COST – Initiative für wissenschaftliche Zusammenarbeit in Europa

Eine enge Zusammenarbeit der Wissenschaft über Staatengrenzen hinweg ist wichtig für ein starkes und wettbewerbsfähiges Europa. COST fördert länderübergreifende Netzwerke, in denen Forschende in Europa und weltweit zusammenarbeiten.

Kartenansicht der Beteiligten Länder im Programm COST
Übersicht der beteiligten Länder im Programm COST © COST Office Brüssel

COST steht für European Cooperation in Science and Technology (Englisch für: Europäische Zusammenarbeit in Wissenschaft und Technologie). Es ist eine Initiative von 38 europäischen Staaten. Neben den 27 EU-Mitgliedstaaten sind dies: Albanien, Bosnien-Herzegowina, Großbritannien, Island, Moldau, Montenegro, Nordmazedonien, Norwegen, Serbien, Schweiz und Türkei. Israel beteiligt sich als kooperierendes Mitglied.

COST ermöglicht es Forschenden, die eine nationale Förderung erhalten, in europäischen Netzwerken im Rahmen sogenannter COST-Aktionen zusammenzuarbeiten. In diesen tauschen sich die Forschenden über ein bestimmtes Thema aus und bearbeiten es gemeinsam weiter. Hierdurch erhalten sie wichtige Impulse für ihre Forschung und Karriere.

COST-Aktionen lassen sich beschreiben als Pan-Europäische Netzwerke von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Sie arbeiten nach folgenden Prinzipien:

  • Bottom-Up:  Forschende aus ganz Europa bestimmen die Inhalte der COST-Aktionen.
  • Inklusiv: Forschende aus allen COST-Mitgliedstaaten können an den COST-Aktionen teilnehmen und mit ihrem Wissen und ihrer Erfahrung bereichern. Besonders die Beteiligung von Wissenschaftlerinnen und jungen Forschenden wird in den COST-Aktionen gestärkt.
  • Offen: Für COST-Aktionen können sich Forschende aus allen wissenschaftlichen Fachrichtungen bewerben. Darüber hinaus sind laufende COST-Aktionen stets offen für die Teilnahme weiterer Partner. Die Laufzeit der Netzwerke beträgt 4 Jahre.

COST und der Europäische Forschungsraum

Der Europäische Forschungsraum (EFR) zielt darauf ab, die Rahmenbedingungen in den Bereichen Forschung und Innovation zu verbessern. Die europäische Forschungslandschaft wird einheitlicher gestaltet. Dazu zählt besonders der freie Austausch von Wissen  und die Zusammenarbeit von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern über Grenzen hinweg. Gemeinsam geht vieles einfach besser – das gilt auch in der Forschung. Besonders deutlich wird das bei Themen wie Klimawandel, demographischem Wandel oder Schutz vor Epidemien: Viele Herausforderungen kann ein einziges Land gar nicht allein bewältigen. Daher bündeln die  Mitgliedstaaten der EU ihre Kräfte und vernetzten ihre  Forschungs- und Innovationsaktivitäten im EFR stärker miteinander.

COST leistet dazu einen wesentlichen Beitrag:

  • COST schafft dauerhafte, große europäische Netzwerke,
  • Wissen, technische Ausstattung und Finanzmittel, die europaweit vorhanden sind, werden effektiv genutzt,
  • Forschende arbeiten gemeinsam an großen gesellschaftlichen Herausforderungen,
  • COST bietet eine Plattform, auf der Forschende der unterschiedlichsten Fachbereiche gemeinsam an einem Thema arbeiten,
  • Exzellente Forschende in und aus bislang weniger forschungs- und innovationsstarken Staaten erhalten einen Zugang zur europäischen Wissenschaftsgemeinschaft.

COST ergänzt somit die Maßnahmen des EU-Forschungsrahmenprogramms. Mehr noch: Die Initiative setzt auch Impulse für diese Maßnahmen. Denn COST ist oftmals der erste Schritt zur dauerhaften Zusammenarbeit von Forschungsteams auf europäischer und internationaler Ebene.

Von COST profitieren auch deutsche Forscherinnen und Forscher: Sie erhalten Zugang zu wissenschaftlichen Erkenntnissen und Know-How innerhalb und außerhalb der EU.

COST – ein Erfolgsmodell

2021 besteht COST seit 50 Jahren. In diesem Zeitraum hat die Initiative rund 1.500 COST-Aktionen gefördert und ist damit eines der erfolgreichsten Modelle für die Vernetzung von Forschenden. Dabei konnten COST-Aktionen einige erfolgreiche Ergebnisse hervorbringen:

So war zum Beispiel der Niederflurbus das Ergebnis einer COST-Aktion:  Er ist heutzutage in vielen europäischen Metropolen selbstverständlich und ermöglicht älteren und behinderten Menschen einen leichteren Zugang zum öffentlichen Nahverkehr.

Aber auch das „European Centre for Medium Range Weather Forecasts" in Reading, Großbritannien entstand durch die Zusammenarbeit von mehreren COST-Aktionen.  Aus den ersten COST-Aktionen im Bereich Meteorologie heraus gegründet, ist es bis heute eine der weltweit führenden Adressen für mittelfristige Wettervorhersagen. Die dort erstellten Wetterprognosen sind für Landwirtschaft, Energieversorger und natürlich auch für die Freizeitgestaltung vieler Menschen heute selbstverständlich.

COST-Aktionen haben dazu beigetragen, Europa eine führende Stellung in der biologischen Bekämpfung von Schädlingen in der Landwirtschaft zu verschaffen. Dies geschah in enger Zusammenarbeit mit Biotechnologie-Unternehmen. Ein herausragendes Beispiel ist hier die Anwendung von Nematoden zur Schneckenbekämpfung.