Der Spitzencluster-Wettbewerb

Cluster vernetzen Unternehmen, Hochschulen, Forschungseinrichtungen und weitere Akteure einer Region. Sie bündeln Kräfte und schaffen Synergien für Forschung und Innovation. 15 Spitzencluster wurden in einem Wettbewerb ausgezeichnet.

Bundesministerin Johanna Wanka auf der 3. Clusterkonferenz in Berlin, auf der man sich über die Fortschritte der 15 Spitzencluster informieren konnte. © Hans-Christian Plambeck

Ziel des Spitzencluster-Wettbewerbs ist es, die leistungsfähigsten Cluster auf dem Weg in die internationale Spitzengruppe zu unterstützen. Durch die Förderung der strategischen Weiterentwicklung exzellenter Cluster soll die Umsetzung regionaler Innovationspotentiale in dauerhafte Wertschöpfung gestärkt werden. Dadurch sollen Wachstum und Arbeitsplätze gesichert und geschaffen - und der Innovationsstandort Deutschland attraktiver gemacht werden.

Antworten auf die großen gesellschaftlichen und ökonomischen Herausforderungen können Wissenschaft und Wirtschaft nur gemeinsam finden - durch inhaltliche und regionale Partnerschaften, in denen Kräfte gebündelt und Stärken gestärkt werden. In drei Wettbewerbsrunden wählte eine hochrangig besetzte, unabhängige Jury in einem zeitlichen Abstand von ein bis zwei Jahren jeweils bis zu fünf Spitzencluster aus, die über einen Zeitraum von maximal fünf Jahren mit bis zu 40 Millionen Euro pro Cluster gefördert werden. Thematische Vorgaben gab es dabei nicht: Ausgewählt wurden die Bewerber mit den besten Strategien für Zukunftsmärkte - in ihren jeweiligen Branchen.

Grundlagen für die Auswahl und Förderung eines Spitzenclusters sind die Entwicklung von gemeinsamen strategischen Zielen und die Definition künftiger Entwicklungsvorhaben in einem bestimmten Technologiebereich. Eine wesentliche Voraussetzung ist die Einbindung der entscheidenden Akteure in die Innovations- und Wertschöpfungskette der Region. Folgende Kriterien sind im Hinblick auf die Strategie ausschlaggebend:

  • Maßgebliche finanzielle Beteiligung der Wirtschaft und privater Investoren.
  • Geplante Vorhaben bauen auf Stärken auf und führen zu nachhaltigen Veränderungen.
  • Steigerung der Innovationsfähigkeit und Entwicklung wettbewerbsrelevanter Alleinstellungsmerkmale zur Erlangung bzw. Festigung einer internationalen Spitzenposition.
  • Maßnahmen zur Entwicklung und Erprobung innovativer Kooperationsformen einschließlich eines professionellen Clustermanagements.
  • Clusterspezifische Ausbildung, Qualifizierung und Nachwuchsförderung.

Was ist ein Cluster?

Der englische Begriff steht unter anderem für "Bündel". In der Wirtschaft versteht man darunter die Ballung von Unternehmen, Forschungseinrichtungen und anderen Organisationen, die ein gemeinsames Tätigkeitsfeld verbindet. Gerade diese räumliche und inhaltliche Nähe schafft Vertrauen - eine wichtige Voraussetzung, um Potenziale erfolgreich zu nutzen. Es werden Ideen geboren, weiterentwickelt und gemeinsam umgesetzt. So entstehen nicht nur neue Partnerschaften und ein schnellerer Wissensaustausch, sondern auch eine Wettbewerbssituation, die ein positives Gründungsklima schafft.

Cluster haben ein großes Potenzial. Durch den Wissensaustausch über die Grenzen von Institutionen, Disziplinen und Technologien hinweg erzeugen sie enorme Synergien. Ihre persönlichen Kontakte sowie ihre inhaltliche und regionale Nähe beschleunigen die Technologieentwicklung und den Weg zur Marktreife - so werden aus Ideen international konkurrenzfähige Produkte, Technologien und Dienstleistungen "Invented in Germany". Cluster eignen sich besonders für langfristige Forschungsstrategien und den Ausbau internationaler Partnerschaften. Sie bieten beste Voraussetzungen für die Nachwuchsförderung ebenso wie für die Neugründung von Unternehmen.

Der Spitzencluster-Wettbewerb wird hinsichtlich der strategischen und technologischen Entwicklung der Cluster, ihrer Ausstrahlung auf das regionale und sektorale Umfeld sowie der Umsetzung der Innovationspotenziale in dauerhafte Wertschöpfung begleitend evaluiert. Zudem werden die Cluster in den Kontext der deutschen und internationalen Clusterlandschaft eingeordnet. Ziel der Evaluation ist es, festzustellen, welchen Beitrag die Fördermaßnahme zur nachhaltigen Stärkung des Innovations- und Wirtschaftsstandorts Deutschland leistet sowie konkrete Handlungsempfehlungen zur Weiterentwicklung des Förderinstruments zu unterbreiten. Die Evaluation wird vom Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsförderung koordiniert.