Das Aufstiegsstipendium

Mit Berufserfahrung an die Hochschule: Die Aufstiegsstipendien des Bundesministeriums für Bildung und Forschung richten sich an besonders motivierte Berufstätige, die sich mit einem Hochschulstudium beruflich und persönlich weiterentwickeln möchten.

Für Studierende im Vollzeitstudium beträgt das Stipendium monatlich 750 Euro. Zusätzlich wird eine Betreuungspauschale für Kinder gewährt. Die Förderung erfolgt einkommensunabhängig und für die gesamte Dauer des Studiums. Studierende in einem berufsbegleitenden Studiengang erhalten jährlich 2.000 Euro.

Motivation, Talent und eine außergewöhnliche Leistungsbereitschaft müssen gefördert werden – zum Beispiel mit einem Aufstiegsstipendium. Das Aufstiegsstipendium soll es engagierten Fachkräften mit Berufsausbildung und Praxiserfahrung finanziell ermöglichen, ein Studium an einer Hochschule zu beginnen. Die Aufstiegsstipendien ergänzen die bestehende Begabtenförderung in der beruflichen Bildung und im Hochschulbereich. Denn Weiterbildung ist der Schlüssel zu Aufstieg und Erfolg im Berufsleben.

Mit dem Aufstiegsstipendium wird ein Erststudium in Vollzeit oder berufsbegleitend an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule gefördert. Das Aufstiegsstipendium ist das einzige akademische Begabtenförderungsprogramm für Menschen mit Berufserfahrung. Es wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Jahr 2008 eingeführt. Ein Stipendium schafft einen zusätzlichen Anreiz, sich durch ein Studium beruflich weiterzuentwickeln. Fast 7.000 Menschen haben inzwischen ein Aufstiegsstipendium erhalten. Gut 2.000 von ihnen haben ihr Studium bereits erfolgreich abgeschlossen.

Stipendiaten und ihre Geschichten

Ramona Jurgeleit © Privat

Wenn die Chemie stimmt

Ramona Jurgeleit entdeckte schon in der neunten Klasse ihre Leidenschaft für Chemie. Nach dem Realschulabschluss absolvierte sie eine Ausbildung zur Chemisch-Technischen Assistentin mit einem hervorragenden Abschluss. Ihre erste Arbeitsstelle hatte Ramona Jurgeleit beim Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, wo sie schon bald in der Forschung mitarbeiten konnte. Über eine Eignungsprüfung erlangte sie die Zulassung zum Chemiestudium an der Universität Kiel. Das Bachelorstudium schloss Ramona Jurgeleit mit der Traumnote 1,1 ab.

Das Aufstiegsstipendium ermöglichte mir finanziell meinen Traum vom Chemiestudium - ohne diese Unterstützung hätte ich die Leistungen in dieser Qualität nicht erbringen können.

Ramona Jurgeleit

Vincenzo Tutino © Emanuel Spiegel Fotografie

Wie sich Durchhaltevermögen auszahlt

Vincenzo Tutino wuchs in Ludwigshafen auf und absolvierte dort nach der Mittleren Reife eine Ausbildung zum „Industriemechaniker Maschinen- und Systemtechnik“, die er mit Auszeichnung bestand. Anschließend qualifizierte er sich zum Industriemeister Metall weiter. Der Erfolg bei der Meisterprüfung motivierte ihn dann zu einem weiteren Schritt: Mit Unterstützung des Aufstiegsstipendium studierte Vincenzo Tutino im Fernstudium Maschinenbau und schloss das Studium mit der Gesamtnote 1,9 als Bachelor of Engineering ab. Heute arbeitet er als Ingenieur in der Industrie.

Ich habe viel mit Kommilitonen zusammengearbeitet. Ohne gemeinsames Lernen wäre es schwierig. Es hilft sehr, sich schnell ein Netzwerk zu bilden – die gegenseitige Unterstützung ist das A und O.

Vincenzo Tutino

Özlem Yetim © Privat

Von der Krankenpflegerin zur Sprachtherapeutin mit eigener Praxis

Özlem Yetim wuchs in Berlin auf und absolvierte nach dem Schulabschluss der mittleren Reife eine Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin. Nach vier Jahren Berufserfahrung begann sie ein Studium der Patholinguistik an der Universität Potsdam. Unterstützung hatte sie durch das Aufstiegsstipendium. Sie schloss das Studium erfolgreich ab und studierte darauf im Master-Studiengang „Neuroscience“ am Queensland Brain Institute im australischen Brisbane. In Berlin hat Özlem Yetim eine Praxis für Sprachtherapie eröffnet.

Ich rate jedem, der sich weiterentwickeln möchte, sich auch zu trauen. Am Anfang stellt man sich es meist schwieriger vor, als es am Ende ist.

Özlem Yetim