Das Berliner Institut für Gesundheitsforschung

Im Berliner Institut für Gesundheitsforschung (BIG) bündeln zwei Partner ihre Stärken: die Charité und das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC). Ziel ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse für die Patienten schneller nutzbar zu machen.  

v.l. Prof. Dr. Ernst Th. Rietschel, Bundesministerin Johanna Wanka, Prof. Dr. Erwin Böttinger, Steffen Krach (Staatssekretär für Wissenschaft des Landes Berlin) bei der Amtseinführung des neuen Aufsichtsratsvorsitzenden am 03.02.2016 in Berlin © Berliner Institut für Gesundheitsforschung / Thomas Rafalzyk

Im deutschen Wissenschaftssystem ist das Berliner Institut für Gesundheitsforschung (BIG) ein Pilotprojekt. Hier werden universitäre, also klinische, patientenorientierte Forschung und grundlagenorientierte, nichtuniversitäre Forschung in einer neuen Struktur nachhaltig miteinander verbunden. Das ist in Deutschland einmalig. Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) bringt seine exzellente molekulare und systembiologische Kompetenz ein. Das Universitätsklinikum Charité verfügt über herausragende Kompetenz in der patientenorientierten Forschung.

Schwerpunkt der gemeinsamen Arbeit ist die Systemmedizin. Charakteristisch für diesen Ansatz ist, dass  bei der Erforschung von Krankheiten nicht nur einzelne Aspekte betrachtet werden, sondern ganzheitlich vorgegangen wird: Die Systemmedizin nutzt genetische, zellbiologische, physiologische und bildgebende Informationen, um komplexe Zusammenhänge in ihrer Gesamtheit zu betrachten, zu verstehen und neue Therapieansätze zu entwickeln.

Um dieses Ziel zu erreichen, wurde die bisherige Kooperation zwischen der außeruniversitären Forschung am MDC und der klinischen Forschung an der Charité auf eine neue Stufe gehoben und unter einem Dach vereint. So entsteht ein gemeinsamer Forschungsraum, in dem fächerübergreifend Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beider Einrichtungen grundlegende krankheitsrelevante Prozesse erforschen. Dabei nutzen sie modernste Methoden und Infrastrukturen. Darüber hinaus wird das BIG Nachwuchstalenten und Spitzenwissenschaftlern aus aller Welt exzellente Perspektiven bieten.

Entsprechend der zwischen dem Bund und dem Land Berlin geschlossenen Vereinbarung trägt der Bund 90 Prozent der Finanzierung, wobei im Zeitraum 2013 bis 2018 insgesamt Mittel in Höhe von 300 Millionen Euro für das BIG zur Verfügung stehen. Über die „Private Exzellenzinitiative“ von Johanna Quandt werden durch die Stiftung Charité in den nächsten 10 Jahren zusätzlich bis zu 40 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Das BIG wurde im März 2013 zunächst als Innen-Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) gegründet. 2015 wurde das Institut durch ein Berliner Landesgesetz in eine Körperschaft des öffentlichen Rechts überführt. MDC und Charité bleiben als Gliedkörperschaften des BIG weiterhin rechtlich selbstständig.