Deutschland – Motor des Europäischen Forschungsraums

Deutschland übernimmt als größte Forschungsnation Europas Verantwortung für die weitere Ausgestaltung des Europäischen Forschungsraums. Hierfür hat die Bundesregierung im Jahr 2014 eine nationale Strategie vorgelegt.

Der Europäische Forschungsraum soll es Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ermöglichen, ohne Nachteile – beispielsweise in der Sozialversicherung – überall in Europa zu arbeiten. © Projekttraeger DLR Gesundheitsforschung im Auftrag des BMBF

Die Bundesregierung sieht die Weiterentwicklung des Europäischen Forschungsraums (EFR) als Voraussetzung dafür an, Europas wissenschaftliche Leistungskraft langfristig zu stärken und seine Innovationsfähigkeit auszubauen. Der Europäische Forschungsraum soll es Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ermöglichen, ohne Nachteile – beispielsweise in der Sozialversicherung – überall in Europa zu arbeiten.

Gleichzeitig gilt es, den freien Austausch wissenschaftlicher Erkenntnisse und Technologien zu gewährleisten. So garantiert der Europäische Forschungsraum exzellente Forschung in Europa und eine starke europäische Forschungslandschaft. Zentrale Weichenstellungen müssen allerdings auf nationaler Ebene erfolgen.

Nationale Strategie zum Europäischen Forschungsraum

Der Europäische Forschungsraum steht aus deutscher Sicht bereits auf einer soliden Basis, muss aber ständig weiterentwickelt werden. Deshalb hat die Bundesregierung 2014 eine eigene Strategie zum Europäischen Forschungsraum erarbeitet. Sie beschreibt, in welchen Handlungsfeldern Deutschland auf welche Weise aktiv werden will, um den Europäischen Forschungsraum insgesamt zu stärken. Die Strategie enthält daher einen Fahrplan mit konkreten Maßnahmen für die nächsten Jahre.

So sollen mit deutschem Engagement beispielsweise große europäische und globale Themen wie eine alternde Bevölkerung, neurodegenerative Erkrankungen (zum Beispiel Alzheimer), Klimawandel oder Fragen der gesunden Ernährung in Zukunft noch stärker in gemeinsamen europäischen Forschungsprogrammen untersucht werden.

Röntgenlaser XFEL in Hamburg
Röntgenlaser XFEL in Hamburg © European XFEL

Forschungsinfrastrukturen pan-europäisch aufbauen

Zur Strategie gehört auch, große Forschungsinfrastrukturen pan-europäisch aufzubauen. Ein Beispiel dafür ist der sogenannte X-Ray Free-Electron Laser (XFEL) in Hamburg – ein 3,4 Kilometer langer Röntgenlaser. An dem Projekt beteiligen sich insgesamt elf europäische Staaten.

Auch der freie Austausch von Wissen ist ein Kernelement des Europäischen Forschungsraums. Dabei geht es aus deutscher Sicht unter anderem darum, Wege des offenen Zugangs – Open Access – zu wissenschaftlichen Erkenntnissen, Daten und Publikationen auszubauen, die aus öffentlich finanzierten Vorhaben entstanden sind. Ziel der Bundesregierung ist es in diesem Zusammenhang auch, Verbesserungen im Urheberrecht zu erreichen. Damit will sie den Belangen von Wissenschaft, Forschung und Bildung im digitalen Zeitalter stärker Rechnung tragen.

Ein wichtiger Schritt ist das neue Urheberrechtsgesetz für die Wissenschaft, das am 1. März 2018 in Kraft tritt. Es reformiert die Regelungen zur Nutzung urheberrechtlich geschützter Werke für Bildung und Forschung (sogenannte Schrankenregelungen).

Nationale Aktionspläne

Mit der nationalen Strategie zum Europäischen Forschungsraum legte Deutschland im Jahr 2014 als erster EU-Mitgliedstaat einen eigenen Fahrplan zur weiteren Ausgestaltung des Europäischen Forschungsraums vor. Mittlerweile sind über 20 EU-Mitgliedstaaten dem deutschen Beispiel gefolgt und haben eigene nationale Aktionspläne bzw. Strategien zum Europäischen Forschungsraum vorgelegt. Der aktuelle Stand der Umsetzung der nationalen Strategie zum Europäischen Forschungsraum wird im „Bundesbericht zur internationalen Kooperation in Bildung, Wissenschaft und Forschung 2014-2016“ beschrieben.