Das Bundesforschungsministerium als Partner in EU-Afrika-Initiativen

Länderübergreifende Zusammenarbeit gelingt nur im Dialog. Über die Dialogplattformen der EU steht das BMBF im regelmäßigen Austausch mit den Mitgliedstaaten der Afrikanischen Union – um die Partnerschaft in Wissenschaft und Forschung zu stärken.

Der Hochrangige Politikdialog zwischen Europa und Afrika

Der Hochrangige Politikdialog zu Wissenschaft, Technologie und Innovation (High Level Policy Dialogue, HLPD) ist das Dialogforum zwischen der Europäischen Union und der Afrikanischer Union zur FuE-Politik. Deutschland wird durch das BMBF vertreten. Im HLPD wurden zwei Roadmaps zu Themen mit hoher Relevanz für die Menschen beider Kontinente erarbeitet: die Roadmap zu Ernährungssicherheit und nachhaltiger Landwirtschaft sowie die Roadmap zu den Themen Klimawandel und nachhaltige Energie. Langfristiges Ziel ist eine gemeinsam finanzierte bi-regionale Partnerschaft in Forschung, Wissenschaft, Technologie und Praxis.

LEAP-Agri

Eine Flaggschiffmaßnahme der HLPD-Roadmap zu Ernährungssicherheit und nachhaltiger Landwirtschaft ist das ERA-Netz CoFund „LEAP-Agri“. In diesem Forschungsverbund arbeiten 30 Partner aus 19 Ländern Europas und Afrikas zusammen. Von deutscher Seite sind das BMBF und das Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung (BMEL) beteiligt.

Mitte des Jahres 2017 hat das LEAP-Agri-Konsortium unter dem europäischen Forschungsrahmenprogramm Horizont 2020 die Förderbekanntmachung „Nachhaltige Landwirtschaft und Aquakultur für Nahrungsmittel- und Futtermittelsicherheit in Afrika“ veröffentlicht. An 11 der 27 zur Förderung ausgewählten Projekte sind deutsche Forscher und Forscherinnen beteiligt. Die Förderung läuft von 2018 bis 2021.

Euro-Mediterranean Group of Senior Officials

Die Euro-Mediterranean Group of Senior Officials (GSO) wurde unter dem Namen “Monitoring Committee for Euro-Mediterranean Cooperation in RTD” 1995 gegründet und trifft sich seitdem jährlich. Dieses politische Dialogforum für die Euro-Mediterrane Zusammenarbeit in Forschung und Entwicklung besteht aus hochrangigen Vertreterinnen und Vertretern von Wissenschaftsministerien der 43 Partnerländer der Union für das Mittelmeer. Aufgabe der GSO ist neben dem Informationsaustausch und der allgemeinen Koordinierung der Aktivitäten auch die Vorbereitung der Euro-Mediterranen Ministerkonferenzen. Die GSO bietet zudem eine Plattform, um gemeinsame Projekte und Initiativen auf den Weg zu bringen. So wurde die Maßnahme PRIMA (s.u.) auf eine Initiative der durch die GSO vorbereiteten Ministerkonferenz ins Leben gerufen.

Partnership for Research and Innovation in the Mediterranean Area

Anfang 2018 startete die neue internationale Förderinitiative PRIMA (Partnership for Research and Innovation in the Mediterranean Area), die das Ziel verfolgt, durch Forschung und Innovation die Herausforderungen des Mittelmeerraums in den Bereichen Agrar- und Ernährungssysteme und Wassermangel wirksam zu bewältigen. Auf Grundlage einer strategische Forschungs- und Innovationsagenda werden jährliche Ausschreibungen in den Schwerpunktthemen „Wassermanagement“, „Landwirtschaftssysteme“ und „Wertschöpfungsketten in der Landwirtschafts- und Ernährungswirtschaft“ durchgeführt. Die erste Ausschreibung wurde im Februar 2018 veröffentlicht.

An PRIMA, einer Maßnahme nach Art. 185 AEUV, beteiligen sich insgesamt 19 Länder Europas und des südlichen und östlichen Mittelmeerraums sowie die Europäische Kommission. Zu den teilnehmenden Ländern zählen elf EU-Mitgliedstaaten (Deutschland, Frankreich, Griechenland, Italien, Kroatien, Luxemburg, Malta, Portugal, Slowenien, Spanien, Zypern) sowie acht Mittelmeer-Partnerländer (Algerien, Ägypten, Israel, Jordanien, Libanon, Marokko, Tunesien, Türkei).

Das Gesamtbudget für PRIMA beläuft sich auf knapp 500 Millionen Euro für die Laufzeit von 10 Jahren, wobei die Europäische Kommission 220 Millionen Euro (aus Horizont 2020) und die 19 teilnehmenden Länder insgesamt 274 Millionen Euro beitragen. Das BMBF beteiligt sich mit 20 Millionen Euro über die Laufzeit des Projektes von 10 Jahren.