Deutschland unterstützt Indien bei Berufsausbildung

Bei Forschung und Berufsbildung wollen Indien und Deutschland künftig verstärkt voneinander lernen. Darauf einigten sich Bundesbildungsministerin Johanna Wanka und Vertreter der indischen Regierung bei einem Treffen in Berlin.

Im Rahmen der Deutsch-Indischen Regierungskonsultationen unterzeichnen Bundesministerin Johanna Wanka und ihr indischer Amtskollege Harsh Vardhan eine Absichtserklärung für ein Deutsch-Indisches Zentrum für Nachhaltigkeit
Im Rahmen der Deutsch-Indischen Regierungskonsultationen unterzeichnen Bundesministerin Johanna Wanka und ihr indischer Amtskollege Harsh Vardhan eine Absichtserklärung für ein Deutsch-Indisches Zentrum für Nachhaltigkeit © Bundesregierung/Steffen Kugler

Die deutsche Berufsbildung genießt international einen hervorragenden Ruf. Deutsche Expertise zum dualen Ausbildungssystem ist daher von vielen Ländern gefragt. Hierzu zählt auch Indien, das künftig im Bereich der Berufsbildung und Qualifizierung, insbesondere im Bereich des Werkzeugmaschinensektors, noch stärker mit Deutschland zusammenarbeiten möchte. Darauf einigten sich Vertreter beider Länder bei einem Treffen in Berlin. Darüber hinaus möchten sie ab 2018 ein deutsch-indisches Zentrum für Nachhaltigkeit fördern, in dem Wissenschaftler beider Länder zum Thema nachhaltige Entwicklung forschen, lehren und Politikern beratend zur Seite stehen.

Gute Bildung braucht gute Ausbilder. Daher plant Indien ein Programm, um „Qualifizierungsverantwortliche“ mit deutscher Unterstützung besser auszubilden. Das Bundesforschungsministerium begleitet dieses Vorhaben. So sollen kleine und mittelständische Unternehmen Verbünde bilden, die in bestimmten Regionen und für bestimmte Branchen gemeinsam Fachkräfte ausbilden. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) wird das Führungspersonal dieser Verbünde in Deutschland qualifizieren. Davon profitieren indische wie deutsche Unternehmen, die in diesen Regionen ihre Produktions- oder Vertriebsstätten haben.

Stärkung der Wirtschaft beider Länder

Die deutsche Industrie ist Indiens wichtigster Partner im Werkzeugmaschinensektor. Daher wollten beide Länder künftig ihre Zusammenarbeit in diesem Bereich ebenfalls vertiefen, um Fachkräfte zu qualifizieren. Die indische Regierung möchte dazu Kompetenzzentren konzipieren, finanzieren und aufbauen, in denen junge Menschen nach internationalen Maßstäben ausgebildet werden. Das Bundesforschungsministerium unterstützt Indien bei diesem Ziel, indem es über die BMBF-Initiative „iMOVE – Training Made in Germany“ Partnerschaften mit Ausbildungsanbietern der deutschen Werkzeugbranche fördert. Dadurch soll die Wirtschaft beider Seiten gestärkt werden.

Gemeinsame Forschung zu nachhaltiger Entwicklung

Neben der Kooperation bei der Berufsausbildung erklärten Deutschland und Indien die Absicht, das Indo-German Centre for Sustainability in Chennai ab Januar 2018 gemeinsam fortzuführen und weiterzuentwickeln. In diesem arbeiten deutsche und indische Wissenschaftler in der Grundlagenforschung und der angewandten Forschung zum Thema nachhaltige Entwicklung zusammen. Neben der Forschung  gehören, Lehre und Ausbildung sowie Politikberatung zu den Aufgaben des Zentrums, das zu einer breiteren Vernetzung von Universitäten, Instituten und Partnern aus der Industrie in Indien und Deutschland beiträgt. Deutschland und Indien unterstützen damit die von der UN ausgewiesenen „Sustainable Development Goals“.