Deutschland und Frankreich bündeln Ihre KI-Kompetenzen

Auf Basis der deutschen KI Strategie „Künstliche Intelligenz“ der Bundesregierung wurde in den letzten Monaten  an der Vernetzung der deutschen KI-Kompetenzzentren und französischen KI-Instituten gearbeitet. Die Zusammenarbeit soll noch enger werden.

Flaggenbild Deutschland und Frankreich
Deutschland und Frankreich arbeiten im Bereich Forschung schon jetzt eng zusammen. © Adobe Stock, peterschreiber.media

Deutschland und Frankreich wollen ihre Beziehungen auf dem Gebiet der KI innerhalb der deutsch-französischen Zusammenarbeit weiter stärken. Dafür unterzeichneten Bundesforschungsministerin Anja Karliczek und ihre französische Amtskollegin Frédérique Vidal eine Absichtserklärung, die die Entwicklung eines europäischen Ansatzes für KI festlegt. Aufgrund der Corona-Krise wurde die Erklärung im Umlaufverfahren unterzeichnet. Deutschland und Frankreich treiben mit ihren nationalen Strategien die Entwicklung und Anwendung von Künstlicher Intelligenz (KI) in Europa bereits stark voran. Diese Kraftanstrengungen werden Deutschland und Frankreich nun durch eine Vertiefung der Zusammenarbeit noch stärker bündeln.

Bereits im Oktober 2019 haben Deutschland und Frankreich die Grundlage für ein gemeinsames KI-Forschungs- und Innovationsnetzwerk gelegt. Mit der Unterzeichnung einer Declaration of Intent gehen beide Länder einen großen Schritt weiter: Deutschland und Frankreich einigen sich darauf, die gemeinsame Zusammenarbeit in der KI-Forschung zu intensivieren. In der Declaration of Intent wird vereinbart, dass die Zusammenarbeit der deutschen KI-Kompetenzzentren an den Universitäten in Berlin, Dortmund/Bonn, Dresden/Leipzig, München und Tübingen sowie das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) mit den französischen KI-Instituten intensiviert wird.

Gemeinsame Förderbekanntmachung

Die Bereiche der Zusammenarbeit umfassen gemeinsame Fördermaßnahmen, Austauschprogramme von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie gemeinsame Veranstaltungen wie Workshops oder Summer Schools.

Als eine erste konkrete Maßnahme werden Deutschland und Frankreich im Oktober 2020 eine gemeinsame bilaterale Förderbekanntmachung veröffentlichen, in deren Rahmen qualitativ hochwertige KI-Forschungskooperationen zwischen Deutschland und Frankreich unterstützt und finanziert werden.Beide Regierungen werden ihre Ergebnisse gemeinsam in die europäische und internationale Arbeit auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz einbringen.

Hintergrund

Frankreich und Deutschland kooperieren seit vielen Jahren und wollen sich gemeinsam den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts stellen. Mit dem Vertrag von Aachen, den Bundeskanzlerin Merkel und Staatspräsident Macron am 22. Januar 2019 unterzeichneten, haben beide Länder die Bedeutung dieser Kooperation noch einmal bekräftigt und klargestellt, dass die Zusammenarbeit der beiden Staaten künftig noch intensiver werden soll.

Am 16. Oktober 2019 unterzeichneten Bundesforschungsministerin Anja Karliczek und ihre Amtskollegin Frédérique Vidal sowie Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier und sein Amtskollege Bruno Le Maire eine Roadmap für ein deutsch-französisches Forschungs- und Innovationsnetzwerk auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz. Die Declaration of Intent untermauert diese Roadmap.

Deutschland stellt drei Milliarden Euro bereit

Die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz ist sowohl für den französischen Staatspräsidenten als auch für die deutsche Bundeskanzlerin ein vorrangiges Ziel, das aktiv gestaltet werden muss. Frankreich hat dazu 2018 einen Bericht über Künstliche Intelligenz veröffentlicht, auf dessen Grundlage am 29. März 2018 eine Nationale Strategie für Künstliche Intelligenz vorgestellt wurde.

Deutschland hat am 18. Mai 2018 Eckpunkte für eine KI-Strategie veröffentlicht. Darauf aufbauend hat die Bundesregierung am 15. November ihre KI-Strategie vorgestellt. Bis 2025 stellt Deutschland insgesamt drei Milliarden Euro für Künstliche Intelligenz zur Verfügung. Schwerpunkte der KI-Strategie für das BMBF sind u.a.:

  •  Ausbau der Kompetenzzentren und Vernetzung mit Anwendungshubs als Kern eines Nationalen Forschungskonsortiums.
  •  Einrichtung neuer Professuren und Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses.
  •  Ausbau und Stärkung der Forschungsförderung zu KI-Grundlagen und ihrer Anwendung, z.B. im Bereich des autonomen Fahrens und der Lebenswissenschaften, national und in internationalen Kooperationen.