Deutschland und die Niederlande für rasches Handeln bei der European Open Science Cloud

Anlässlich des gestrigen Wettbewerbsfähigkeitsrates in Brüssel haben Deutschland und die Niederlande die Initiative ergriffen, die Entwicklung der European Open Science Cloud (EOSC) voranzutreiben und so von der Dynamik des digitalen Zeitalters zu profitieren. "Es ist jetzt an der Zeit zu handeln", so die Staatssekretäre Georg Schütte (Deutschland) und Sander Dekker (Niederlande) in ihrem EOSC-Positionspapier, das sie auf der Ratssitzung vorstellten.

Forschungsdaten sollten nicht auf privaten Computern oder USB-Sticks und auch nicht in Forschungsinfrastrukturen schlummern, die nur die Forscherinnen und Forscher selbst nutzen können. Wenn andere in der Wissenschaft leichten Zugang zu den Daten haben, fördert dies den wissenschaftlichen Fortschritt. Wenn auch eine breitere Öffentlichkeit wie Bürger und Unternehmen Zugang hat, stärkt dies die Wirkung und Nutzung von Wissenschaft in erheblichem Maße. Je eher wir dies erreichen, desto besser.

GO FAIR

Schütte und Dekker schlagen vor, als erfolgversprechenden Ansatz zur Errichtung der EOSC die Initiative GO FAIR zu fördern. GO FAIR ist völlig offen für alle und kann zu einer breiten Einbindung der gesamten europäischen Wissenschaft beitragen. Sie forderten die anderen Mitgliedstaaten auf, sich dieser Initiative anzuschließen und richteten die eindringliche Bitte an die Europäische Kommission, ihre Bemühungen zu verstärken und geeignete Rahmenbedingungen für die Gestaltung und Finanzierung der EOSC vorzuschlagen. Schließlich forderten sie die Akteure im Forschungs- und eInfrastrukturbereich in ganz Europa auf, sich der Initiative GO FAIR anzuschließen und an ihrer künftigen Gestaltung mitzuwirken.

"Die European Open Science Cloud bietet Europa die einmalige Chance, für europäische Forscherinnen und Forscher eine verlässliche und offene Umgebung zum Umgang mit Forschungsdaten zu schaffen. Die EOSC wird den Erkenntnisfortschritt stark beschleunigen, Wirtschaftswachstum ermöglichen und für die Gesellschaft insgesamt von Nutzen sein", so Staatssekretär Georg Schütte. "Es ist entscheidend, dass die Mitgliedstaaten in den Prozess eingebunden sind. Wir sollten gemeinsam voranschreiten, und zwar jetzt."

Staatssekretär Sander Dekker: "Wenn wir uns hier gemeinsam engagieren, werden wir in einigen Jahren die Früchte unserer Arbeit ernten können. Tausende, wenn nicht gar Millionen von Forscherinnen und Forschern in ganz Europa werden so verbunden sein. Und dies nützt nicht nur unserer Wissenschaft. Auch unsere Gesellschaft und Industrie wird davon profitieren, wenn Daten gemeinsam genutzt und wiederverwendet werden. Je schneller Forschung und Innovation Wirkung zeigen, desto besser. Hier kann der Mehrwert Europas deutlich werden."

Das FAIR-Prinzip

Deutschland und die Niederlande sehen die Notwendigkeit einer zügigen Umsetzung der Initiative, um die Weiterentwicklung der EOSC voranzutreiben. Von zentraler Bedeutung ist es dabei, alle Forschungsbereiche und Mitgliedstaaten einzubinden, um Forschungsdaten europaweit auffindbar, zugänglich, interoperabel und wiederverwendbar zu machen. Dadurch entsteht echter Mehrwert, denn so können Daten über Länder- und Disziplingrenzen hinweg von verschiedenen Akteuren zusammengeführt werden, um drängende gesellschaftliche Probleme anzugehen, die größtenteils interdisziplinärer Natur sind.