Das Bundesforschungsministerium auf der Weltklimakonferenz in Paris

Am 12. Dezember 2015 wurde auf der Weltklimakonferenz in Paris ein Abkommen angenommen, in dem sich alle Staaten auf gemeinsame Ziele verpflichten. Das Bundesforschungsministerium war in Paris prominent präsent.

Um auf dem Weg zu einer klimaneutralen Wirtschaft und Gesellschaft weiter voranzuschreiten, ist Forschung gefragt. Zur Erforschung des Klimawandels und besonders zur weiteren Entwicklung von Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Anpassung an den Klimawandel, ist das Bundesforschungsministerium (BMBF) in Deutschland und weltweit mit Projekten engagiert. Dabei wird großer Wert auf Kooperation mit den Entscheidern und Betroffenen vor Ort gelegt, um die Ergebnisse der Forschung möglichst nah an die Praxis anzubinden.

Während der Weltklimakonferenz richtete das Bundesforschungsministerium drei Side-Events aus, in denen verschiedene Aspekte der Klimaforschung exemplarisch vorgestellt wurden.

„Strengthening Africa’s Competence in Combating Climate Change – African‐German Cooperations in Education and Research”

Forschungsstaatssekretär Georg Schütte nahm an dem Side Event des BMBF „Strengthening Africa’s Competence in Combating Climate Change“ teil. Gemeinsam mit hochrangigen afrikanischen Vertretern – darunter Francois Adébayo Abiola (Vice‐Prime Minister, Minister of Higher Education & Scientific Research, Benin) -  präsentierte er am Beispiel der beiden regionalen Klimaforschungszentren SASSCAL und WASCAL die Zusammenarbeit in Bildung und Forschung zwischen Deutschland und Afrika.

Georg Schütte eröffnete bei der COP21 in Paris das BMBF-Side Event zu den Klimaforschungszentren in Afrika.
Georg Schütte eröffnete bei der COP21 in Paris das BMBF-Side Event zu den Klimaforschungszentren in Afrika. © Hartmut Schug / VDI Technologiezentrum GmbH

SASSCAL und WASCAL, die regionale Kompetenzzentren für Klimawandel und nachhaltiges Landmanagement im südlichen und westlichen Afrika, sind gemeinschaftliche Initiativen von 15 Ländern in West- und Südafrika. Gemeinsam mit Deutschland bilden sie ein starkes Partnernetzwerk für gemeinsame Forschung und den Aufbau von Kapazitäten sowie für Klimadienstleistungen und Infrastrukturentwicklung. Hochrangige deutsche und afrikanische Vertreter teilen ihre Erfahrungen und zeigen beispielhafte Innovationsmodelle für langfristige regionale Zusammenarbeit im Kampf gegen Klimawandel und für ein nachhaltiges Landmanagement.

„Science‐based Climate Policy: From Research to Decision Making"

Das BMBF-Side Event „Von der Forschung zu politischen Entscheidungen“  mit hochkarätigen Wissenschaftlern wie Hans Otto Pörtner und Ottmar Edenhofer stellte die wichtige Rolle der Klimaforschung für den Verhandlungsprozess und deren lokale Anwendbarkeit  unter Beweis. Über 80 Teilnehmer diskutierten wirksame Wege des Wissenstransfers hin zu Entscheidungsträgern.

Karl Eugen Huthmacher, Abteilungsleiter im BMBF, eröffnete die Diskussion zu den Herausforderungen an eine moderne Klimaforschung. Ottmar Edenhofer (IPCC Co-chair AR5 WG III) und Hans-Otto Pörtner (IPCC Co-Chair AR6 WG II) boten Einblicke in ihre Tätigkeiten an der Wissenschaft-Politik-Schnittstelle. Grit Martinez (Ecologic Institute) zeigte den Transfer von Klimawissen am Beispiel der BMBF-Fördermaßnahme Klimzug auf. Christoph Bals (Germanwatch) formulierte die Anforderungen an eine moderne Klimaforschung aus Sicht einer Entwicklungs- und Umweltorganisation, die sich für globale Gerechtigkeit und den Erhalt von Lebensgrundlagen einsetzt.

„The Economics of Climate Change: The Effect of Climate Policy on Innovation, Competitiveness and Employment”

Das Side Event „The Economics of Climate Change: The Effect of Climate Policy on Innovation, Competitiveness and Employment“ wurde gemeinsam vom BMBF und Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung im Pavillon der Europäischen Union ausgerichtet.

Vor dem Hintergrund der Ergebnisse aus dem BMBF-Förderschwerpunkt „Ökonomie des Klimawandels“ diskutierten Wissenschaftler und Stakeholder mögliche Wechselwirkungen zwischen klimapolitischen Maßnahmen, wirtschaftlicher Konkurrenzfähigkeit und der Beschäftigungssituation.

Im Fokus stand dabei die Situation in Deutschland, im Hinblick auf seine Rolle als Vorreiter bei sauberen Technologien und Klimapolitik.