Deutschland und China gemeinsam für Innovation

Bundeskanzlerin schlägt gemeinsamen Forschungsfonds vor / Industrie 4.0 und Elektromobilität neue Schwerpunkte der zukünftigen Zusammenarbeit

Bundeskanzlerin Angela Merkel, der chinesische Ministerpräsident Li Keqiang, Bundesforschungsministerin Johanna Wanka und ihr chinesischer Amtskollege Wan Gang haben sich heute zum gemeinsamen Innovationsforum in Berlin getroffen, um die zukünftige Zusammenarbeit in Forschung und Innovation weiter auszugestalten. Neue Schwerpunkte der Zusammenarbeit werden künftig Forschung und Entwicklung zu Industrie 4.0 und Elektromobilität sein.

Das BMBF setzt jährlich etwa 20 Millionen Euro pro Jahr für die Umsetzung seiner China-Strategie 2015-2020 ein. Bundeskanzlerin Merkel schlug die Einrichtung eines gemeinsamen Forschungsfonds vor, um der strategischen Kooperation mit China einen verlässlichen Rahmen zu geben. Dieser Fonds soll 2018 starten und ab 2020 jährlich mit bis zu vier Millionen Euro von jeder Seite ausgestattet sein.

"In unserer Zusammenarbeit in Forschung und Innovation steckt noch viel Potenzial", sagte Wanka. "Mit dem gemeinsamen Forschungsfonds wollen wir diese Zusammenarbeit strategisch ausbauen und Forschungsorganisationen und forschende Unternehmen aus Deutschland und China dabei unterstützen innovative Technologien zu entwickeln".

Eine stärkere Ausrichtung auf Innovation in der Zusammenarbeit mit China erlaubt es insbesondere forschenden Unternehmen, sich besser auf die Bedürfnisse des chinesischen bzw. asiatischen Marktes einzustellen. Zudem fördert die Kooperation die Entwicklung von gemeinsamen Normen und Standards. Deutschland setzt sich darüber hinaus für gute Rahmenbedingungen der Zusammenarbeit ein: Dazu gehören gesicherte und faire Marktzugangsbedingungen und die uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit der deutschen Forschungs- und Mittlerorganisationen in China. Nur so werden Unternehmen gemeinsam mit Forschungseinrichtungen bereit sein, sich nachhaltig an dieser Kooperation zu beteiligen.

Ein bilateraler Lenkungsausschuss wird künftig die Instrumente für die gemeinsamen Fördermaßnahmen entwickeln, die Verfahren und Rahmenbedingungen anpassen sowie die Themen diskutieren. Die konstituierende Sitzung wird in der übernächsten Woche in China stattfinden.

Deutschland und China haben 2014 in ihrer "Strategische Partnerschaft" beschlossen, Forschung und Innovation in der Zusammenarbeit systematisch zu stärken. Die bilaterale Innovationskooperation wird beispielsweise auch durch eine Plattform intensiviert, in der deutsche und chinesische Expertinnen und Experten beraten, in welchen Technologiefeldern gemeinsame Forschungsprojekte umgesetzt werden können. Die ersten Ergebnisse der Arbeit der Plattform werden auf der Deutsch-Chinesischen Innovationskonferenz im kommenden Jahr in China diskutiert.

Zu Beginn dieses Jahres haben China und Deutschland - als Pilotvorhaben einer vertieften Innovationskooperation - zeitgleich und abgestimmt Fördermaßnahmen für Partnerschaften zwischen deutschen und chinesischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen veröffentlicht. Im Fokus standen unter anderem Zukunftstechnologien wie Industrie 4.0, E-Mobilität und Energiesysteme, die nun auch in der weiteren Kooperation verfolgt werden. Die ersten Projekte sollen noch in diesem Jahr starten.

China gehört inzwischen zu den wichtigsten Forschungsnationen der Welt und baut  seine Innovationskapazität systematisch aus. China hat wie Deutschland Innovation in das Zentrum seiner wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen gestellt. Damit ist China nicht nur Konkurrent, sondern ein wichtiger Forschungs- und Entwicklungspartner bei der Suche nach Lösungen für globale Herausforderungen.