Das Forschungsschiff Sonne

In Wilhelmshaven wurde die "Sonne" an die Wissenschaft übergeben. "Wir übergeben das modernste Forschungsschiff der Welt der Wissenschaft. Ein Hightech-Schiff, das den höchsten Ansprüchen moderner Meeresforschung gerecht wird", sagte Johanna Wanka.

Das Forschungsschiff Sonne im Atlantik © Thomas Walter

Bereits im August 2011 unterzeichnete die damalige Bundesforschungsministerin Schavan zusammen mit der damaligen niedersächsischen Wissenschaftsministerin Wanka auf der Neptun Werft in Rostock-Warnemünde den Vertrag zum Bau und zur Bereederung des neuen Tiefseeforschungsschiffes Sonne.

Das Schiff löste 2014 das 36 Jahre alte Forschungsschiff Sonne ab, das zahlreiche Fahrten vor allem im Pazifik und Indischen Ozean machte. Die alte Sonne war 1969 als Fischereischiff gebaut und 1977 zum Forschungsschiff umgebaut worden. Heimathafen der neuen Sonne ist Wilhelmshaven. Auch die Haupteinsatzgebiete des neuen Schiffs liegen im Indischen und im Pazifischen Ozean. Beide Weltmeere haben großen Einfluss auf das Weltklima, weshalb ihre Erforschung immer wichtiger wird. Die Sonne trägt aber auch dazu bei, andere wissenschaftlich und gesellschaftlich relevante Fragen zu beantworten, vor allem hinsichtlich der Versorgung mit marinen Rohstoffen und des Eingreifens des Menschen in die Ökosysteme. Für eine Meeresforschung in verschiedenen Disziplinen bietet das neue Schiff beste Voraussetzungen. Damit verfügt die deutsche Meeresforschung in Europa über ein Alleinstellungsmerkmal. Das Forschungsschiff selbst ist energieeffizient und besonders umweltfreundlich.

Bei der Auftragsvergabe hatte sich die Tiefseeforschungsschiff GmbH, ein Zusammenschluss der Meyer Werft (Papenburg) und der Reederei RF Forschungsschiffahrt (Bremen), in einem europaweiten wettbewerblichen Ausschreibungsverfahren gegen starke Konkurrenz durchgesetzt. Der Auftrag gibt nicht nur einen starken Impuls für die deutsche maritime Wirtschaft, er sichert auch Arbeitsplätze in der deutschen Werftindustrie, der Reederei sowie bei zahlreichen deutschen Zulieferbetrieben.

Gemeinsam mit den Küstenländern Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Hamburg und Bremen hatte Ministerin Schavan im Jahr 2008 den Bau des neuen Tiefseeforschungsschiffes vereinbart. Auch der Wissenschaftsrat hatte dies empfohlen. Die Kosten in Höhe von 124,4 Millionen Euro übernimmt das BMBF zu 90 Prozent, die Küstenländer investieren zusammen 10 Prozent, wovon Niedersachsen gut die Hälfte trägt.

Technische Daten

Länge: 116

Reisegeschwindigkeit: 12,5 kn

Seezeit: (max.) 50 Tage

Wissenschaftliches Personal: (max.)25 Personen

Einsatzgebiete; Indik, Pazifik

Vorlaufzeit für Fahrtvorschläge: 2 Jahre

Eigner: Deutschland, vertreten durch BMBF