Der Europäische Forschungsraum: Gemeinsam forschen – gemeinsam wachsen

Der Europäische Forschungsraum fördert und sichert die Wettbewerbsfähigkeit Europas. Eine enge Vernetzung der nationalen Forschungs- und Wissenschaftssysteme und eine hohe Effektivität in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zeichnen ihn aus.

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Damit Europa langfristig wettbewerbsfähig bleibt, wirtschaftlich wächst und die großen gesellschaftlichen Herausforderungen bewältigt, arbeiten die EU-Mitgliedstaaten schon heute eng in Forschung und Innovation zusammen. Mit einem Anteil von nahezu 30 Prozent an der weltweiten Wissensproduktion – bei einem Anteil von 7 Prozent an der Weltbevölkerung – ist Europa gut aufgestellt. Der globale Wissens- und Innovationswettbewerb verschärft sich jedoch zunehmend. Vor diesem Hintergrund braucht Europa einen leistungsfähigen, offenen und für die besten Talente aus aller Welt attraktiven gemeinsamen Forschungsraum.

Wichtig ist es dabei, Europas Kräfte  zu bündeln und nationale Forschungs- und Innovationsaktivitäten stärker miteinander zu vernetzen. Zu diesem Zweck arbeiten die EU-Mitgliedstaaten zusammen mit der Europäischen Kommission daran, den Europäischen Forschungsraum (EFR) fest in Europa zu verankern. Der EFR soll ein echter Binnenraum für Forschung und Innovation werden. Er soll die Freizügigkeit der Forscherinnen und Forscher garantieren und den freien Austausch wissenschaftlicher Erkenntnisse und Technologien ermöglichen.

Prioritäten des Europäischen Forschungsraums

Der EFR zielt darauf ab, die Rahmenbedingungen für Forschung und Innovation in Europa zu verbessern und zu harmonisieren. Dabei geht es darum, die europäische Forschungslandschaft nach folgenden Prinzipien zu gestalten:

  • effektivere nationale Forschungssysteme,
  • optimale länderübergreifende Zusammenarbeit und entsprechender Wettbewerb,
  • offener Arbeitsmarkt für Forscherinnen und Forscher,
  • Gleichstellung der Geschlechter und Berücksichtigung des Gleichstellungsaspekts in der Forschung,
  • optimaler Austausch und Transfer von sowie Zugang zu wissenschaftlichen Erkenntnissen,
  • Internationalisierung  des Europäischen Forschungsraums.

Die größte Herausforderung ist es dabei, die verschiedenen Wissenschaftssysteme der EU-Mitgliedstaaten und Regionen stärker zu integrieren ohne ihre Vielfalt – die ihre Stärke ist – aufzugeben.

Ein langer Weg

Die Idee eines Europäischen Forschungsraums wurde erstmals im Jahr 2000 in der Mitteilung der Europäischen Kommission "Hin zu einem Europäischen Forschungsraum" formuliert. Seitdem orientieren sich die Maßnahmen der Europäischen Union an dem Ziel, den gemeinsamen Forschungsraum vollständig zu verwirklichen. Im Zentrum steht die Stärkung gemeinsamer Forschung und Innovation. Der zentrale Leitgedanke eines gemeinsamen Forschungsraums ist im Vertrag von Lissabon seit 2009 festgeschrieben. In mehreren politischen Dokumenten haben die Europäische Kommission und die Mitgliedstaaten ihren Gestaltungswillen immer wieder bekräftigt. So ist der EFR als Teil der Leitinitiative ‚Innovationsunion‘ beispielsweise auch ein Ziel der übergreifenden Europa 2020-Strategie. Sie gibt die grundlegende Richtung der europäischen Politik vor.

Heute gilt der EFR als im Grundsatz vollendet. Der globale Wissens- und Innovationswettbewerb erfordert aber eine stetige Weiterentwicklung, um das vorhandene Forschungs- und Innovationspotenzial in Europa voll auszuschöpfen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung arbeitet gemeinsam mit anderen Ressorts an diesem Ziel. So hat Deutschland als erster EU-Mitgliedstaat eine Strategie zum Europäischen Forschungsraum vorgelegt.