Deutschland und Lettland kooperieren in der Berufsbildung

Duales System weltweit immer attraktiver / Wanka: „Wir wollen die richtigen Akteure zusammenbringen“

Immer mehr Länder zeigen Interessen an einem dualen Ausbildungssystem nach deutschem Vorbild. Es verzahnt Theorie und Praxis auf weltweit einzigartige Weise und schützt Jugendliche vor Arbeitslosigkeit. Nun möchte auch Lettland seine Berufsbildung reformieren. In Anwesenheit von Bundespräsident Joachim Gauck unterzeichneten daher Vjaceslavs Dombrovskis, lettischer Minister für Bildung und Wissenschaft, und die deutsche Botschafterin in Lettland, Andrea Joana-Maria Wiktorin, gestern Abend in Riga eine Absichtserklärung, in der eine engere Zusammenarbeit zwischen den Bildungsministerien beider Länder im Bereich der Berufsbildung vereinbart wurde.

Ziel ist es, gemeinsame Pilotprojekte in Lettland auf den Weg zu bringen, um Elemente der dualen Berufsausbildung zu erproben. Denkbar sind beispielsweise Projekte, die Qualitätsstandards für spezifische Ausbildungsberufe entwickeln oder die Attraktivität der beruflichen Ausbildung in Lettland steigern. Dazu finanziert das Bundesministerium für Bildung und Forschung für drei Jahre eine Personalstelle bei der Deutsch-Baltischen Handelskammer (AHK Baltische Staaten) in Riga, um den Austausch zwischen deutschen und lettischen Berufsbildungsexperten sowie Unternehmen im Bereich der Berufsbildung zu fördern. Sie soll Anfang 2014 die Arbeit aufnehmen. Nach der Förderung soll sich die Stelle selbst tragen können.

„Für unsere Zusammenarbeit sind zwei Dinge besonders wichtig: Der politische Wille,  ein duales System einzuführen und die konkreten Maßnahmen an der Basis, die zeigen, wie eine kooperative und betriebsnahe Berufsausbildung funktionieren kann“, erläuterte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka die Kooperation der Bundesregierung. „Ein erfahrener Praktiker an der Auslandshandelskammer ist meines Erachtens die beste Antwort, um die richtigen Akteure – vor allem auch aus der Wirtschaft - zusammenzubringen.“ Das lettische Ministerium für Bildung und Wissenschaft unterstrich, dass Minister Dombrovskis die Stärkung der Berufsausbildung als eine seiner Prioritäten gesetzt hat.

Als Grundlage für die Kooperation dient unter anderem die Europäische Allianz für Lehrlingsausbildung, die Wanka vergangene Woche in Leipzig anlässlich der Berufsweltmeisterschaften „World Skills“ ins Leben gerufen hat. Deren Ziel ist es, das deutsche duale Ausbildungssystem international zu verankern. Darüber hinaus wurde bereits im Dezember 2012 das „Berliner Memorandum“ verabschiedet, das eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Deutschland und interessierten Partnerstaaten im Bereich der Berufsbildung vorsieht. Unterzeichnet haben es Griechenland, Italien, Lettland, Portugal, die Slowakische Republik und Spanien. Inzwischen wurden mit Griechenland, Italien, Portugal und Spanien jeweils bilaterale Kooperationsvereinbarungen getroffen und erste Pilotprojekte zur Zusammenarbeit initiiert.

Weitere Informationen finden Sie unter: http://www.bmbf.de/de/20412.php und http://www.bmbf.de/de/17127.php