Das Bundesbildungsministerium als Partner in EU-Afrika-Initiativen

Die „Gemeinsame EU-Afrika Strategie“ zwischen Europa und dem afrikanischen Kontinent wurde 2007 ausgerufen und hat die Zusammenarbeit zwischen beiden Kontinenten in den Bereichen Forschung und Entwicklung stark vorangetrieben.

Der Hochrangige Politikdialog zwischen Europa und Afrika

Der erste EU-Afrika Gipfel fand im Jahr 2000 in Ägypten statt. Insbesondere die gemeinsame EU-Afrika Strategie (Joint African-EU Strategy – JAES), die während des zweiten Afrika-EU-Gipfels 2007 in Portugal durch die Staats- und Regierungschefs verabschiedet wurde, stärkte die Kooperation. Drei Aktionspläne wurden seither aufgelegt; derzeit wird der Fahrplan bestimmt durch die „Roadmap 2014-2017“.
Dialogforum zur FuE-Politik ist der sogenannte „High Level Policy Dialogue“ (HLPD), der durch das virtuelle HLPD-Büro unterstützt wird. Diesem sitzen die Europäische und die Afrikanische Union vor.

Ernährungssicherheit und nachhaltige Landwirtschaft sind die ersten vereinbarten Kooperationsbereiche. Dazu wurde gemeinsam eine Roadmap erarbeitet, die die inhaltlichen und strukturellen Prioritäten dieser Forschungsbereiche darstellt und Implementierungsvorschläge aufzeigt. Diese Roadmap wurde vom HLPD auf seiner Sitzung im April 2016 in Addis Abeba (Äthiopien) durch die Vertreter der afrikanischen und europäischen Regierungen angenommen und wird nun implementiert. Langfristiges Ziel ist eine gemeinsam finanzierte bi-regionale Partnerschaft in Forschung, Wissenschaft, Technologie und Praxis in diesem Bereich.

Das HLPD-Büro entwickelt sich insgesamt kontinuierlich zum Angelpunkt der EU-Afrika-Kooperation im Bereich Wissenschaft, Technologie und Innovation und trägt generell zur Stärkung des Bereiches Forschung und Innovation auf beiden Kontinenten bei.

RINEA

Zielsetzung des von der Europäischen Kommission im Rahmen von Horizon 2020 finanzierten Projekts RINEA (Research and Innovation Network for Europe and Africa) ist die Unterstützung des Strategieprozesses und der Partnerschaft zwischen der Europäischen und Afrikanischen Union in Wissenschaft, Technologie und Innovation (STI) sowie die Umsetzung der Prioritäten im Bereich STI, die während des EU-Afrika Gipfels 2014 beschlossen wurden.

Zur konkreten Umsetzung der Partnerschaft verfolgt das Projekt drei komplementäre Ziele:

  • Verbesserung und Stärkung der Qualität von Partnerschaften zwischen Akteuren aus Europa und Afrika, Aktivitäten zur Verbesserung der Rahmenbedingungen
  • Verstärkung der grenzüberschreitenden Koordinierung von Politiken und Programmen
  • Unterstützung des bi-regionalen Politik-Dialogs zwischen der EU und Afrika in Form der Umsetzung von Aktivitäten des High Level Policy Dialogue (HLPD) und deren Verfahren

In RINEA sind Einrichtungen aus sechs europäischen und sechs afrikanischen Ländern sowie die Kommission der Afrikanischen Union vertreten. RINEA wird vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) koordiniert (Laufzeit 03.2015 – 02.2018).

CAAST-Net +

CAAST-Net Plus (CN+) ist ein INCO-Net Projekt im Rahmen des 7. Forschungs­rahmenprogramms (FP7) der Europäischen Union (EU) und ist das auf weitere vier Jahre (01.2013–12.2016) angelegte Folgeprojekt von CAAST-Net. Das übergreifende Ziel ist die Anbahnung und Intensivierung von Kooperationen im Bereich Wissenschaft, Technologie und Innovation zwischen Akteuren aus Subsahara-Afrika und Europa sowie die Unterstützung des politischen Dialogs. Hauptthemengebiete liegen in den Bereichen der drei globalen Herausforderungen Nahrungsmittelsicherheit, Klimawandel und Gesundheit. Wesentliche Ziele sind dabei

  • Durchführung bi-regionaler forschungspolitischer Dialogprozesse über Stakeholder-Konferenzen
  • Monitoring der wissenschaftlichen und technischen Zusammenarbeit
  • Identifizierung konkreter Forschungsthemen von beiderseitigem Interesse
  • Information und Training afrikanischer Forschender und Nationaler Kontaktstellen
  • Förderung und Aufbau von Partnerschaften zwischen afrikanischen und europäischen Einrichtungen und Regionen
  • Analyse der Synergien von Wissenschafts- und Entwicklungspolitik.

ERAfrica

Das ERA-NET ist ein Instrument des europäischen Forschungsrahmen­programms mit dem Ziel gemeinsamer Projektausschreibungen von Forschungsförderern. Im ERA-NET ERAfrica (Laufzeit 2010-2014) haben sich erstmals europäische und afrikanische Programmträger zusammengeschlossen (insgesamt 20 aus 50 Ländern). Als Gesamtfördersumme für alle Förderlinien standen 10,7 Millionen Euro zur Verfügung. Davon wurden 2,8 Millionen Euro von den afrikanischen Partnern aufgebracht.

In dieser ersten europäisch-afrikanischen Ausschreibung wurden in den Forschungsbereichen "Erneuerbare Energien", "Gesellschaftliche Herausforderungen" (Ernährungssicherheit, Klima, Umwelt, Gesundheit) sowie der themenoffene Bereich "Neue Ideen" insgesamt siebzehn Projekte gemeinsam gefördert (zwölf deutsche Partner, die vom Bundesbildungsministerium gefördert werden, in zehn Anträgen).

Beteiligte an ERAfrica und neu gewonnene Partner arbeiten derzeit an einer Neuauflage der erfolgreich durchgeführten Projektausschreibung.