angebot möchten wir bei Schülerinnen und Schülern Interesse wecken, sich auch zu Hause mit Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu beschäftigen. Über den  Schulstoff hinaus wollen wir zeigen, dass es nicht viel braucht, um in den eigenen vier Wänden zu  experimentieren, zu programmieren, Neues zu entdecken und sich für MINT begeistern zu lassen.

  • Kurzfristig stellen wir dem Deutschen Volkshochschul­Verband e. V. (DVV) 500.000 Euro für das vhs-Lernportal zur Verfügung. Das Portal bietet kostenfreie digitale Lernangebote in den Bereichen Alphabetisierung und Grundbildung sowie Deutsch als Zweitsprache an. Mit dem Geld sollen (zusätzliche) Lehrkräfte zu online­Tutoren geschult und mehr Lernende im vhs­Lernportal tutoriell begleitet werden können.

Wir stärken den Studierenden den Rücken

  • Niemand soll sich wegen der Corona­-Pandemie um seine BAföG­Förderung Sorgen machen müssen. Deswegen haben wir beim BAföG an mehreren Stellen nachjustiert. So erhalten BAföG- Geförderte ihre Ausbildungsförderung weiter, auch wenn der Lehrbetrieb an Schulen und Hochschulen  wegen der COVID-19­-Pandemie ausgesetzt wird.

  • Wenn sich BAföG­-Geförderte mit einer vergüteten Tätigkeit in der aktuellen Krise engagieren, wird ihr Engagement für die Gesellschaft in den Anrechnungsregelungen berücksichtigt. Denn sie sollen durch die geltenden Einkommensanrechnungen des BAföG keinen Nachteil erhalten, wenn sie einen Beitrag im Kampf gegen die Pandemie und ihre Folgen leisten.

  • Auch der BAföG­-Vollzug soll erleichtert werden. BAföG­-Berechtigten und vor allem auch denen, die wegen veränderter eigener oder elterlicher Einkommensverhältnisse nun kurzfristig BAföG beantragen müssen, soll möglichst schnell finanziell unter die Arme gegriffen werden.

  • Bei pandemiebedingter Unterbrechung des Studiums wird BAföG auch über die Förderhöchstdauer hinaus gewährt.

  • Für Auszubildende und Studierende, die mit BAföG-Förderung im Ausland waren oder sind und von der COVID­-19­-Pandemie betroffen sind, gibt es zahlreiche Erleichterungen.

  • Studierende, die im Zuge der Corona-Pandemie ihre Studentenjobs verloren haben und finanzielle Unterstützung benötigen, können ab Anfang Mai bei der KfW ein in der Bezugsphase bis zum 31. März 2021 zinsloses Darlehen in Höhe von bis zu 650 Euro/Monat als Überbrückungshilfe beantragen. Für die aktuell besonders betroffene Gruppe der ausländischen Studierenden wird von Juli 2020 bis März 2021 der Studienkredit geöffnet.

  • Darüber hinaus bekommt das Deutsche Studentenwerk 100 Millionen Euro für die Nothilfefonds der Studierendenwerke vor Ort zur Verfügung gestellt. Mit diesem Geld soll denjenigen Studierenden in nachweislich besonders akuter Notlage geholfen werden, die ganz unmittelbar Hilfe benötigen und keine andere Unterstützung in Anspruch nehmen können.

Wie engagiert sich das BMBF darüber hinaus in der Infektionsforschung?

Deutsches Zentrum für Infektionsforschung (DZIF)

Seit 2012 fördert das BMBF das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung. Es bringt über 500 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an sieben Standorten zusammen, um die translationale Forschung strategisch auszurichten.

Das DZIF hat insgesamt neun Forschungsbereiche definiert, in denen sich Forschende mit besonders drängenden Fragen auseinandersetzen. Da sind zum einen die Infektionskrankheiten AIDS, Malaria, Hepatitis und Tuberkulose sowie die Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts, die jeweils viele Millionen Menschen betreffen.

Ein weiterer Schwerpunkt der DZIF-Forschung sind neu auftretende Infektionskrankheiten, die oft von Tieren auf den Menschen „überspringen“. Zu diesen sogenannten Zoonosen zählt unter anderem auch das neuartige SARS-CoV-2.

Deutsches Zentrum für Lungenforschung (DZL)

Das DZL bringt über 200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und deren Arbeitsgruppen aus 22 universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen an fünf Standorten zusammen. Insgesamt acht Krankheiten oder Krankheitsgruppen stehen im Zentrum des Interesses: Asthma und Allergien, die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD), die zystische Fibrose (Mukoviszidose), die Lungenentzündung und akutes Lungenversagen, die diffus-parenchymatösen Lungenerkrankungen, der Lungenhochdruck, der Lungenkrebs und Lungenerkrankungen im Endstadium.

Das DZL hat für seine Forschung drei Hauptperspektiven definiert, um lungentypische Krankheitsprozesse übergreifend untersuchen zu können. Das sind einerseits entzündliche Prozesse, die bei infektiösen und nicht-infektiösen Lungenerkrankungen gleichermaßen Bedeutung haben. Reparaturprozesse, die es der Lunge bei einigen Erkrankungen ermöglichen, sich fast komplett zu regenerieren, sind ein zweiter Fokus. Schließlich sollen auch Proliferationsprozesse untersucht werden, die bei gutartigen und bösartigen Lungenerkrankungen vorkommen und die den an filigrane Strukturen gebundenen Gasaustausch schwer beeinträchtigen können.

An der Corona-Infektion, dem Erreger und einem Impfstoff forscht das DZL in der Klinischen Forschergruppe KFO309 „Virus-Induced Lung Injury: Pathobiology and Novel Therapeutic Strategies“.

Nationale Forschungsplattform für Zoonosen und Forschungsnetz zoonotische Infektionskrankheiten

Die Nationale Forschungsplattform für Zoonosen ist ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördertes und gemeinsam mit den Ministerien für Gesundheit, für Ernährung und Landwirtschaft sowie der Verteidigung getragenes Informations- und Servicenetzwerk für alle in Deutschland aktiven Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Bereich der Zoonosenforschung.Ziel der Zoonosenplattform ist der institutsübergreifende Austausch und das interdisziplinäre Arbeiten an der Schnittstelle human- und veterinärmedizinischer Infektionsforschung auf nationaler und internationaler Ebene. Sie engagiert sich die Forschungsaktivitäten im Bereich der Zoonosenforschung auszubauen sowie die Vernetzung von Human- und Veterinärmedizin zu fördern.

Im Rahmen des Forschungsnetzes zoonotische Infektionskrankheiten fördert das BMBF seit 2017 mit 40 Mio. Euro sieben Verbünde und sechs Nachwuchsgruppen. Forschungsschwerpunkte sind verschiedene Erreger die zwischen Tier und Mensch übertragen werden können. Dazu gehört auch ein von Prof. Christian Drosten koordinierter Verbund, der das Coronavirus MERS-CoV untersucht.

Coalition for Epidemic Preparedness Innovations (CEPI)

Die internationale Impfstoff-Initiative CEPI (Coalition for Epidemic Preparedeness Innovations) wurde 2017 gegründet, um Impfstoffe gegen Erreger mit Pandemiepotenzial zu entwickeln. CEPI ist eine öffentlich-private Partnerschaft, in der sowohl staatliche Förderer als auch Stiftungen, Forschungseinrichtungen und Pharma-Unternehmen zusammenarbeiten. Deutschland ist eines der Gründungsmitglieder und hat CEPI bislang mit insgesamt 90 Millionen Euro unterstützt.

CEPI hat bisher u.a. die Impfstoffentwicklung gegen das „Middle East Respiratory Syndrom“ (MERS) gefördert, das wie das „Severe Acute Respriratory Syndrom“ (SARS) und das neue SARS-CoV-2 durch Corona-Viren ausgelöst wird. Außerdem werden neue Impfstoffplattformen zur schnellen Entwicklung und Produktion von Impfstoffen gefördert. Auf diese Forschungsarbeiten setzt die nun von CEPI unterstützte Impfstoffentwicklung gegen SARS-CoV-2 auf.

Wie stellt das BMBF die Weiterzahlung des BAföG sicher?

Die Universität ist geschlossen. Bekomme ich weiter BAföG?

Ja. Die Zeit, in der die Uni/Hochschule wegen der Pandemie geschlossen bleibt, wird als vorlesungsfreie Zeit betrachtet und BAföG wird bis auf weiteres weiterbezahlt. Aber wenn es Online-Kurse gibt, sind diese Pflicht. Mehr Informationen gibt es auf unseren BAFöG-Seiten.

Ich bin im ersten Semester. Bekomme ich jetzt trotzdem BAföG?

Ja. Auch ErstsemesterInnen erhalten trotz geschlossener Hochschule/Uni bis auf weiteres ihr BAföG – die Schließzeit wird als vorlesungsfreie Zeit verstanden. Mehr Informationen gibt es auf unseren BAFöG-Seiten.

Ich bekomme Aufstiegs-BAföG. Habe ich jetzt zu viele Fehlzeiten?

Nein. Entstehen Fehlzeiten, weil die Bildungseinrichtung wegen der Pandemie geschlossen ist, wird das Aufstiegs-BAföG bis auf weiteres weiterbezahlt. Mehr Informationen finden Sie hier.

Meine Prüfung fällt aus – bekomme ich jetzt noch BAföG?

Ja. Fällt die Prüfung aus und man überschreitet deshalb die Regelstudienzeit, wird das BAföG in den allermeisten Fällen weiterbezahlt. Mehr Informationen gibt es auf unseren BAFöG-Seiten.

Jetzt überschreite ich die Regelstudienzeit – bekomme ich noch BAföG?

Wird die Regelstudienzeit überschritten, weil die Prüfung wegen der Pandemie ausfällt, wird das BAföG in den allermeisten Fällen weiterbezahlt. Mehr Informationen gibt es auf unseren BAFöG-Seiten.