Das Wunderwerk Pflanze neu entdecken

Am 18. Mai 2017 ist "Fascination of Plants Day". Schirmherren des Aktionstages sind Bundesministerin Wanka und Bundesminister Schmidt

Erst Pflanzen machen unseren Planeten lebenswert. Sie liefern Sauerstoff, ernähren und schützen Mensch und Tier, heilen Krankheiten, liefern nachwachsende Rohstoffe und Energie, erfreuen die Sinne und erneuern heutzutage sogar die industrielle Produktion. Mehr und mehr können Wissenschaftler und Unternehmer dank modernster Technik den Werkzeugkasten der Natur nutzen. Mit einem Aktionstag wollen Pflanzenfreunde und -forscher die Bevölkerung für die grünen Lebewesen begeistern. Der internationale "Fascination of Plants Day" am 18. Mai hat das Ziel, die große Bedeutung der Pflanzenwissenschaften darzustellen: für Landwirtschaft, Gartenbau, Forstwirtschaft, als traditioneller und moderner Rohstoff für Papier, Bauholz, Chemikalien oder etwa Arzneimittel. Gleichzeitig spielen die Lebewesen eine überragende Rolle für den Klimaschutz und das globale Ökosystem.

Bundesforschungsministerin Johanna Wanka und Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt haben die Schirmherrschaft für die nationalen Aktivitäten am 18. Mai übernommen. Am nunmehr vierten internationalen Aktionstag 2017 nehmen knapp 70 Länder teil. Der Ausrichter, die Europäische Organisation für Pflanzenwissenschaften (EPSO), möchte in diesem Jahr die bisherige Rekordmarke von 1.000 Aktionen weltweit knacken. Zu den Koordinatoren in Deutschland zählen die Deutsche Phytomedizinische Gesellschaft e.V., das Forschungszentrum Jülich und das Julius-Kühn-Institut.

"Durch Bevölkerungswachstum und Klimawandel wachsen die Herausforderungen an Pflanzenzüchtung und Landwirtschaft. Pflanzen sind von zentraler Bedeutung für den nachhaltigen, biobasierten Umbau unserer Wirtschaft. Es geht darum, die wachsende Weltbevölkerung unter veränderten klimatischen Bedingungen mit Nahrungsmitteln zu versorgen und gleichzeitig nachwachsende Rohstoffe zu erzeugen. Ich hoffe, dass die große Bedeutung der Pflanzenwissenschaften durch den Aktionstag vielen Menschen bewusst wird und sich insbesondere junge Menschen für dieses Zukunftsthema begeistern", sagte Wanka.

"Eine ressourcenschonende, qualitativ hochwertige pflanzliche Erzeugung ist von zentraler Bedeutung für die deutsche Landwirtschaft, um mit ihren vielfältigen landwirtschaftlichen Produkten wettbewerbsfähig zu bleiben. Der integrierte Pflanzenschutz ist ein wichtiges Instrument der Risikominderung für Mensch, Tier und Naturhaushalt. Um auch zukünftig einen nachhaltigen Pflanzenschutz zu sichern, gilt es weiterhin, Innovationen für den integrierten Pflanzenschutz sowie Strategien zur Vermeidung der Ein- und Verschleppung von Schadorganismen in den Bereichen Landwirtschaft, Gartenbau und Forstwirtschaft zu entwickeln und voranzutreiben. Neue Maßnahmen und Verfahren ermöglichen den Produzenten und Verarbeitern pflanzlicher Produkte, ihre Wettbewerbsfähigkeit im globalen Handel zu steigern und neue Märkte zu erschließen. Der Transfer innovativer Verfahrensweisen und Techniken in die landwirtschaftliche Praxis ist ein weiterer wesentlicher Schritt. Der Fascination of Plants Day ist eine gute Gelegenheit, Menschen für dieses komplexe Thema zu interessieren und die Problematik in der Zukunft in das Bewusstsein zu rücken," so Schmidt.

Zahlreiche Initiativen des Bundesforschungsministeriums (BMBF) fördern im Rahmen der "Nationalen Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030" die Pflanzenforschung, insbesondere auch neue, bahnbrechende Züchtungsverfahren. Hierzu gehören die Maßnahmen "Innovative Pflanzenzüchtung im Anbausystem" (IPAS; Laufzeit 2014 bis 2020) und die "Pflanzenzüchtung für die Bioökonomie" (Laufzeit 2016 bis 2021). Insbesondere fördert das BMBF auch innovative Verfahren, die mit Methoden zur Genomeditierung arbeiten. So wurde am 12. April 2017 die Maßnahme "Nutzpflanzen der Zukunft" veröffentlicht. Das Ziel sind verbesserte Nutzpflanzen, die auch unter schwierigen Standortbedingungen zuverlässig Erträge liefern oder über optimierte Inhaltsstoffe verfügen.

Auch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) fördert zahlreiche Forschungsprojekte für eine nachhaltige Pflanzenproduktion. Dazu gehören u.a. Forschungsprojekte zur Züchtung von leistungsfähigeren Weizensorten, zur Steigerung der Ertragsfähigkeit und zur Anpassung an sich wandelnde Klimaverhältnisse. Ferner fördert es mit der Forschungsbekanntmachung "Förderung von Innovationen  zur Verbesserung der Ressourceneffizienz und der Qualität von Kulturpflanzen durch Pflanzenzüchtung" verstärkt Projekte zur  Nährstoff- und Wassernutzungseffizienz und zur Steigerung der Trockenstresstoleranz bei Nutzpflanzen. Mit der Forschungsförderung "Pflanzenproduktion als Beitrag zum Klimaschutz und zur Anpassung an Klimaänderungen" als Beitrag zu den Pariser Abkommen (COP 21) unterstützt das BMEL Vorhaben, die durch Entwicklung von Verfahren, Strategien und Systemen sowie Produkten zu einer substanziellen Treibhausgase (THG)-Emissionsminderung und/oder Anpassung an klimatische Änderungen beitragen. BMEL-Vorhaben verfolgen grundsätzlich  eine Anwendungs- bzw. Produktorientierung im vorwettbewerblichen Bereich.

Die Pflanzenforschung präsentiert sich am "Fascination of Plants Day" auf vielfältige Weise: Am einem Tag der offenen Tür stellen sich Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung in Gatersleben den Fragen des Publikums; in Braunschweig informieren Mitarbeiter des Julius Kühn-Instituts über "Kulturpflanzen in der Stadt der Zukunft". Das Forschungszentrum Jülich lädt Schüler der 8. Klassen ins Institut für Pflanzenwissenschaften ein, damit sie einen Einblick in die dortigen Berufsfelder gewinnen können.

Doch nicht nur Wissenschaftler gestalten den Aktionstag. Jeder, der seine Begeisterung über Pflanzen teilen möchte, konnte Aktionen anmelden. So können Neugierige in Münster "Unkräuter für Gourmets" genießen, bei einer geführten Wanderung in Quickborn "Wollgras, den Schnee des Frühsommers im Moor" erleben oder sich durch den Botanischen Garten Freiburg führen lassen.

Weitere Informationen:

www.plantday.org/germany.htm

www.pflanzenforschung.de

http://www.bmel.de/DE/Landwirtschaft/Pflanzenbau/pflanzenbau_node.html

http://pflanzengesundheit.jki.bund.de/

Pressekontakt:

Bundesministerium für Bildung und Forschung

Tel: +49 (0) 30 / 18 57-0
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Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

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