Der Spitzencluster-Wettbewerb

Cluster vernetzen Unternehmen, Hochschulen, Forschungseinrichtungen und weitere Akteure einer Region. Sie bündeln Kräfte und schaffen Synergien für Forschung und Innovation.

HMI-Messerundgang
Bei ihrem Rundgang auf der Hannover Messe 2018 besuchte Bundesministerin Anja Karliczek den Stand des Spitzenclusters it's OWL © BMBF / Hans-Joachim Rickel

Ziel des Spitzencluster-Wettbewerbs war es, die leistungsfähigsten Cluster auf dem Weg in die internationale Spitzengruppe zu unterstützen. Durch die Förderung der strategischen Weiterentwicklung exzellenter Cluster sollte die Umsetzung regionaler Innovationspotentiale in dauerhafte Wertschöpfung gestärkt werden. Das Ziel: Wachstum und Arbeitsplätze sichern und schaffen - und den Innovationsstandort Deutschland attraktiver machen. Von 2007 bis 2017 wurden 15, in einem Wettbewerb ausgezeichnete, Spitzencluster gefördert.

Die Spitzencluster waren während ihrer Förderungszeit nicht nur regional aktiv, sondern auch überregional auf unterschiedlichen Messen vertreten. In diesem Kontext sind vor allen Dingen die Clusterkonferenzen von Relevanz. Alles zu diesen Veranstaltungen finden Sie hier.  Doch auch auf weiteren Kernveranstaltungen, wie der Hannover Messe, sind die Spitzencluster regelmäßig vertreten und präsentieren ihre Forschung und ihre Innovationen. So informierte sich beispielsweise Bundesforschungsministerin Anja Karliczek bei ihrem Besuch auf der Hannover Messe im Jahr 2018 über die Arbeit des Spitzenclusters it's OWL.

Was ist ein Cluster?

Der englische Begriff steht unter anderem für "Bündel". In der Wirtschaft versteht man darunter die Ballung von Unternehmen, Forschungseinrichtungen und anderen Organisationen, die ein gemeinsames Tätigkeitsfeld verbindet. Gerade diese räumliche und inhaltliche Nähe schafft Vertrauen - eine wichtige Voraussetzung, um Potenziale erfolgreich zu nutzen. Es werden Ideen geboren und gemeinsam umgesetzt.

Was sind die Hauptmerkmale des Spitzencluster-Wettbewerbs?

Der Spitzencluster-Wettbewerb ist Bestandteil der Hightech-Strategie der Bundesregierung und ein „Flaggschiff“ der Wissens- und Technologietransferförderung des BMBF. Aus den drei Wettbewerbsrunden gingen insgesamt 15 Spitzencluster als Sieger hervor, die jeweils mit bis zu 40 Millionen Euro über einen Zeitraum von maximal fünf Jahren gefördert wurden. Insgesamt mehr als 3.000 Unternehmen, Hochschulen, Forschungseinrichtungen und sonstige Akteure waren zwischen 2009 und 2017 als Partner in die Spitzencluster aktiv eingebunden. Mehr als 1.600 Innovationsprojekte wurden in diesem Zeitraum in den Spitzenclustern bearbeitet und mehr als 576 Millionen Euro Fördermittel des Bundes flossen an die Beteiligten. Das Gesamtprojektvolumen des Spitzencluster-Wettbewerbs umfasste rund 1,15 Milliarden Euro, da neben der öffentlichen Förderung private Gelder in gleicher Höhe zur Durchführung der Projekte mobilisiert wurden.

Wie wurden die Spitzencluster ausgewählt?

Grundlage für die Auswahl und Förderung als Spitzencluster war die Entwicklung von gemeinsamen strategischen Zielen und die Definition künftiger Entwicklungsvorhaben in einem bestimmten Technologiebereich. Eine wesentliche Voraussetzung war die Einbindung aller entscheidenden Akteure der jeweiligen Innovations- und Wertschöpfungsketten in der Region. Ausgewählt wurden die Bewerber mit den besten Strategien für Zukunftsmärkte in ihren jeweiligen Branchen.

Folgende Kriterien spielten ebenfalls eine Rolle

  • Maßgebliche finanzielle Beteiligung der Wirtschaft und privater Investoren
  • Geplante Vorhaben bauen auf Stärken auf und führen zu nachhaltigen Veränderungen
  • Steigerung der Innovationsfähigkeit und Entwicklung wettbewerbsrelevanter Alleinstellungsmerkmale zur Erlangung bzw. Festigung einer internationalen Spitzenposition
  • Maßnahmen zur Entwicklung und Erprobung innovativer Kooperationsformen einschließlich eines professionellen Clustermanagements
  • Clusterspezifische Ausbildung, Qualifizierung und Nachwuchsförderung

Welche Themen adressieren die Spitzencluster?

Der Spitzencluster-Wettbewerb war als themenoffene Maßnahme ausgelegt. Die ausgewählten Spitzencluster adressieren im Allgemeinen vier Kernbereiche: (1) Digitalisierung, Produktion und Kommunikation; (2) Energie- und Ressourceneffizienz; (3) Gesundheit; und (4) Mobilität und Logistik.

Welche Vorteile hat die Clusterförderung?

Cluster spielen eine essenzielle Rolle für das deutsche Innovationssystem. Sie bündeln zahlreiche Akteure aus Wissenschaft, Wirtschaft und auch Gesellschaft und heben die Kompetenzen und Stärken hervor. Durch die Verknüpfung der Akteure, und die dadurch verbundene Korrelation von unterschiedlichsten Potenzialen und Kompetenzen, werden Innovationsprozesse und der gesamte Wissens- und Technologietransfer unterstützt sowie beschleunigt. Daher bringt die Clusterförderung erhebliche Vorteile für Deutschland, denn sie sichert nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit, sondern stärkt ebenfalls Deutschlands Widerstandsfähigkeit.

 Worin unterscheiden sich Spitzencluster und Zukunftscluster?

Der Spitzencluster-Wettbewerb zielte auf die Förderung bereits etablierter Cluster, mit u.a. schon bestehenden Organisations- und Managementstrukturen und die im Rahmen der weiteren Spitzenclusterförderung zur Weltspitze in Punkto Forschung, Entwicklung und Innovation aufschließen sollten, ab. Dahingegen setzt die Zukunftscluster-Initiative deutlich früher in der Innovationskette an. Die unter dem Motto „Clusters4Future-Innovationsnetzwerke für unsere Zukunft“ gestartete Zukunftscluster-Initiative zielt darauf, regionale Partner auf Basis exzellenter Ergebnisse aus grundlegender Forschung in Innovationsnetzwerken zusammen zu führen und dadurch neue Cluster entstehen zu lassen. Damit sollen neueste Technologien, wissenschaftliche Methoden und Instrumente schnellstmöglich in Anwendungen überführt werden und sich zukunftsorientierte Wissens- und Wertschöpfungsketten wie auch neuartige Akteurskonstellationen in einem überwiegend regional orientierten Clusteransatz etablieren. Mit den Zukunftsclustern entstehen also die Spitzencluster von morgen.

Gibt es eine Evaluation des Spitzencluster-Wettbewerbs?

Ja, es gab von 2008 bis 2014 eine begleitende Evaluation. Der Spitzencluster-Wettbewerb wurde hinsichtlich der strategischen und technologischen Entwicklung der Cluster, ihrer Ausstrahlung auf das regionale und sektorale Umfeld sowie der Umsetzung der Innovationspotenziale in dauerhafte Wertschöpfung begleitend evaluiert. Zudem wurden die Spitzencluster in den Kontext der deutschen und internationalen Clusterlandschaft eingeordnet. Ziel der begleitenden Evaluation war es, festzustellen, welchen Beitrag die Fördermaßnahme zur nachhaltigen Stärkung des Innovations- und Wirtschaftsstandorts Deutschland leistet sowie konkrete Handlungsempfehlungen zur Weiterentwicklung des Förderinstruments zu unterbreiten. Die Evaluation wurde unter Koordination des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsförderung durchgeführt. Weitere Informationen zu den Ergebnissen der Evaluation finden Sie in diesem kurzen Evaluationsbericht sowie im Abschlussbericht der begleitenden Evaluation des Spitzencluster-Wettbewerbs