Coronakrise: „Der Herbst kann schwierig werden“

Im Herbst halten sich mehr Menschen in geschlossenen Räumen auf. Das könnte Infektionen begünstigen, warnt Ministerin Karliczek. Doch sie ist zuversichtlich: "Mit Abstand, Hygiene und Alltagsmasken werden wir gut durch die nächsten Wochen kommen."

Anja Karliczek, Bundesministerin für Bildung und Forschung
Anja Karliczek, Bundesministerin für Bildung und Forschung © BMBF/Laurence Chaperon

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek sieht die Impfstoffentwicklung auf einem guten Weg. „Es ist gut möglich, dass wir bereits gegen Ende dieses Jahres von Firmen hören werden, dass ein sicherer und wirksamer Impfstoff gefunden sei“, sagte sie der Passauer Neuen Presse (Samstagsausgabe, Bezahlschranke). Bislang habe es keine gravierenden Rückschläge bei der Impfstoffentwicklung gegeben. Sie sei daher zuversichtlich, dass die Menschen – sofern sie es wünschen – in nicht allzu ferner Zukunft geimpft werden können. Möglich sei es, betonte die Forschungsministerin, dass ein Impfstoff Mitte nächsten Jahres für die breite Bevölkerung angeboten werden könne.

Karliczek warnte jedoch auch davor, dass im Falle eines Erfolges noch nicht alle Herausforderungen gemeistert seien. „So müssen wir davon ausgehen, dass wir verschiedene Impfstoffe brauchen, weil ein bestimmter Impfstoff nicht für alle Personengruppen gleich geeignet sein könnte. Es kann auch noch nicht abgesehen werden, wie lange die Immunreaktion nach einer Impfung anhält. Und: Es müssen vor allem die Herstellungskapazitäten für eine Massenproduktion aufgebaut werden“, sagte die Ministerin.

Wenn die Gesellschaft nachlässig wird, wird auch der Schul- und Kitabetrieb leiden

Trotz aller Herausforderungen zeigte sich Karliczek zuversichtlich, flächendeckende Schulschließungen vermeiden zu können. Voraussetzung dafür sei, dass alle die Hygienevorschriften in den Schulen einhalten und sich auch die Menschen außerhalb der Schulen vernünftig verhalten. „Die Gesellschaft muss insgesamt umsichtig bleiben, damit wir das, was wir bis heute für die Schulen und Kitas erreicht haben, nicht gefährden“, sagte Karliczek.

Der Herbst könne diesbezüglich schwierig werden, mahnte Karliczek. Denn das Infektionsgeschehen können dadurch begünstigt werden, dass sich viele Menschen wieder in geschlossenen Räumen aufhalten. „Mit Abstand, Hygiene und Alltagsmasken werden wir aber gut durch die nächsten Wochen kommen“, betonte Karliczek. Dann werde auch der Schul- und Kitabetrieb gut laufen. „Wenn die Gesellschaft nachlässig wird, wird aber auch der Schul- und Kitabetrieb leiden. Und das kann niemand wollen“, so die Ministerin.