Deutschland und Griechenland forschen gemeinsam für die Zukunft

Forschungsprojekte geben neue Impulse / Rachel und Arvanitopoulos: „Forschung hilft, die Krise langfristig zu überwinden“

Deutschland und Griechenland setzen ihren gemeinsamen Weg zur Intensivierung der Zusammenarbeit in Forschung und Entwicklung kontinuierlich fort. Zum 1. Januar 2014 starten das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und das griechische Ministerium für Bildung und religiöse Angelegenheiten / Generalsekretariat für Forschung und Technologie (GSRT) 20 bilaterale Forschungsprojekte. Das Themenspektrum reicht von der Gesundheits- und Energieforschung, der Bioökonomie über Schlüsseltechnologien, den Informations- und Kommunikationstechnologien, Nanotechnologie und Photonik bis hin zu den Geistes- und Sozialwissenschaften. Beide Länder stellen für diese Projekte zusammen mehr als10 Millionen Euro bereit.

Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Thomas Rachel MdB, sagt anlässlich der beginnenden Projekte: „Grenzüberschreitende Forschung und Innovation verbessern den Zusammenhalt in Europa und geben neue Impulse für Wohlstand und Wachstum. Gemeinsam mit Griechenland wollen wir herausragende Forschungsideen fördern und die Ergebnisse zur Anwendung bringen. Daher sind die Programme ganz bewusst so ausgerichtet, dass besonders kleine und mittlere Unternehmen eingebunden sind.“

Minister Arvanitopoulos bemerkt dazu Folgendes: „In der derzeitigen schwierigen Wirtschaftslage gehören stärker entwicklungsorientierte Projekte, mehr Beteiligung der Privatwirtschaft und eine verstärkte Kooperation zwischen Wirtschaft und staatlichen Forschungseinrichtungen und Universitäten zu unseren wichtigsten Zielen. Die Umsetzung der ausgewählten Projekte wird Synergieeffekte für internationale Wettbewerbsfähigkeit und die Entwicklung neuer, innovativer Produkte mit hohem Mehrwert fördern und damit zu Wirtschaftswachstum, Wohlstand und wissenschaftlichem Fortschritt in unseren Ländern beitragen.“

Die Energieforschung steht im besonderen Fokus der Deutsch-Griechischen Forschungskooperation. Dabei sollen beispielsweise neuartige Materialien für Solarzellen und Konzepte für lastflexiblere Kraftwerke entwickelt werden. „Der Übergang zu einer modernen, CO2-armen und sicheren Energieversorgung lässt sich nur gemeinsam  mit europäischen und internationalen Partnern lösen. Die Bundesregierung hat sich daher zum Ziel gesetzt, das Energiekonzept 2050 auch durch bilaterale Zusammenarbeit umzusetzen“, betont Rachel.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Entwicklung von Datenspeichern der Zukunft. Graphen optimierte Speicherzellen  können Informationen tausendmal schneller als Flash-Speicher schreiben und lesen und benötigen dafür vergleichsweise wenig Energie. Jülicher Wissenschaftler wollen gemeinsam mit Partnern in Griechenland die Langzeit-Stabilität und Haltbarkeit dieser Speicherzellen verbessern.

Vor dem Hintergrund der Finanz- und Wirtschaftskrise erfahren die Sozial- und Geisteswissenschaften in der bilateralen Zusammenarbeit eine besondere Bedeutung. Die wirtschaftspolitischen Ereignisse und die gegenseitige Wahrnehmung in Griechenland und Deutschland sind feste Bestandteile der Forschungskooperation. Rachel und Arvanitopoulos betonen daher: „Wenn wir mehr über die sozio-ökonomischen Auswirkungen der Krise wissen, können wir diese auch besser verstehen und bekämpfen.“

Weiterhin werden Projekte zur mediterranen Ernährungssicherheit sowie zur nachhaltigen Agrarproduktion für gesunde und sichere Lebensmittel gefördert.

Thomas Rachel und Konstantinos Arvanitopoulos sind sich einig, dass auf Basis der bilateralen innovativen Forschungsarbeit weitere Potenziale im Kontext des europäischen Rahmenprogramms „Horizont 2020“ erschlossen werden.

Weitere Informationen finden Sie unter: Zusammenarbeit in Wissenschaft und Forschung mit europäischen Ländern und Horizont 2020 - das europäische Forschungsrahmenprogramm